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Teltow-Fläming Hubschrauber und Bodenpersonal testen Sprühwolke
Lokales Teltow-Fläming Hubschrauber und Bodenpersonal testen Sprühwolke
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00:19 27.08.2017
Letzte Absprachen vor dem Hubschrauber-Flug (v. l.): Revierförster Wolfgang Köppe, Pilot Matthias Pauken und Mechaniker Marko Schmidt. Quelle: Elinor Wenke
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Gottow

Seit Tagen kreist ein Hubschrauber des Unternehmens D-HD Heli-Service über Landeswaldflächen bei Gottow. Er fliegt im Auftrag des Julius-Kühn-Institutes und in Zusammenarbeit mit dem Brandenburger Landesbetrieb Forst sogenannte Abdrift-Versuche. Sie dienen wissenschaftlichen Untersuchungen darüber, wie sich die Sprühwolken beim Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln per Hubschrauber ausbreiten.

Der Helikopter mit Pilot Matthias Pauken über der Gottower Wiese. Quelle: Elinor Wenke

„Dazu wird Wasser mit fluoreszierender Farbe gemischt und ausgesprüht“, sagt Mechaniker Marko Schmidt, „die Farbe ist unter Schwarzlicht erkennbar.“ Zwei Hektar Feld- und Waldfläche werden täglich aus zwei verschiedenen Windrichtungen überflogen. Der idyllische windstille Spätsommertag, wie ihn viele am Mittwoch genossen haben, war für die Helikopter-Besatzung eher kontraproduktiv. „Wir brauchen mehr Wind“, sagt Pilot Matthias Pauken, „denn wir testen ja den Grenzfall bei Bedingungen, unter denen wir normalerweise nicht aufsteigen würden.“

Revierförster Wolfgang Köppe und Projektleiterin Nadine Bräsicke untersuchen die Petrischalen. Quelle: Elinor Wenke

Der Helikopter mit 2,5 Tonnen Abfluggewicht setzt sich von einer Wiese neben dem Forsthaus Lindhorst in Bewegung. Anwohner in Gottow und Luckenwalde bekommen von dem brummenden Versuchsobjekt kaum etwas mit. „Wir fliegen so tief wie möglich, etwa zwei bis drei Meter über den Bäumen“, sagt Matthias Pauken. Insgesamt 650 Liter Wasser kann der mittelgroße Hubschrauber an Bord laden, etwa 35 Liter pro Hektar werden versprüht.

Mechaniker Marko Schmidt füllt das Wasser-Farb-Gemisch ein. Quelle: Elinor Wenke

„Der Forstbetrieb stellt das Wasser, die Flächen und die Infrastruktur zur Verfügung“, berichtet Marek Rothe, Leiter der Landeswaldoberförsterei Belzig. „Wir haben extra einen Hektar Wiese als Hubschrauberlandeplatz gemäht, Wege abgesperrt und Wald- und Ackerfläche vorgehalten“, erklärt Revierförster Wolfgang Köppe vom Revier Lindhorst. In der Gottower Agrargenossenschaft „Laprog“ habe man einen kooperativen Partner. Die Wiesenfläche ist zudem als Feldflugplatz angemeldet.

An den überflogenen Flächen haben indes 14 Mitarbeiter des Julius-Kühn-Institutes für zwei Wochen ihre Zelte aufgeschlagen. Das Institut untersteht dem Bundeslandwirtschaftsministerium und untersucht das Verhalten von Pflanzenschutzmitteln zur Bekämpfung von Kronenschädlingen aus der Luft.

So wenig wie möglich soll am Boden ankommen

„Wir führen Abdrift- und Expositionsversuche durch“, sagt Projektleiterin Nadine Bräsicke. „Das heißt, wir messen und werten aus, wie viel ausgesprühtes Mittel auf dem Boden oder außerhalb der Bekämpfungsflächen ankommt“, erklärt sie. Dazu wurden rund 150 Petrischalen im Wald und auf dem Feld positioniert und regelmäßig das angesammelte Farbwasser gemessen. Ziel sei, dass möglichst viel auf den Kronen und so wenig wie möglich am Boden ankommt, um andere Organismen nicht zu schädigen. Laut Bräsicke fliegt der Hubschrauber optimalerweise bei Windgeschwindigkeiten von rund 15 km/h.

In Zusammenarbeit mit dem Institut für Anwendungstechnik leiten Nadine Bräsicke und ihr Team dann Anforderungen für Abstand, Temperatur und weitere Richtlinien für die Luftfahrzeuge ab. Das Projekt kostet eine fünfstellige Summe und dauert noch bis zum Freitag.

Von Elinor Wenke

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