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Teltow-Fläming Hort Mellensee ab Montag geschlossen
Lokales Teltow-Fläming Hort Mellensee ab Montag geschlossen
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15:21 12.10.2018
Wegen personeller Engpässe gelten für die Saalower Kita „Storchennest“ aktuell verkürzte Öffnungszeiten. Quelle: fotos (3): frank Pechhold
Am Mellensee

Der Hort in Mellensee ist ab Montag dicht. Ersatzweise werden alle Kinder vorübergehend im Sperenberger Hort „Knallbonbon“ betreut. Darüber wurden betroffene Eltern Freitag schriftlich von der Verwaltung informiert.

„Schlimmer kann es gar nicht kommen, als dass man einen Hort zwangsweise schließen muss“, so Tobias Janke, stellvertretender Kreiselternsprecher Teltow-Fläming. „Die Situation ist sehr alarmierend“, sagt der Sperenberger.

Eltern müssen Notlösungen finden

Akuter Personalmangel herrscht in drei Kindereinrichtungen der Gemeinde Am Mellensee. Notfallbetreuung und reduzierte Öffnungszeiten galten bereits diese Woche in beiden Horten und der Saalower Kita „Storchennest“.

Voraussichtlich bis zum 19. Oktober hat die Kita nicht wie gewohnt von 6 bis 17, sondern von 7.30 bis 16 Uhr geöffnet. „Das ist nicht so erfreulich, aber es geht ja allen Eltern so“, meint Sebastian Dochan aus Mellensee. Um seine Tochter später in die Kita bringen zu können, habe er mit seinem Arbeitgeber gesprochen. „Wenn der nicht mitspielen würde, hätte ich ein großes Problem“, so Dochan. Für die frühere Abholung habe man Notlösungen innerhalb der Familie gefunden. Dochan zufolge trage die Gemeinde eine gewisse Mitschuld an der Situation. „Wenn die Eltern schon bereit sind, deutlich höhere Kita-Gebühren als in anderen Orten zu bezahlen, dann sollte wenigsten die Betreuung dauerhaft gewährleistet sein“, so der Saalower Ortsvorsteher Theo Boss (UWG).

Verständnis für Erzieherinnen

Doppelt betroffen ist Sandra Sewitz aus Klausdorf. „Unser Mittlerer geht in den Hort Mellensee und unsere Jüngste in die Kita Saalow“, so die dreifache Mutter. Ihre Arbeitszeiten habe sie den Not-Öffnungszeiten nicht anpassen können. „Mein Arbeitgeber ist darauf nicht eingegangen. Also muss mein Mann ein bisschen mit seiner Arbeitszeit rangieren, um Kinder abholen zu können“. Den Erzieherinnen gebe sie überhaupt keine Schuld an der Misere, sagt Sewitz. Die könnten am wenigsten dafür. „Es ist einfach kein Personal da.“

„Krank ist krank“, zeigt auch die Mellenseerin Daniela Kosubek Verständnis. Ihr Sohn besucht den personell ausgedünnten Hort Mellensee. „Aber dann muss man eine andere Lösung finden.“

Elternbrief der Verwaltung

Wie die Lösung aus Sicht der Verwaltung aussieht, steht in einem Elternbrief. Der Hort Mellensee bleibt vom 15. Oktober bis zum 2. November zu. Ausweich-Betreuung erfolgt im Sperenberger Hort „Knallbonbon“. Ein von der Gemeinde bestellter Bus fährt die von einer Hort-Erzieherin begleiteten Kinder nächste Woche täglich nach dem Unterricht von Mellensee nach Sperenberg. Eltern müssen Vollmachten neu ausfüllen, damit ihre Kinder mit dem Bus nach Sperenberg fahren beziehungsweise allein nach Hause gehen dürfen. Eine Rückbeförderung nach Mellensee gibt es nicht.

In den Oktoberferien fahren keine Busse. Eltern werden deshalb gebeten, vom 22. Oktober bis zum 2. November Fahrgemeinschaften zu bilden. Jugendministerium, Kreis-Jugendamt, Kita-Ausschuss und Gemeindevertretung werden über die anstehenden Maßnahmen informiert. „Wir hoffen, dass nach den Oktoberferien eine Entspannung der Situation erfolgt“, heißt es in dem von der stellvertretenden Bürgermeisterin Christina Richter unterzeichneten Elternbrief. „Wir bedauern sehr, Ihnen solche Unannehmlichkeiten zu bereiten.“

Janke: „Wir haben hier echte Probleme“

„Die Eltern sind frustriert“, so Vize-Kreiselternsprecher Tobias Janke. Laut Gesetz müsste die Kommune das ganze Jahr die Kita-Betreuung sicher stellen. Janke zufolge sollte das Land die Gemeinde stärker unterstützen. Deshalb müssten sich Gemeindevertreter und Verwaltung Am Mellensee viel mehr mit dem Land auseinander setzen. „Wir haben hier echte Probleme.“

Von Frank Pechhold

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