Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Kreisweit erste Kinder-Trauergruppe
Lokales Teltow-Fläming Kreisweit erste Kinder-Trauergruppe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:20 14.02.2019
Ulrike Sieling (l.) und Friederike Schneider koordinieren die Arbeit der ehrenamtlichen Mitglieder des Vereins „Ambulanter Palliativ- und Hospizdienst Luckenwalde“. Quelle: Kerstin Weinert
Luckenwalde

Tod, Trauer, Trost. Wenn Kinder und Jugendliche einen schmerzlichen Verlust erleben, können Familienbegleiter ein Stück Lebensfreude zurückgeben. Der Verein „Ambulanter Palliativ- und Hospizdienst Luckenwalde“ baut derzeit die erste Kinder-Trauergruppe im Landkreis Teltow-Fläming auf. „Der Bedarf für so eine Gruppe ist da“, sagt Friederike Schneider (33) aus Mellensee. Gemeinsam mit der Rangsdorferin Ulrike Sieling (44) treibt sie den Aufbau der Kinder-Trauergruppe voran. Weiter koordinieren beide hauptberuflich die Arbeit der 60 ehrenamtlichen Vereinsmitglieder.

Ein wichtiges Ehrenamt

„Wer Familienbegleiter werden möchte, der sollte in den zurückliegenden zwölf Monaten keinen Trauerfall in der eigenen Familie gehabt haben“, so Schneider. Andernfalls besteht die Gefahr, dass die 100-stündige Ausbildung einiges aufwühlen könnte. Genau das darf nicht sein. „Familienbegleiter sollen nach der Ausbildung gestärkt an ihre Aufgabe gehen.“ Das Ehrenamt verlangt den helfenden Frauen und Männern viel ab. Sie begleiten beispielsweise Kinder in Familien ohne Vater oder Mutter. Wenn ein Elternteil nach kurzer schwerer oder chronischer Krankheit, bei einem tragischen Unfall ums Leben gekommen ist. Wenn plötzlich ein Platz in der Kita-Gruppe leer bleibt, oder der beste Schulfreund nicht mehr im Klassenzimmer sitzt.

Kursbeginn und Kontakt

Der nächste Kurs für ehrenamtliche Familienbegleiter beginnt am 4. März in Luckenwalde. Alternativ ist der Einstieg auch im Juni möglich. Schwerpunkte sind Persönlichkeitsarbeit, Kinder- und Jugendtrauer, Rituale, Entspannung für und mit Kindern.

Bewerbersollten Einfühlungsvermögen, Stabilität, Freude im Umgang mit Kindern, Verständnis und Lebensfreude mitbringen.

Kontakt: Telefon 0 33 71/69 91 77; palliativ-hospiz-luk@gmx.de.

Gelegentlich gab es bereits Anfragen aus Schulen, Kitas oder Familien. Etwa wenn ein Vater oder Mutter an Krebs erkrankt und kurz danach gestorben war. „Momentan unterstützt uns die Kinderhilfe Potsdam bei solchen Anfragen“, sagt Friederike Schneider. „Aber ab dem Spätherbst wollen auch wir so ein zusätzliches Angebot machen.“

Erster Standort soll in Luckenwalde sein

Standort der ersten Kinder-Trauergruppe soll Luckenwalde sein. Dann könnte Zossen folgen. „Bei Bedarf richten wir weitere Gruppen ein“, sagt Schneider. Das hängt auch davon ab, wie viele Familienbegleiter sich dieser Art der einfühlsamen Unterstützung zuwenden. „Wir wollen für den Fall der Fälle professionell aufgestellt sein.“ Meist ist es so, dass Kinder die hinterbliebene Mutter oder den trauernden Vater nicht noch zusätzlich belasten wollen. In so einer Situation kann eine neutrale Person helfen. „Manche Kinder wollen nach dem Tod von Vater oder Mutter gar nicht mehr reden“, schildert Schneider ihre Erfahrungen mit diesem Phänomen. Deshalb wird angehenden Familienbegleitern vermittelt, wie sie Kinder aus so einer tiefen Krise herrausholen können.

Gelegentlich genügt es, dass der Familienbegleiter einfach nur da ist und sich Zeit für die Kinder nimmt. Mit ihnen zum Fußball geht, Eis isst, zuhört, ein Stück normales Leben zurückgibt. Aber natürlich muss er es auch zulassen, wenn die Kinder trauern. Grundlagen dafür sind gute Ausbildung und Bauchgefühl. „Sobald der hinterbliebene Elternteil sagt, dass die Familie keine Begleitung mehr braucht, ziehen wir uns sofort zurück“, so Schneider.

Weitere Informationen unter www.hospizdienst-luckenwalde.de

Von Frank Pechhold

MAZ-Service

Weitere Infos um das Thema Trauer finden Sie auf www.maztrauer.de

Ein 59-Jähriger hat sich am Sonnabend nach einem Unfall bei Alexanderdorf-Kummersdorf unerlaubt vom Unfallort entfernt.

10.02.2019

Eltern aus Niedergörsdorf können Aufatmen. Laut Bedarfsplanung des Landkreises Teltow-Fläming hat die Gemeinde noch genügend Kapazitäten.

10.02.2019

Zum diesjährige Neujahrsempfang der Stadt Luckenwalde waren Erzieher sowie Tagesmütter und -väter eingeladen. 100 Gäste waren der Einladung gefolgt.

13.02.2019