Volltextsuche über das Angebot:

21°/ 13° Regenschauer

Navigation:
„Ich habe schlimmere Reaktionen befürchtet“

Immobiliennachfrage in Wünsdorf bleibt gut „Ich habe schlimmere Reaktionen befürchtet“

Die Immobilien-Nachfrage ist gleichbleibend gut, obwohl es seit eine Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge und Asylbewerber in Wünsdorf gibt. So schätzt EWZ-Geschäftsführerin Birgit Flügge die Situation ein. Ihre Aufgabe ist es, Grundstücke und Gebäude in der einst von den sowjetischen Streitkräften hermetisch abgeriegelten „verbotenen Stadt“ zu vermarkten.

Voriger Artikel
Bildungsminister besucht Sportpark
Nächster Artikel
Widerstand gegen die nächsten Umzugspläne

Das sogenannte „weiße Haus“ (links) ist nur 30 Meter von der Erstaufnahmeeinrichtung in Wünsdorf entfernt.

Quelle: Fotos: Frank Pechhold (2)
Birgit Flügge

Wünsdorf. Birgit Flügge

Quelle: Pechhold

Werbung von Investoren für die einst von den Russen in der „verbotenen Stadt“ Wünsdorf genutzten Gebäude und Flächen: Darum kümmert sich Birgit Flügge, Geschäftsführerin der Entwicklungsgesellschaft Waldstadt Wünsdorf/Zehrensdorf (EWZ), seit 14 Jahren.


MAZ:
Viele der zu vermarktenden Objekte liegen ganz in der Nähe der landeseigenen Erstaufnahmestelle für Flüchtlinge und Asylbewerber. Werden potenzielle Geldgeber davon abgeschreckt?

Birgit Flügge: Ganz ehrlich gesagt habe ich schlimmere Reaktionen befürchtet . . .

. . . nachdem das Land im Juni 2015 offiziell bestätigte, was die Spatzen schon lange von den Dächern gepfiffen hatten: In Wünsdorf entsteht eine Erstaufnahmestelle.

Flügge : Sicher hat das bei dem einen oder anderen Käufer, der im Vorfeld größere Bestände erworben hatte, zu Verzögerungen in der Umsetzung der Bauvorhaben geführt. Aber wegen der Erstaufnahmestelle hat dennoch keine große Trendwende bei der Nachfrage nach Immobilien eingesetzt. Das freut mich natürlich.

Wie sieht die EWZ-Bilanz 2015 aus?

Flügge: Da haben wir 78 000 und damit sogar rund 5000 Quadratmeter mehr als 2014 verkauft. Selbst nach der Standortenscheidung für die Erstaufnahmestelle wurden in nicht allzu großer Entfernung zwei alte Kasernengebäude veräußert, in denen Angaben des Investors zufolge 140 Wohnungen geplant sind. Wir gehen davon aus, dass 2016 und 2017 insgesamt 470 Wohnungen in von uns verkauften Gebäuden entstehen.

Das „Weiße Haus“ wurde im April 2014 an einen russischen Investor verkauft. Seitdem hat sich nichts getan. Mittlerweile gehört das denkmalgeschützte Objekt dem Hannoveraner Immobilien-Konzern Dolphin Trust, der den Investitionsbedarf auf mindestens 20 Millionen Euro beziffert.Was wird aus dem ehemaligen Stabsgebäude der sowjetischen Streitkräfte, das nur 30 Meter Luftlinie von der Erstaufnahmestelle entfernt liegt?

Flügge: Ursprünglich waren dort Eigentumswohnungen im gehobenen Preissegment geplant. Sogar von einem Hotel war im ersten Konzept die Rede. Ende vorigen Jahres hatte ich noch mal ein Gespräch mit dem Käufer. Da erhielt ich die Auskunft, man müsse wegen der Erstaufnahmestelle die alten Pläne überdenken und möglicherweise neue entwickeln. Wobei auch für Dolphin Trust die im Kaufvertrag vereinbarte Klausel gilt, innerhalb von drei Jahren eine bestimmte Summe in das „Weiße Haus“ zu investieren, damit es nicht als Ruine stehen bleibt. Andernfalls könnte der Kaufvertrag rückabgewickelt werden. Das ist aber wirklich das einzige Objekt, wo ich so etwas befürchte. Für alle anderen verkauften Plattenbauten und Kasernengebäude, in denen Wohnungen entstehen sollen, sehe ich diese Gefahr nicht, obwohl auch die nicht weit von der Erstaufnahmeeinrichtung entfernt sind.

Genau gegenüber wartet auf der anderen Straßenseite das ehemalige Haus der Offiziere noch immer auf einen Käufer.

Flügge: Das ist mit Abstand das markanteste Objekt an der Hauptallee. Dafür gab es immer mal wieder Interessenten. Wobei das Nutzungsspektrum seit der Eröffnung der Erstaufnahmestelle sicher noch mal weiter eingeschränkt ist. Denkbar wäre beispielsweise eine Reha-Klinik. Eine gehobene Wohnnutzung oder ein Luxushotel dürften problematisch werden. Dieses Gebäude ist aber sowieso schwierig zu vermarkten. Und das hat nichts mit der Erstaufnahmestelle zu tun. Es gibt eben nicht all zu viele Investoren, die in der Lage sind, so viel Geld in die Hand zu nehmen, um so ein Objekt zu erwerben und sanieren.

Wie viele Immobilien befinden sich im Bestand der EWZ?

Flügge: Wir wollen 234 von ursprünglich rund 538 Hektar und etliche sanierungsbedürftige Gebäude vermarkten.


Von Frank Pechhold

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Wer soll das MAZ-EM-Orakel werden?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg