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Hunde und Katzen im Feiertagsstress

Vorsicht bei Lametta Hunde und Katzen im Feiertagsstress

Was für den Menschen toll aussieht, kann für die Katze tödlich enden: Weihnachtsdeko. Hunde hingegen plagen sich vor allem in der lauten Silvesternacht – oder nach einem vom Herrchen sicher gut gemeinten Stück Gans vom Festtagstisch. Eine Tierärztin gibt Tipps, wie Bello und Co. die Feiertage dennoch bestens überstehen.

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Hunde sollten den Jahreswechsel fernab vom Lärm erleben.

Quelle: Dpa

Dahmeland-Fläming. Für viele Menschen sind Weihnachten und der Jahreswechsel die schönste Zeit, für die Tiere bedeutet das häufig Stress pur. Der Tierschutzverband Aktion Tier, der auch das Tierheim in Zossen betreibt, und andere Experten empfehlen desh

„Hunde sind an die lauten Geräusche nicht gewohnt, denn Silvester fällt ja nicht immer in die Prägezeit“, sagt Stefanie Curs, die in der Hundepension „Pro-Dog“ in Blankenfelde-Mahlow arbeitet und gerade jetzt viel zu tun hat. „Etliche Leute bringen ihre Hunde über Silvester zu uns, weil wir weit außerhalb der Stadt sind und es kaum Lärm gibt.“ Mit der Prägezeit sind die ersten 16 Wochen im Leben eines Welpen gemeint. Wenn Silvester nicht in diese Phase fällt, kann die Expertin Hundebesitzern spezielle Lärm-CDs empfehlen. Darauf sind verschiedene Lärm-Szenarien versammelt, unter anderem Silvester-Böller, die man dem Tier vorspielen kann, um es so an die bevorstehende Nacht zu gewöhnen.

„Besser ist es, mit dem Hund schon in den Wochen vor Neujahr zu trainieren“, rät Tina Hölscher, Tierärztin von Aktion Tier. „Geben Sie Ihrem Schatz ein Leckerli und ein Helfer lässt in einiger Entfernung zeitgleich einen Luftballon platzen“, beschreibt die Veterinärin eine leicht durchzuführende Erziehungsmaßnahme. Auf diese Weise assoziiert der Hund den Knall mit einem angenehmen Geschehen. Statt Angst rückt im besten Fall freudige Erregung in den Vordergrund.

Den Hund irgendwo hinbringen, wo er vom Silvesterlärm verschont wird, dies empfiehlt Ilse-Maria Bischoff, die seit 20 Jahren eine Praxis für Kleintiere in Deutsch Wusterhausen leitet. „Es gibt sogar Feriensiedlungen, wo Knallen verboten ist und wo dann Leute mit ihren Tieren hinfahren“, sagt sie. Wer diese Möglichkeit nicht hat, sollte das Tier möglichst in einem geräuscharmen Raum unterbringen und diesen abdunkeln. Auch das Zusammensein mit einem Artgenossen oder einem anderen Tier, das die Silvesterknallerei erfahrungsgemäß gelassener nimmt, kann dem verängstigten Hund helfen. Die Firma „Adaptil“ stellt spezielle Halsbänder mit Pheromonen her, die den Hund beruhigen.

Und vor noch etwas warnt die Fachtierärztin ausdrücklich: „Passen Sie bloß auf mit dem Weihnachtsteller.“ Wenn der Vierbeiner davon heimlich nascht, können schlimme Magen-Darm-Verstimmungen oder Bauchspeisedrüsenentzündungen die Folge sein. Gut gemeint ist sicherlich auch ein Happen Gans vom Festtisch – mit der gleichen für Hunde unangenehmen Folge. „Etwas mehr Zuwendung, ein nettes Wort oder ein längerer Spaziergang sind für den Hund besser als Weihnachtsessen“, rät Ilse-Maria Bischoff.

Tierbesitzer sollten ebenso ein Auge auf ihre Samtpfoten behalten. „Katzen spielen gerne mit Weihnachtsdeko, das hängt, das glitzert, das finden die super. Die turnen richtig im Baum rum“, sagt Ilse-Maria Bischoff. Zum Problem wird dies, wenn Katzen Lametta oder andere Deko runterschlucken. „Das kann zu einer Verstopfung im Magen-Darm-Trakt führen“, erklärt die Tierexpertin. Wer sieht, dass die Katze gerade etwas gefressen hat, sollte sofort den Tierarzt verständigen. Denn innerhalb einer Stunde kann man das Tier noch erbrechen lassen, erklärt die Expertin aus Königs Wusterhausen. Wenn sich die Katze zurückzieht, allgemein unwohl fühlt und nicht frisst, können dies Anzeichen von Fremdkörper-Verschlucken sein. Auch blutiges Erbrechen oder Fieber sind Alarmsignale. Dann muss der Tierarzt aufgesucht werden.

Wenn es nicht gelingt, Dekoartikel vor ihrem Weg in den Darm zu entfernen, muss das Tier operiert werden – sonst stirbt es. Davor warnt der Tierschutzverein Aktion Tier ausdrücklich. Um der Katze Leiden im Vornerein zu ersparen, rät Ilse-Maria Bischoff: „Man sollte die Tiere nicht unbeaufsichtigt beim Baum lassen. Und Dekoartikel wählen, die groß und stabil sind und deshalb nicht verschluckt werden können.“

Von Anne-Kathrin Fischer

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