Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Teltow-Fläming Ideal der Einfachheit
Lokales Teltow-Fläming Ideal der Einfachheit
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:50 22.06.2016
Der Bürgertreff auf dem Fontaneplatz in Königs Wusterhausen wurde vor zwei Jahren eröffnet. Am Sonntag werden Architekten und Landschaftsplaner das Konzept erläutern. Quelle: Oliver Hein
Anzeige
Königs Wusterhausen/Baruth

Etwas Kleines, Bescheidenes und Nettes sei da entstanden, sagt Thomas Näther über die neu gebaute Scheune, die im vergangenen Spätsommer auf dem Weinberg in Baruth eröffnet wurde. Der Architekt wird am Sonntag dort sein, um das zwar schlichte, aber doch außergewöhnliche Gebäude interessierten Besuchern vorzustellen. Denn es ist mal wieder Tag der Architektur, der jährlich am letzten Sonntag im Juni bundesweit veranstaltet wird. Diesmal wurden von der Brandenburgischen Architektenkammer dafür aus der Region Dahmeland-Fläming zwei Objekte ausgewählt: Der Bürgertreff auf dem Fontaneplatz in Königs Wusterhausen und eben die Weinbergscheune „Goldstaub“ in Baruth.

Toller Ausblick auf die Reben

Diese bietet Stauraum für Arbeitsgeräte, eine kleine Küche, Toiletten und einen Aufenthaltsraum für die Helfer des Weinbauvereins. Sie thront oben auf dem Berg, von wo sich ein toller Ausblick auf die Reben bietet. Die Betongiebel, die die Satteldachform andeuten, wurden direkt vor Ort gegossen, die Dachrinnen verschwinden in den Dachüberständen. Details, die Thomas Näther zeigen wird, wenn er am Sonntag von 13 bis 18 Uhr als Ansprechpartner vor Ort ist. Ebenso wie die Landschaftsarchitekten Ragna Haseloff und Horst Heinisch vom atelier 8 aus Baruth. Beide sind auch im Verein „i-Ku – Institut zur Entwicklung des ländlichen Kulturraums" engagiert, der den Mühlenberg als Weinstandort wiederbelebt hat.

So modern die Scheune auch ist, sie greift ganz traditionelle Details auf, die typisch für die Region sind. Das kommt bei Näther nicht von ungefähr: Seit frühester Kindheit ist ihm die Region vertraut, denn er ist unter anderem in Baruth aufgewachsen. Heute lebt er nicht nur in Berlin, sondern auch unweit Baruths. Schon lange sind er und die Baruther Hobbywinzer befreundet, wenn Näther über die Scheune spricht, spürt man: Da ist viel Herzblut dabei, bei allen Beteiligten.

Alles möglichst simpel

Möglichst simpel, das war auch ein wichtiges Kriterium für den Bürgertreff auf dem Fontaneplatz in Königs Wusterhausen. „Eine besondere Herausforderung war, dass wir es dort mit sehr vielen Nutzervertretern zu tun hatten“, erklärt Christian Keller, einer der Architekten. Die ursprüngliche Planung hatte der Eichwalder Hans-Joachim Rönisch gemacht, um dann die vielen unterschiedlichen Interessen der zahlreichen künftigen Nutzer des Bürgertreffs zu vereinen, wurden außerdem Bärbel Kannenberg aus Wittstock und Christian Keller aus Cottbus dazu geholt.

Ein Standortwechsel wurde empfohlen, denn zunächst sollte die Stelle einer früheren Kaufhalle bebaut werden. Nun ist der im Jahr 2014 eröffnete Bürgertreff näher an die Straße herangerückt. „Ein sehr einfacher Baukörper, der sehr transparent ist“, sagt Keller. Es gibt einen großen Veranstaltungsraum mit Trennwand, Funktionsräume, eine Stadtteilküche im Eingangsbereich und ein Büro. „Die schlichte Struktur wurde ins Äußere übertragen“, sagt er über die Gestaltung des Außenbereichs, in dem es den Kinderspielplatz und einen Küchengarten gibt.

Christian Keller ist auch Vizepräsident der brandenburgischen Architektenkammer. „Der Tag der Architektur wird aus unserer Erfahrung sehr gut angenommen“, sagt er, „denn das ist eine tolle Gelegenhe


Im gesamten Land Brandenburg werden am Sonntag 38 Bauwerke vorgestellt. Alle sind innerhalb der vergangenen drei Jahre fertig gestellt worden. Auch spannende Umbauprojekte historischer Bauten sind dabei. Alle durch die Architektenkammer ausgewählten Objekte öffnen zwischen 13 und 18 Uhr, jeweils für 13, 15 und 17 Uhr sind Rundgänge durch die Planer und Bauherren vorgesehen.

Dass womöglich die deutsche Fußballmannschaft am Sonntagnachmittag im Achtelfinale der Europameisterschaft antreten muss, macht Keller Sorge, denn dann könnten die erhofften Besucherzahlen geringer ausfallen. Was für den Bürgertreff sehr schade wäre, denn nicht nur er selbst wird kommen, auch die anderen beteiligten Architekten werden erwartet, zudem Julia Lösse oder Oliver Haag vom Berliner Landschaftsarchitekturbüro locodrom, die die Außenanlagen gestalteten.

In Baruth sieht man das mit dem Fußball entspannt, da an dem Wochenende ohnehin das Baruther Urstromtal bei einer 48-Stunden-Aktion des Verkehrsverbunds Berlin-Brandenburg großes Ausflugsziel zahlreicher Besucher wird, die alle auch auf dem Weinberg vorbeischauen werden. „Man wird auch einen Wein kosten können“, lädt Thomas Näther ein.

Info: Das komplette Programm zum Tag der Architektur im Land Brandenburg: www.ak-brandenburg.de

Von Karen Grunow

Kathrin Schneider (SPD), Bauministerin Brandenburgs, hat am Dienstag einen Zuwendungsbescheid für das Netzwerk „Soziale Stadt“ in Höhe von 50 000 Euro überreicht. Zu den Städten, die im Förderprogramm aufgenommen sind, gehören unter anderem auch Luckenwalde und Jüterbog.

22.06.2016

Nur die wenigsten sind in Kaltenborn (Teltow-Fläming) noch echte Kirchengänger. Das Engagement der Dorfbewohner für ihr Gotteshaus ist dennoch ungebrochen. Begonnen hatte alles mit der Rettung der maroden Turley-Orgel von 1824. Seitdem haben vor allem Privatleute der kleinen Kirche zu neuem Glanz verholfen.

22.06.2016

Mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte für Asylbewerber fällt für den Landkreis ein erheblicher Verwaltungsaufwand weg. Außerdem übernimmt das Land die Kosten für die Krankheitsbehandlung. Jetzt muss der Kreistag nur noch der Rahmenvereinbarung mit den Krankenkassen beitreten.

22.06.2016
Anzeige