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Ifa-Gebäude wird wohl doch kein Flüchtlingsheim

Stadt und Kreis auf Distanz zu neuem Standort Ifa-Gebäude wird wohl doch kein Flüchtlingsheim

Baufirmenchef Jan-Rudolf Ihle brauchen der Kreis TF und die Stadt Ludwigsfelde zu lange für eine Entscheidung zum Flüchtlingsheim-Ausbau, ein Bankkredit läuft ab. Ihle wollte mit seiner Firma das leerstehende ehemalige IFA-Kombinatsgebäude sanieren. Doch Kreis und Stadt halten das für eine Ver-schlechterung gegenüber dem jetzigen Heim Birkengrund.

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Um dieses Haus geht es als Alternative zum Flüchtlingsheim Birkengrund: das alte IFA-Chefgebäude.

Quelle: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde. Der Investor, der in Ludwigsfelde das IFA-Gebäude zu einem Flüchtlingsheim ausbauen will, macht Druck: Jan-Rudolf Ihle, Geschäftsführer der Berliner Baufirma Rima, sagt: „Mir sitzen Zeit und Geld im Nacken, eine Bank hält ihr Kreditgebot nicht ewig aufrecht.“ Ergäben sich jetzt in Berlin neue Projekte, könne er nicht mehr warten. Rima wurde in Berlin mit Plattensanierungen großen Stils bekannt, derzeit steht in Siethen ein Sanierungsblock kurz vor dem Einzug der Mieter. Rima wollte das ehemalige IFA-Gebäude an der Kreuzung Brandenburgische/Straße der Jugend ausbauen, weil die Stadt Ludwigsfelde 2017 ein neues Flüchtlingsdomizil braucht.

Das bisherige Heim im Birkengrund mit derzeit 180 Bewohnern steht an einer Stelle, wo die Stadt mit dem Gebiet Eichspitze weitere Industrie ansiedeln will. Der verstorbene Bürgermeister Frank Gerhard (SPD) hatte darüber mit dem Kreis verhandelt. Nun scheint sich die Situation geändert zu haben. Kreis und Stadt sahen sich die im Frühjahr bekanntgewordene Alternative mit dem IFA-Grundstück inzwischen genau an, beide sehen darin eine Verschlechterung gegenüber dem jetzigen Heim. Das Grundstück ist nicht nur kleiner und hat weniger Platz für Außenanlagen, auch der Lärm wäre nicht weniger als im Birkengrund. Zudem ist die viel befahrene Kreuzung vor der Tür eine Gefahr. Deshalb bahnt sich ein Umdenken bei den Behörden an, zumal Flüchtlinge wegen der unerwartet großen Zahl inzwischen fürs Erste auch in Gewerbegebieten untergebracht werden dürfen.

Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) sagt: „Wir arbeiten an einer Entscheidung und sind genau wie alle Beteiligten an einer schnellen Lösung interessiert, deshalb stehen wir in engem Kontakt zur Stadt. Doch zuerst müssen wir die Menschen, die jetzt Woche für Woche ankommen, menschenwürdig unterbringen.“ Ihre Stellvertreterin Kirsten Gurske erklärt, warum die Entscheidung nicht so schnell gefällt werden kann, wie sich das der Unternehmer wünscht: „Wir haben in Ludwigsfelde eine Flüchtlingseinrichtung auf einer kreiseigenen Liegenschaft. Das IFA-Gebäude setzt eine Investition voraus, die erst mal gestemmt werden muss.“ Außerdem kämen auf Mittelzentren wie Ludwigsfelde noch weitere Anforderungen zu, wenn die gegenwärtigen Flüchtlingszahlen noch steigen, so Gurske. Der stellvertretende Ludwigsfelder Bürgermeister Wilfried Thielicke, vor allem zuständig für Wirtschaftsförderung, sagt: „Wenn die Entwicklung des Industriegebietes nicht eingeschränkt würde, sind auch wir dafür, das Heim dort zu lassen.“ Gegenwärtig gehe es zur Entwicklung des Industrie- und Gewerbegebietes Eichspitze um Verträge mit dem Vorhabenträger. Deshalb werde eine Entscheidung zum Flüchtlingsheim erst im Laufe des nächsten halben Jahres fallen.Das ist für Investor Ihle zu lange. Das sei sehr kritisch, sagte er. „Darüber muss ich gründlich nachdenken“.

Von Jutta Abromeit

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