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Teltow-Fläming Ich bin dann mal deutsch
Lokales Teltow-Fläming Ich bin dann mal deutsch
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05:25 19.08.2016
Jane Davison mit Landrätin Kornelia Wehlan, der Sachbearbeiterin für Einbürgerung, Alexandra Bernhardt (v.l.), und ihrer Einbürgerungsurkunde. Quelle: Margrit Hahn
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Dahmeland-Fläming

Für Jane Davison wird der Donnerstag dieser Woche immer ein ganz besonderes Datum bleiben, vergleichbar vielleicht mit dem eigenen Geburtstag, dem Hochzeitstag oder dem Geburtstag eines Kindes. Es war der Tag, an dem Davison, geboren vor 53 Jahren im südenglischen Cheltenham und seither britische Staatsbürgerin, zur Deutschen wurde.

Hintergrund

Geregelt ist die Einbürgerung im Staatsangehörigkeitsgesetz, das in seiner Urfassung seit 1913 Bestand hatte und im Jahr 2000 erstmals grundlegend überarbeitet wurde.

Darin sind mehrere Wege genannt, wie die deutsche Staatsangehörigkeit erreicht werden kann. Die wesentlichen:


Geburt: Wenn ein Elternteil die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt, erwirbt auch das Kind bei der Geburt automatisch die deutsche Staatsbürgerschaft.

Adoption: Nimmt ein Deutscher ein ausländisches Kind an, bekommt das Kind einen deutschen Pass.

Einbürgerung: Ausländer, die seit acht Jahren oder länger im Land leben, können einen Antrag auf Einbürgerung stellen. Auf diesen Antrag hin kann er eingebürgert werden, wenn kein Ablehnungsgrund vorliegt.

Sie hatte aus diesem Anlass einen schwarzen Rock und eine schwarz-weiße Bluse angezogen, hatte sich die Haare machen lassen und eine hübsche Kette umgehängt und war mit ihrem Mann und ihren zwei Söhnen aus Zossen ins Landratsamt nach Luckenwalde gefahren. Als Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) sie dort schließlich zum Gelöbnis bat, erhob sich Jane Davison, versprach das Grundgesetz zu achten, und nahm anschließend einen Blumenstrauß und ihre Einbürgerungsurkunde in Empfang. Knapp zehn Minuten dauerte die Prozedur.

Im vorigen Jahr sind so oder ähnlich im Land Brandenburg 858 Menschen eingebürgert worden. Das sind etwas mehr als im Jahr 2014 und gleichzeitig die höchste Zahl seit der Reform des Staatsangehörigkeitsrechts im Jahr 2000. Brandenburger werden steht offenbar bei Ausländern hoch im Kurs. In der Dahmeland-Fläming-Region leben 132 dieser Neudeutschen. Knapp die Hälfte, 64, wurden im vergangenen Jahr in Dahme-Spreewald eingebürgert, vier mehr in Teltow-Fläming.

Langes Verfahren

Wer eine Urkunde und einen deutschen Pass bekommen will, muss allerdings einige Voraussetzungen erfüllen und ein zum Teil Jahre währendes Verfahren durchlaufen. Dauer und Bedingungen sind dabei von Fall zu Fall verschieden. „Es gab mal einen brasilianischen Fußballer (Paolo Rink, d. Red.), der auf Wunsch des deutschen Bundestrainers eingebürgert wurde. Das ging dann damals sehr schnell“, erinnert sich Jan Bolduan von der Ausländerbehörde Teltow-Fläming. Tatsächlich spielte der gute Mann damals gerade erst ein Jahr in Deutschland, sein einziger sonstiger Bezug zum Land war sein deutscher Urgroßvater, der Anfang des 20. Jahrhunderts ausgewandert war. Wenn der Staat ein Interesse an der Einbürgerung hat, sei so etwas möglich. In der Regel leben die Ausländer, die sich einbürgern lassen, aber bereits acht Jahre oder länger in Deutschland. Sie haben deutsche Schulen besucht oder Integrationskurse absolviert, sie haben einen Arbeitsplatz und sind gesellschaftlich integriert. Die Gründe für den Wechsel seien persönlicher, wirtschaftlicher oder auch politischer Natur, so Bolduan.

Wie lange das Verfahren letztlich dauert, hänge von der Herkunft, von externen Einflüssen und auch vom Verhalten der Antragsteller ab. Bei Antragstellern aus EU-Ländern gehe es zumeist schneller als bei anderen. Jane Davison etwa kann sich nicht über eine lange Verfahrensdauer beklagen. Sie hat den Antrag erst im Juni gestellt, die Bearbeitung hat zwei Monate gedauert. Und auch Petya Kancheva, eine 29 Jahre alte Bulgarin, die gemeinsam mit ihr am Donnerstag eingebürgert wurde, musste nicht länger auf ihre Einladung zur Landrätin warten.

Brandenburgweit kommen die meisten Ausländer, die die deutsche Staatsangehörigkeit annehmen, aus der Ukraine (127), knapp dahinter liegen Polen (112) und Vietnam (103). In der Dahmeland-Fläming-Region liegt zudem Russland recht weit vorn. Eine Zunahme von Anträgen britischer Staatsbürger lasse sich übrigens trotz des Unmuts vieler Auslands-Briten über die Brexit-Entscheidung in ihrem Land bisher nicht beobachten, sagt Jan Bolduan. Auch Jane Davisons Entscheidung hatte mit dem Brexit nichts zu tun. „Ich lebe seit 20 Jahren in Deutschland und habe irgendwann für mich entschieden, dass dieses Land meine Heimat ist und dass ich bleiben will“, sagt sie. Ihr ältester Sohn ist bereits Deutscher, ihr Mann und ihr jüngerer Sohn wollen es ihr gleich tun.

Gratulation vom Sohn

Bei ihrem Mann Peter hapert es derzeit allerdings noch etwas an der Sprache, was für das Verfahren ein Problem ist. Wer Deutscher werden will, muss nicht nur einen Einbürgerungstest mit Fragen zu deutscher Geschichte, Rechts- und Gesellschaftsordnung bestehen, sondern auch Sprachkenntnisse nachweisen. Für Jane Davison, die ihren britischen Pass behält, war das ein Leichtes. Sie ist Sprachlehrerin, unterrichtet Englisch an der Volkshochschule in Zossen, ihr Deutsch ist ausgezeichnet. Noch besser ist das ihres Sohnes. Der war acht Wochen, als sie damals nach Zossen zogen. Am Donnerstag umarmte er sie zur Gratulation – und sagte, er sei in diesem Moment wahnsinnig stolz auf seine Mutter.

Von Oliver Fischer

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