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Hohenseefeld bekommt Jury-Besuch

Europäischer Dorferneuerungspreis 2016 Hohenseefeld bekommt Jury-Besuch

Die Bewerbung des kleinen Ortes Hohenseefeld für den „Europäischen Dorferneuerungspreis 2016“ ist auf dem Weg zur Jury, die im Frühling anreisen will. Die Ortsvorsteherin hat sich über Wochen mit dem Antrag beschäftigt und hofft nicht auf den Titel, sondern einen Blick in andere ländliche Kommunen aus Europa und deren Blick in die Zukunft.

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Ortsvorsteherin Sandra Klimaschewski auf der Bank am Dorfteich, die es 2015 als Preis im Dorfwettbewerb für die Hohenseefelder gab.

Quelle: Peter Degener

Hohenseefeld. Auf der Siegerbank des brandenburgischen Dorfwettbewerbs, die mittlerweile an ihrem Dorfteich steht, wollen sich die Hohenseefelder nach ihrem 3. Platz im vergangenen Herbst nicht ausruhen. Vor wenigen Tagen hat Ortsvorsteherin Sandra Klimaschewski die umfangreichen Bewerbungsunterlagen für den „Europäischen Dorferneuerungspreis 2016“ beim Land eingereicht. Zwei Monate lang hat sie an dem Formular gearbeitet, ihre Bewohner befragt, das Konzept aus dem Brandenburg-Wettbewerb ausgebaut, Fotos gemacht sowie großformatige Plakate gestaltet und drucken lassen.

„Ich habe festgestellt, dass wir in Hohenseefeld noch sehr vieles haben, was anderen Dörfern mittlerweile fehlt. Wir sind fast wie eine Kleinstadt“, sagt Klimaschewski nach der intensiven Auseinandersetzung mit dem Dorf und stellt für das Projekt fest: „Alles steht und fällt mit der Dorfgemeinschaft.“ Große Hoffnungen auf eine Auszeichnung will sie ihren 400 Nachbarn bei aller Motivation trotzdem nicht machen. Sie sieht den hohen Aufwand eher strategisch: „Uns fehlt der Vergleich mit anderen europäischen Dörfern und in diesem Wettbewerb können wir uns austauschen und auch schauen, was wir vielleicht von anderswo übernehmen“, so Klimaschewski.

Hintergrund

Beim Europäischen Dorferneuerungspreis 2016 werden Orte prämiert, die sich nicht als abgeschlossene „Inseln“, sondern als Teil ihrer Region und der Welt betrachten.

Das Motto „offen sein“ belohnt innovative Strategien für die Zukunft des ländlichen Raums.

Der Preis wird seit 1990 zweijährlich von der „Europäischen Arbeitsgemeinschaft Landentwicklung und Dorferneuerung“ ausgelobt, einem Verein aus Niederösterreich.

Auch wenn der Name des kontinentalen Wettbewerbs es vermuten lässt, geht es dabei nicht um Geld für die Dorferneuerung. „Es klingt nur so, als würde viel Geld investiert, dabei gibt es kein Preisgeld, sondern nur einen Titel“, sagt die Ortsvorsteherin. Sogar eine Teilnahmegebühr muss man bezahlen, doch die wird vom Ministerium für ländliche Entwicklung (MLUL) übernommen.

Im Mai oder Juni wird die Jury des Vereins aus dem niederösterreichischen St. Pölten, der hinter dem Preis steckt, Hohenseefeld besuchen. Bis dahin will Klimaschewski das ein oder andere der kleineren Projekte vorangetrieben haben. Sobald die Witterung es erlaubt, werden auf dem Dorfgemeinschaftsplatz Fußballtore und Basketballkörbe errichtet. In der Nähe der neuen Bank soll ein Insektenhotel entstehen. Auch ein Dorfförderverein soll gegründet werden und ein Internetauftritt des Ortsteils beauftragt werden, auf der sich Institutionen und Firmen präsentieren. Die langfristigen Ziele, darunter das Energiekonzept oder die Entwicklung des polytechnischen Zentrums als Begegnungsstätte, gehören noch zur Zukunft des umtriebigen Ortes.

Von Peter Degener

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