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Teltow-Fläming Hohenseefelder Mosterei rettet Klosterbruder
Lokales Teltow-Fläming Hohenseefelder Mosterei rettet Klosterbruder
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00:27 18.01.2016
Froh, dass es den „Zinnaer Klosterbruder“ auch künftig zu kaufen gibt: Manfred Memmert. Quelle: Josefine Sack
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Kloster Zinna

Für Manfred Memmert ist ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung gegangen: Als Geschäftsführer der Süßmost- und Weinkelterei Hohenseefeld, die zur Werder Frucht GmbH gehört, hat er zum Jahresbeginn die Schaubrennerei in Kloster Zinna übernommen. Damit hat er den über die Region hinaus bekannten Kräuterlikör „Zinnaer Klosterbruder“ vor dem Aus bewahrt.

Klosterbruder war eine Herzensangelegenheit

Der alte Betreiber, die Drinks & Food Vertriebsgesellschaft aus Zahna in Sachsen-Anhalt, hatte zum Jahresende aufgegeben. Bereits im Herbst hatte der Spirituosenhersteller, der seit 2006 einer Unternehmensgruppe aus den Niederlanden angehört, angekündigt, die Schaudestille in den alten Klostergemäuern nicht weiter betreiben zu wollen. Seither diskutierte man im Jüterboger Wirtschaftsausschuss, wie es mit dem Klosterbruder weitergehen soll. Schnell kam Manfred Memmert ins Spiel. Als er von der drohenden Schließung erfuhr, witterte der Unternehmer aus der Gemeinde Niederer Fläming seine Chance. Die Schaubrennerei samt Klosterbruder sei ihm eine Herzensangelegenheit gewesen, verriet Memmert am Freitag auf der Grünen Woche in Berlin, wo er den Zinnaer Kräuterlikör zum ersten Mal als künftiger Hersteller an seinem Stand ausschenkt.

Blick in die Schaudestillerie. Quelle: Peter Degener

„Der Klosterbruder hat eine lange Geschichte, die einzigartig für die Region ist“, sagte Memmert. Der Unternehmer hat seine ganz eigene Geschichte mit dem Traditionslikör aus Teltow-Fläming. Memmert stieß 1990 zum Familienbetrieb Falckenthal Spirituosen, der den Likör herstellte. Als damaliger Geschäftsführer sorgte er dafür, dass der Kräuterschnaps – der zur DDR-Zeiten in runden Flaschen verkauft wurde – wieder in eckige Flaschen, einstiges Markenzeichen des Klosterbruders, abgefüllt wurde. Nachdem der Firmengründer verstorben war, übernahm dessen Sohn die Produktion und Memmert verließ das Familienunternehmen.

Verschiedene Abfüller im Laufe der Jahre

1995 kaufte der Spirituosenhersteller Berentzen die Traditionsfirma und eröffnete drei Jahre später die Schaudestille in Kloster Zinna. 2011 gingen die Marken „Zinnaer Klosterbruder“, „Fläminger Jagd“ und „Zinnaer Abtei“ an den holländischen Konzern Dirkzwager. Memmert hat die Entwicklung der Traditionsliköre über all die Jahre genau verfolgt. Er habe immer gehofft, den Klosterbruder eines Tages übernehmen zu können, gesteht der Unternehmer. „Ich bin von keinem Produkt so überzeugt wie vom Klosterbruder“, sagt er entschlossen – und das obwohl die Produktion in den vergangenen Jahren zurückgegangen ist.

200 000 Likör-Flaschen pro Jahr

Insgesamt 200 000 Flaschen Klosterbruder pro Jahr gingen zuletzt in Zahna vom Band. „Da ist eindeutig noch Luft nach oben“, sagt Memmert. Der Unternehmer wird in diesem Jahr 70 Jahre alt und hat sich einiges vorgenommen, um die Essenzherstellung für den Klosterbruder in der Schaubrennerei auch langfristig sicherzustellen: „Um die Vermarktung voranzutreiben, müssen wir den regionalen Handel ausbauen.“ Die Schaudestille mit der Verkostung vor historischer Kulisse sei ein wichtiges Qualitätsmerkmal, ist Memmert überzeugt. Neben der langjährigen Zinnaer Destillateurin Karin Müller hat der Unternehmer eine weitere Mitarbeiterin für die Likörherstellung eingestellt. In ganz Deutschland will er nun auf Messen und Veranstaltungen für die Zinnaer Liköre werben.

Stilfrage: Braunglas statt Weißglas

Zudem soll der Klosterbruder künftig wieder in Braun- und nicht wie bislang in Weißglas abgefüllt werden – so wie Manfred Memmert es schon damals, kurz nach der Wende, eingeführt hatte. Auch die zuletzt aus dem Sortiment verschwundene Abfüllung „Zinnaer Abtei“ soll bald wieder erhältlich sein, verspricht der Chef der Süßmosterei Hohenseefeld. Neben Hochprozentigem will Memmert den Verkauf in Kloster Zinna auch mit regionalen Säften und Fruchtweinen ankurbeln. Er selbst trinkt kaum Schnaps. Zur Grünen Woche macht er aber eine Ausnahme und füllt die Gläser randvoll mit Klosterbruder, der dank ihm so schnell nicht versiegen wird.

Von Josefine Sack

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