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Hoffnung auf ein bisschen mehr Ruhe

Rangsdorf beschließt Lärmaktionsplanung Hoffnung auf ein bisschen mehr Ruhe

Rangsdorf ist eingekeilt zwischen Autobahn, vierspuriger Bundesstraße und der Eisenbahnstrecke nach Dresden. Um den Lärm der Verkehrswege zu erfassen, hat die Gemeinde einen Aktionsplan verabschiedet. Dass es dadurch in absehbarer Zeit leiser wird, ist jedoch nicht zu erwarten.

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10 000 Autos fahren täglich über die Kienitzer Straße.

Quelle: Zielke

Rangsdorf. Wenn Ayk Schmorde und sein Nachbar Peter Hinz über den Gartenzaun miteinander sprechen, tun sie das besser hinter dem Haus. Im vorderen Teil des Gartens kann es sein, dass man sein eigenes Wort nicht versteht, wenn der Besitzer eines frisierten Autos oder Motorrads voll aufdreht.

Ayk Schmorde und Peter Hinz wohnen an der Kienitzer Straße in Rangsdorf, nur einen Steinwurf von der Kreuzung zur B96 entfernt. 10 000 Autos passieren die wichtigste Zufahrtsstraße ins Rangsdorfer Zentrum täglich. „Es ist immer mehr geworden“, sagt Ayk Schmorde, der seit seiner Geburt in dem Haus wohnt. Morgens ab fünf Uhr setzt sich die Blechlawine in Bewegung. Ruhe gibt es erst abends ab 22 Uhr. Wenn am Wochenende der Berufsverkehr weniger wird, kommen die Ausflügler. „Man hält es kaum aus“, sagt Peter Hinz. Ihn ärgern vor allem die Fahrer, die vor der Ampel noch einmal aufs Gas treten. „Warum misst da niemand die Geschwindigkeit?“, fragt er sich.
Die Gemeinde Rangsdorf möchte nun Abhilfe schaffen gegen den Lärm und hat kürzlich eine Lärmaktionsplanung beschlossen. Darin will man Maßnahmen zur Reduzierung des Lärms von Autobahn, Bundesstraße und Bahn erarbeiten. Bürgermeister Klaus Rocher (FDP) dämpft jedoch die Erwartung, dass es plötzlich leiser wird. „Das ist nicht für 10 000 Euro zu haben“, sagte er. Für Maßnahmen wie eine Flüsterasphaltdecke auf der Kienitzer Straße sei derzeit kein Geld im Haushalt. Bei B96 und der Autobahn ist man auf den guten Willen des Bundes angewiesen. Dieser hat sich bisher immer gegen Lärmschutz gesträubt. Eine mögliche Ortsumgehung für Groß Machnow wartet seit Jahren im Bundesverkehrswegeplan auf ihre Umsetzung. Auf Antrag der Grünen soll die Gemeinde sich Unterstützung von einer Universität oder einem Planungsbüro holen.

Immerhin hat die Gemeinde 50 000 Euro für die Förderung von lärmreduzierenden Maßnahmen auf dem am stärksten befahrenen Teil der Kienitzer Straße zwischen B96 und Winterfeldallee bei der BADC beantragt, die die Ausgleichsmaßnahmen für den BER-Flughafen koordiniert. Dieser hat Rangsdorf seit der Inbetriebnahme der Südbahn neuen Lärm beschert. Doch den hören Ayk Schmorde und Peter Hinz am Gartenzaun kaum.

Hintergrund

Laut EU-Recht müssen Gemeinden einen Lärmaktionsplan (LAP) erarbeiten. Tun sie das nicht, drohen Strafen bis zu 50 000 Euro.

Im LAP wird das Gebiet in Lärmzonen unterteilt. Gleichzeitig werden Vorschläge zur Reduzierung gemacht

Rangsdorf hatte bisher keinen LAP, weil es keine Daten von der Bahn gab.

Von Christian Zielke

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