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Im Blindflug durch die Galaxie

Dahlewitzer Teleskop zeigt Alterserscheinungen Im Blindflug durch die Galaxie

Mit ihrer Sternwarte und dem Planetarium ist die Dahlewitzer Oberschule etwas ganz besonderes. Doch der Blick auf die Sterne wird immer schwieriger, da der Spiegel des Teleskop immer mehr blinde Flecken hat. In der Diskussion um ein neues Gerät hat der Verein, der die Sternwarte betreibt, für einige Verwirrung gesorgt.

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Michael Wenzel (l.) und Dirk Bartelt (M.), die Vorsitzenden des Vereins und Lutz Schwabe, der Leiter der Sternwarte (r.), mit dem Teleskop.

Quelle: Zielke

Dahlewitz. Fast 20 Jahre lang hat das Teleskop in der Dahlewitzer Sternwarte so ziemlich jede spektakuläre Himmelserscheinung gesehen: Sonnenfinsternis, Mondfinsternis, Venustransit – kaum ein Ereignis in der Galaxie, das die Mitglieder des Vereins der Schul- und Volkssternwarte nicht beobachtet haben. Doch nun ist das Gerät in die Jahre gekommen. Der Aluminiumspiegel, der das Licht auffängt, ist voller blinder Flecken, die das Sternegucken erschweren.

Schule für Sternengucker

Mit ihrer Sternwarte und dem Planetarium ist die Herbert-Tschäpe-Oberschule in Dahlewitz eine Besonderheit.

Das in die Jahre gekommene Spiegelteleskop erhielt der Verein der Schul- und Volkssternwarte zu seiner Gründung 1998 als Dauerleihabe von der Foerster-Sternwarte in Berlin.

2009 baute die Gemeinde Blankenfelde-Mahlow das Planetarium um. Es ist mit einem modernen Projektor und einer Soundanlage ausgestattet.

„Man muss sehr stark nachjustieren“, sagt Dirk Bartelt, der zweite Vorsitzende des Vereins. Vor allem lichtschwache Objekte am Himmel lassen sich nur schwer fokussieren. Ersatzteile für das fast 50 Jahre alte Gerät gibt es nicht mehr. Den alten Spiegel neu bedampfen zu lassen sei fast so teuer wie ein neues Teleskop. Deshalb hat der Verein gegenüber der Gemeinde Blankenfelde-Mahlow, der die Sternwarte gehört, schon vor Jahren den Wunsch nach einem neuen Teleskop geäußert. 2014 hatte der Verein den ersten Antrag gestellt. Damals hätte man ein Teleskop von einer Schule aus Cottbus bekommen können. Wegen der hohen Transport- und Umbaukosten, haben sich Gemeinde und Verein von diesem Wunsch aber verabschiedet.

Ein neues Gerät soll her. Ersten Schätzungen des Vereins zufolge würde ein Teleskop aus amerikanischer Produktion etwa 80 000 Euro kosten. Auf Antrag der CDU-Fraktion werden im Haushalt für dieses Jahr 90 000 Euro eingestellt – allerdings fließt das Geld erst, wenn klar ist, wofür es ausgegeben werden soll. Im Vorfeld hatte es einige Irritationen gegeben, weil Klaus Piepenhagen, der technische Leiter der Sternwarte offenbar ohne Rücksprache mit dem Vereinsvorstand für ein Teleskop auf der Besucherplattform plädiert hatte, da diese auch für Rollstuhlfahrer erreichbar ist. „Das war seine Privatmeinung“, sagt Michael Wenzel, der erste Vorsitzende des Vereins. Er bedauert, dass keiner vom Vereinsvorstand zu den Beratungen der kommunalen Gremien eingeladen worden ist.

Auf der jüngsten Vereinssitzung habe sich die Mehrheit für ein neues Teleskop am bisherigen Platz unter der Kuppel im vierten Stock der Oberschule ausgesprochen. Weil das neue Gerät kleiner und anders konstruiert ist, muss auch niemand mehr auf die Leiter steigen. Damit auch Rollstuhlfahrer in die Sterne gucken können, soll das neue Teleskop die Bilder auf einen Bildschirm im neu gestalteten Astronomiekabinett übertragen. Diese Pläne möchte der Vorstand demnächst dem Ausschuss für Bildung, Jugend und Sport (BJS) vorschlagen. „Wir haben bisher immer gut mit der Gemeinde zusammengearbeitet“, sagt Michael Wenzel. Er sei zuversichtlich, die Verwirrung ausräumen zu können. Zur Weihnachtsfeier wurde erstmals das vor fünf Jahren angeschaffte mobile Teleskop genutzt. Dies möchte Lutz Schwabe, Astronomielehrer an der Oberschule und Leiter der Sternwarte, künftig für den Unterricht nutzen. Fast 40 Schüler haben sich für Astronomie als Wahlpflichtfach entschieden. „Weil wir hier die besten Bedingungen haben“, sagt Schwabe.

Von Christian Zielke

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