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„Ich hätte auch den Wölfen geschadet“

Wildpark Johannismühle „Ich hätte auch den Wölfen geschadet“

Der Geschäftsführer des Wildparks Johannismühle, Julian Dorsch, hat in dieser Woche erst mit einer Pressemitteilung das Landwirtschaftsministerium angegriffen. Einen Tag später hat er in einem offenen Brief an Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger seine Kritik wiederholt. Im Interview erklärt er seine Gründe.

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Julian Dorsch

Baruth. Julian Dorsch, Geschäftsführer des Wildparks Johannismühle, über seine Kritik am Landwirtschaftsministerium.

Sie haben zweimal gegen den Landwirtschaftsminister geschossen, es ging um einen Wolfszaun für den Wildpark. Warum?

Nach zwei Rissen hat uns der Minister Geld für einen neuen Zaun zugesichert. Dann hieß es, dass wir einen Förderantrag einreichen sollen. Der Formulierungsvorschlag, den man uns nach einigem Hin und Her geschickt hat, sah aber so aus, dass wir wahrheitswidrige Angaben machen sollten. Für mich riecht das nach Betrug. Deshalb bin ich an die Öffentlichkeit gegangen.

Ging das nicht am Telefon?

Grundsätzlich schon. Im Ministerium funktioniert das aber nicht. Entweder bekomme ich gar keine Rückmeldung oder ich werde unter Druck gesetzt. Beim letzten Telefonat hieß es, ich solle mich kooperativ zeigen, wenn ich den Zaun haben will. Aber wenn ich dem Vorschlag gefolgt wäre, hätte ich mich nicht nur strafbar gemacht, sondern auch den Wölfen geschadet.

Inwiefern?

Ich sollte den Antrag damit begründen, dass unserer Zaun bei einem Wolfsangriff zerstört wurde. Der Zaun ist aber intakt, er hält nur keine Wölfe ab. Wenn ich nun behaupte, dass Wölfe den Zaun zerstört haben, geht eine Schadenssumme von 35 000 Euro in die Statistik der Wolfsschäden ein. Das liefert nur den Wolfgegnern Futter.

Aber fürchten Sie nicht, dass Ihre Kritik dem Wildpark schadet?

Das ist nicht der Punkt. Das Land Brandenburg ist zum Herdenschutz verpflichtet. Es muss die Schutzzäune fördern, tut es aber derzeit nicht.


Von Oliver Fischer

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