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Hohenahlsdorferin gewinnt Studentenwettbewerb

Hohenahlsdorf Hohenahlsdorferin gewinnt Studentenwettbewerb

Eine Firma gründen und nach den ersten vier Wochen bereits schwarze Zahlen schreiben. Diesen Unternehmertraum haben sich eine Hohenahlsdorferin und zwei Berliner erfüllt und damit den 10. Funpreneur-Wettbewerb gewonnen. Für den Sieg hatten sie eine ebenso clevere wie simple Geschäftsidee.

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Der Wettbewerbssieger: der mechanische Briefmelder. Bei Einwurf der Post erscheint automatisch eine kleine Klappe mit Briefsymbol.

Quelle: Foto: HeyMail

Hohenahlsdorf. Eigentlich brauchte Friedgard Schütze nur fünf Leistungspunkte für ihr Studium. Die Hohenahlsdorferin möchte Grundschullehrerin werden. Das Interesse an der Wirtschaft weckten erst die Berufe ihrer Eltern. „Wenn ich später Beamtin bin, habe ich mit freier Wirtschaft nicht mehr viel zu tun“, sagt sie. Genau deshalb wählte die Studentin der Freien Universität Berlin im März das Modul „Studentenfirma – Funpreneur-Wettbewerb“.

Kleine Teams

Wie der Name schon verrät, gründen kleine Teams dabei ein eigenes Unternehmen. Die Firmen starten mit einem Kapital von je fünf Euro und werden auf Zeit gegründet. „Dass jetzt alle mit uns zusammenarbeiten wollen, hätten wir nie gedacht“, sagt Friedgard Schütze. Gemeinsam mit ihren Teamkollegen Lucas Gaffron und Leander Modersohn aus Berlin hat sie den jährlichen Wettbewerb für Studierende in Berlin gewonnen.

Funpreneur-Wettbewerb

Der Funpreneur-Wettbewerb wird seit zehn Jahren von der Profund Innovation, der Service-Einrichtung für Gründer der FU Berlin, organisiert und steht allen Studierenden in Berlin offen.


Die zwei- bis vierköpfigen Teams entwickeln eine eigene Geschäftsidee und setzen diese innerhalb von fünf Wochen um. Bewertet werden unter anderem das Marketing, der Finanzplan und die Produktpräsentation.


In jedem Jahr nehmen etwa 20 Teams an dem studentischen Wirtschaftswettbewerb teil. Zum Abschluss werden 2500 Euro Preisgelder in den Kategorien Jury, Publikumspreis und Pressepreis an die besten Teams verteilt.

Die beiden Geschäftspartner der 20-Jährigen leben in der Hauptstadt. Umso skurriler, dass die Zusammenführung des Teams durch Friedgard Schützes Heimat im Fläming zustande gekommen ist. Denn bei der Auftaktveranstaltung im April konnten alle Studenten frei wählen, mit wem sie eine Firma gründen möchten.„Ich wollte zuerst gar nicht sagen, woher ich komme, weil ich dachte, Jüterbog kennt sowieso niemand“, erzählt sie. Falsch gedacht. Psychologiestudent Leander Modersohn geht regelmäßig in Altes Lager Drachenfliegen.

Clevere Geschäftsidee

Er war es auch, der die Geschäftsidee hatte: ein mechanischer Briefmelder. Als „cleveres Teil, das dir zeigt, ob du Post hast, ohne den Briefkasten öffnen zu müssen“ beschreibt das dreiköpfige Hey-Mail-Team die Erfindung und überzeugte damit die Jury. Mit Lucas Gaffron hatten sich Friedgard Schütze und Leander Modersohn außerdem das obligatorische Know-how ins Team geholt. Lucas Gaffron studiert Betriebswirtschaftslehre an der Humboldt-Universität und war auch für die Internetseite des Unternehmens verantwortlich.

„Außerdem haben wir viel Unterstützung von den Veranstaltern erhalten und hatten einen Wirtschaftspaten für das Projekt“, erzählt Friedgard Schütze. Denn die Konkurrenz ist groß. Beim Funpreneur-Wettbewerb können Studierende auch mehrmals mitmachen. „Einige waren richtig professionell, zum Beispiel von Beruf Fotograf“, sagt sie. Workshops zu Themen wie Recht, Marketing oder Vertrieb und der Austausch mit anderen Teams fördern das wirtschaftliche Interesse auch bei den fachfremden Studierenden wie Friedgard Schütze.

Trotz strategischer Aufgabenteilung blieben Schwierigkeiten auch beim Siegerteam nicht aus. „Man verfällt sehr schnell in einen Workaholic-Modus“, berichtet Leander Modersohn. Arbeitsaufwand und Entlohnung in Form von Leistungspunkten oder gar Gewinnen gleichen sich bei dem intensiven Projekt kaum aus. „Das waren die anstrengendsten fünf Punkte meines Studiums“, resümiert die Hohenalsdorferin Friedgard Schütze. Geschäftspartner Leander Modersohn ergänzt: „Wenn man so viel gibt, ist der erste Platz am Ende natürlich die Krönung.“ Über das Bestehen des Moduls brauchten sich die Funpreneur-Sieger jedenfalls keine Sorgen mehr machen.

Von Victoria Barnack

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