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Hungrige Wölfe reißen sechs Ziegen

Kemnitz Hungrige Wölfe reißen sechs Ziegen

Schon wieder haben Wölfe in Teltow-Fläming zugeschlagen: Auf einer Weide in Kemnitz bei Luckenwalde wurden sechs Ziegen getötet. Ein Rissgutachter hat die Wolfsbeteiligung mit großer Wahrscheinlichkeit bestätigt. Die Halterin ist fassungslos. Sie nahm die Ziegen einst auf, um sie vor dem Schlachter zu bewahren.

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Wölfe haben schon wieder Weidetiere in der Region gerissen.

Quelle: dpa

Kemnitz. Hungrige Wölfe haben wieder im Raum Luckenwalde zugeschlagen. Sechs tote Ziegen, die von einer Kemnitzerin einst vor dem Schlachter bewahrt wurden, gehen auf ihr Konto.

Schock am Morgen bei der Fütterung

Als die Tierfreundin den Ziegen am Donnerstagmorgen Futter bringen wollte, bot sich ihr ein Bild des Schreckens. Alle waren tot und lagen verstreut auf der eingezäunten Wiese. Die Frau, die ihren Namen nicht nennen möchte, kann kaum sprechen, wenn sie daran nur denkt. Tränen laufen ihr übers Gesicht. All ihren Ziegen hatte sie liebevolle Kosenamen gegeben. Sie sollten es bis an ihr Lebensende auf ihrem Hof gut haben. Stattdessen liegen sie nun durch Kehlbisse getötet ausgeblutet auf der Wiese. Ein Ziege wurde in Richtung Hof gezerrt und blieb mit aufgerissenem Körper liegen.

Vor wenigen Wochen erst hatten Wölfe im Trebbiner Ortsteil Kliestow vier Schafe und eine Ziege gerissen und für Angst und Schrecken gesorgt. Seitdem sind die Wölfe wiederholt auf das Grundstück gekommen, wie die Spuren ergaben.

Forderung nach Maßnahmen gegen Wölfe

„Ich gehe davon aus, dass es sich in Kemnitz um mehrere Wölfe gehandelt hat“, sagt Winand Jansen, Vorsitzender des Kreisjagdbeirates. Er hat sich in seinem Wohnort in Kemnitz das Massaker der Wölfe angeschaut. „Die haben in ihrem Blutrausch bis zur letzten Ziege alles platt gemacht“, sagt Jansen. Er ist der Ansicht, dass langsam etwas gegen Wölfe unternommen werden müsse. Wölfe wüssten längst, dass vom Menschen keine Gefahr ausgeht, deshalb sei die Politik gefragt.

Winand Jansen, Vorsitzender des Kreisjagdbeirates, fordert Maßnahmen gegen Wölfe

Winand Jansen, Vorsitzender des Kreisjagdbeirates, fordert Maßnahmen gegen Wölfe.

Quelle: Margrit Hahn

„Mich würde interessieren, wie viele Wölfe die Region verträgt“, sagt Jansen. Wenn nicht langsam dagegen gesteuert werde, würden sich die Übergriffe häufen. Die Wolfspopulation würde sich Jansen zufolge alle drei Jahre verdoppeln. „Der Wolf lebt nicht von Radieschen“, fügt er zynisch hinzu. Ein ausgewachsener Wolf brauche drei bis vier Kilogramm Fleisch am Tag. Für Jansen steht fest, wenn es für die Wölfe schwieriger wird, Wild zu finden, suchen sie sich Haustiere, die meist leichte Beute sind. Da lässt er sich auch von einem Elektrozaun wie in Kemnitz kaum aufhalten.

Rissgutachter bestätigt Wolfsbeteiligung

Dort war am Donnerstag auch ein Rissgutachter vor Ort, der Spuren sicherte und alles maß. Um die toten Tiere muss sich die Besitzerin selbst kümmern und dafür Sorge tragen, dass die Kadaver möglichst schnell von ihrem Grundstück kommen. „Ansonsten besteht die Gefahr, dass die Wölfe in der nächsten Nacht wiederkommen“, sagt Jansen. Die Kemnitzer Tierliebhaberin trägt nicht nur den emotionalen, sondern auch den finanziellen Schaden. Ob es eine Entschädigung gibt, wird sich zeigen.

Schafe und Ziegen sind besonders leichte Beute für Wölfe

Schafe und Ziegen sind besonders leichte Beute für Wölfe.

Quelle: dpa

Wie Thomas Frey vom Landesumweltamt auf MAZ-Anfrage mitteilt, hat die Tierhalterin (Hobbyhaltung) aus Kemnitz über die Risshotline am Donnerstagmorgen sechs tote Ziegen auf einer 0,1 Hektar großen Weide gemeldet. Der benachrichtigte Gutachter fand sechs tote Ziegen vor, davon zwei männliche und vier weibliche Tiere. „Nach der Inaugenscheinnahme durch den Gutachter scheint eine Wolfsbeteiligung wahrscheinlich. Proben für eine genetische Untersuchung wurden genommen“, so Frey. Die letzte Meldung, die beim Landesumwelt aus der Region einging, war die aus Kliestow.

Von Margrit Hahn

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