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Hort in Großbeeren platzt aus allen Nähten

Interview mit dem Bürgermeister Hort in Großbeeren platzt aus allen Nähten

Für 140 Kinder war der Großbeerener Hort „Groß-Bärenkinder“ gebaut, doch betreut werden dort zurzeit täglich im Durchschnitt 190 Kinder. Und nach den Ferien werden 220 Plätze gebraucht.  Im MAZ-Interview erklärt Bürgermeister Carl Ahlgrimm (parteilos), warum das Land diesen ungesetzlichen Zustand überhaupt noch duldet.

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Carl Ahlgrimm, Bürgermeister von Großbeeren.

Quelle: Jutta Abromeit

Großbeeren. Der Großbeerener Hort „Großbärenkinder“ platzt aus allen Nähten. Seit Jahren verlängert das Land Ausnahmegenehmigungen  für die auf 140 Plätzen ausgelegte  Einrichtung. Inzwischen werden dort bis 200 Kinder am Tag betreut, nach den Ferien sind  in der stark wachsenden Gemeinde  220 Hortplätze nötig. Mehrere Ausschreibungen führten immer noch nicht zum Neubau des Hortes. Warum Gemeinde nicht das Geld hat, selbst beliebig groß zu bauen, das erklärt Bürgermeister Carl Ahlgrimm (parteilos).

MAZ: Weil die jüngste Ausschreibung  für den Hort-Neubau wieder nicht erfolgreich war, wird das Problem jetzt immer drängender. Gibt es in der Sommerpause  noch eine Sondersitzung des Gemeinderats zu neuen Entscheidungen?

Carl Ahlgrimm: Nein, die Vergabeentscheidung zum Hortneubau ist für die reguläre  Gemeinderatssitzung am 27. August vorgesehen.  Bei den beiden der Verwaltung vorliegenden Angeboten war noch eine Reihe von Fragen offen.

Und das ist jetzt geklärt, damit der Bau doch noch dieses Jahr beginnen kann?

Ahlgrimm: Sie  wurden den Unternehmen bei  Bietergesprächen am 16. Juli mit auf den Weg gegeben. Beiden  wurde  eingeräumt, die offenen Fragen bis 31. Juli zu beantworten. Jetzt prüfen Architekt, Fachplaner und Verwaltung die fachlichen und finanziellen Auswirkungen dieser Antworten, so dass unter Einhaltung der Ladungsfrist für Gemeindegremien eine Entscheidung  Ende des Monats getroffen werden kann.

Warum kann  eine so florierende Gemeinde wie Großbeeren seit Jahren  nicht das Geld für den so dringend nötigen Hortneubau aufbringen?

Ahlgrimm: So steht das eigentliche Problem nicht. Im Gemeindehaushalt sind seit 2014 die auf Grundlage der Architektenplanung kalkulierten Kosten für den Hortneubau eingestellt. Aber leider haben  die bisherigen Ausschreibungen ergeben, dass die tatsächlichen Angebotspreise um bis zu 50 Prozent über den durchaus realistisch kalkulierten Planungen lagen.

Mit welcher Summe rechnet denn die Gemeinde  jetzt?

Ahlgrimm:   Bei einem geplanten Gesamtvolumen einschließlich Außenanlagen und Ausstattung von mehr als fünf  Millionen Euro würde das mal eben Mehrkosten von 2,5 Millionen Euro verursachen. Anders gesagt: Wer sich einen guten Mittelklassewagen kaufen will, wird nicht bereit sein, dafür den Preis der Oberklasse zahlen zu müssen. Es darf aber nicht vergessen werden, dass es nicht nur um einen reinen Hortneubau geht, sondern dass das Gebäude auch endlich die völlig unbefriedigende Situation der Essenversorgung unserer Schulkinder im Kellergeschoss des Schulgebäudes durch die Integration einer Mensa in den Hort verbessern soll. Wir reden dabei immerhin über rund ein Viertel der Gebäudenutzfläche für diesen Zweck. Diese große Mensa bietet  ganz besondere Möglichkeiten für größere Veranstaltungen inner- und außerhalb des Hortbetriebs, so dass die positiven Effekte trotz aller  Mehrkosten deutlich überwiegen.

Warum geht es nicht mit einem Kredit?

Ahlgrimm: Bereits bei der jetzigen Kalkulation der Hortkosten ist gut die Hälfte über Kredite finanziert. Sicher könnte da vor dem Hintergrund der allgemeinen Entwicklung der Gemeinde noch draufgesattelt werden. Aber warum  für die Finanzierung eines VW Golf langfristig die Kreditraten einer Mercedes S-Klasse in Kauf  nehmen? Wir gehen in der öffentlichen Verwaltung mit Steuergeld,  also mit Zwangsabgaben,  um und müssen  bei Ausschreibungen besonders genau aufs Geld schauen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis  stimmte   bisher  leider nicht.

Es geht also um wenigstens zwei Millionen Euro Mehrkosten?

Ahlgrimm:  Bezogen auf die mehrfach ausgeschriebenen Hochbauleistungen – ja. Wir sind aber guter Dinge, die  noch siebenstellige Summe im Rahmen unserer Bieterverhandlungen auf eine  im unteren sechsstelligen Bereich verringern zu können. Gelingt  das, steht wohl einem Vertragsabschluss und damit einem baldigen Baubeginn nichts mehr im Weg.

Wäre es eine Option, Sponsoren mit ins Boot zu nehmen?

Ahlgrimm: Sponsoring heißt ja auch immer Gegenleistung. Ich kann mir offen gestanden kein Hortgebäude vorstellen, bei dem die Fassade dauerhaft mit der Werbung  ausführender Firmen beschriftet ist. Und im Innenbereich   eines Gebäudes mit solch einer Zweckbestimmung wie einem Hort geht so etwas schon gar nicht…

Interview: Jutta Abromeit

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