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Illegale Müllentsorgung auf dem Kasernengelände

Blankenfelde Illegale Müllentsorgung auf dem Kasernengelände

Unter den Augen von dutzenden Bewohnern einer Flüchtlingsunterkunft wurden am Donnerstag und Freitag alte Fenster und mehrere Kubikmeter Bauschutt in einem Erdloch vergraben. Der Kreis hat zwei Verfahren eingeleitet, doch es dürfte schwierig werden, die Verantwortlichen auszumachen. Trotz einer Polizeikontrolle gingen die Arbeiten am Freitag weiter.

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Die Fenster wurden in eine Baugrube geworfen und mit dem Radlader platt gewalzt. Anschließend haben Arbeiter versucht, die illegale Aktion mit Bauschutt und Erde zu vertuschen.

Blankenfelde. Auf dem ehemaligen Kasernengelände im Jühnsdorfer Weg wurde offenbar illegal Abfall entsorgt. Am Donnerstag und Freitag haben Bauarbeiter neben dem Übergangswohnheim für Flüchtlinge mehrere Kubikmeter alte Fenster und Schutt in einer Erdgrube vergraben. Zeugen aus der Unterkunft hatten Fotos und Videos gemacht und die Behörden verständigt.

Kontrolle am Freitagmorgen

Am Freitagmorgen um 7 Uhr kontrollierten Beamte des Landeskriminalamts, der Polizeiinspektion Teltow-Fläming und der Kreisverwaltung die Baustelle. „Was wir dort gesehen haben, ist in gröbster Weise illegal“, sagt Uwe Strahl, Sachgebietsleiter im Umweltamt des Landkreises Teltow-Fläming. Seine Behörde hat deswegen zwei Verfahren eingeleitet. Im ersten Verfahren geht es darum, den illegal vergrabenen Müll aus der Erde zu holen und ordnungsgemäß zu entsorgen. Im zweiten Verfahren geht es um ein Bußgeld bis zu mehreren Zehntausend Euro.

Arbeiten gingen weiter

Von der Kontrolle unbeeindruckt gingen die Arbeiten am Freitag weiter. Arbeiter versuchten, die Spuren mit Bauschutt und Muttererde zu verwischen. Das Problem: Dem Umweltamt fehlt ein Ansprechpartner für den ausgesprochenen Baustopp. Während der Kontrolle war keiner der Verantwortlichen vor Ort, sagt Uwe Strahl. Unter der Glasower Adresse der Projektgesellschaft Jühnsdorfer Weg, die als Bauherr auftritt, habe man niemanden angetroffen. Nun werde der Baustopp per Post zugestellt – in der Hoffnung, dass sie an der richtigen Stelle ankommt„Es handelt sich um ein ordnungsbehördliches Verfahren, das dauern kann“, sagt Strahl. Weitere Kontrollen sollen folgen. Dann droht ein Zwangsgeld. „Gefahr im Verzug durch Giftstoffe sehen wir nicht“, sagt Strahl.

Am Freitag waren die Fensterrahmen unter einer Schicht Bauschutt verschwunden

Am Freitag waren die Fensterrahmen unter einer Schicht Bauschutt verschwunden.

Quelle: Christian Zielke

Dass die Behörden bislang keine Handhabe gegen das Treiben auf der Baustelle haben, liegt offenbar am komplizierten Firmenkonstrukt, das Emrullah Arslan rund ums Kasernengelände konstruiert hat. Der Immobilienhändler aus Berlin hatte das Grundstück 2014 gekauft, um in den DDR-Blöcken 260 Wohnungen zu schaffen. Auf dem Höhepunkt der Flüchtlingswelle 2015 bot er Gemeinde und Kreis einen Teil der Gebäude als Übergangswohnheim an. Seit Dezember 2015 befindet sich dort mit einer Kapazität von 400 Menschen die größte Asylbewerberunterkunft in TF. Betrieben wird sie von der Firma Imrex, die eigentlich im Immobiliengeschäft tätig ist und ihren Sitz unter derselben Adresse in Glasow hat wie die Projektgesellschaft Jühnsdorfer Weg. Imrex beschäftigt Sozialarbeiter und den Sicherheitsdienst. Auch personell gibt es Überschneidungen. Arslans Tochter Sheila Brause ist nach eigenen Angaben in leitender Funktion bei der Imrex beschäftigt und stand bis vor einem Jahr auch als Geschäftsführerin der Projektgesellschaft Jühnsdorfer Weg im Handelsregister. Ihr Vater war bis 2010 Geschäftsführer der Imrex. Nachfragen zu dem Firmen-Geflecht weicht Sheila Brause aus. „Dazu sage ich am Telefon nichts.“ Auch von der Müllentsorgung will sie nichts mitbekommen haben. „Ich habe erst von der Polizei davon erfahren“, sagt sie.

Tochter: Firma aus Polen trägt Verantwortung

Aus ihrer Sicht trägt eine aus Polen stammende Firma die Verantwortung. Diese koordiniert die Sanierungsarbeiten in den Wohnblöcken. Der Geschäftsführer der Firma war am Freitag nicht auf der Baustelle. Ihr Vater habe mit den Vorgängen nichts zu tun, sagt Sheila Brause. Bewohner der benachbarten Flüchtlingsunterkunft berichten, dass Arslan auf der Baustelle gewesen sein soll.

Wer die Anweisung gab, ist unklar

Unklar bleibt, wer die Anwesung gab, den Abfall in der Erde zu vergraben. Lukrativ ist dies nach Einschätzung des Umweltamtes allemal. „Ich vermute, dass es sich um belastete Holzfenster aus DDR-Zeiten handelt“, sagt Uwe Strahl. Diese legal loszuwerden sei teuer. Auch der darüber gekippte Bauschutt muss normalerweise aufwändig sortiert und entsorgt werden.

Von Christian Zielke

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