Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° bedeckt

Navigation:
Im Dienst der Kinder

Ruhestand für Schwester Silvia Im Dienst der Kinder

Krankenschwester Silvia Stollin geht nach 45 Jahren Dienst auf der Entbindungsstation im Luckenwalder DRK-Krankenhaus in den Ruhestand. Sie hat ihre Berufswahl nie bereut. Doch schlimme Schicksale ihrer Patienten berühren sie bis heute.

Voriger Artikel
Vorsichtiges Ja zum Rathaus
Nächster Artikel
Trauriges Weihnachten ohne Lena

Auch Büroarbeit gehört für Silvia Stollin zum Arbeitsalltag.

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde. Die Tage sind gezählt. Am 28. Dezember wird Silvia Stollin zum letzten Mal ihren Kittel tragen. Dann ist nach 45 Arbeitsjahren Schluss auf der Entbindungsstation im Luckenwalder DRK-Krankenhaus.

Einmal wird die gelernte Kinderkrankenschwester noch an einem Heiligabend ihren Dienst verrichten. Künftig muss sie sich an den Feiertagen nicht mehr nach Dienstplänen richten. Auch wenn sie all die Jahre im Drei-Schichtsystem tätig war, hat sie es nie bereut, dass sie sich einst für diesen Beruf entschied. „Ich wollte immer etwas mit Kindern machen, aber nicht im Kindergarten. So habe ich mich entschieden, Kinderkrankenschwester zu werden. Denn Hilfe für andere Menschen stand für mich immer im Vordergrund“, sagt Silvia Stollin. Zwei Wochen nachdem sie mit ihrer Ausbildung begonnen hatte, wollte sie am liebsten alles hinschmeißen. „Das zeitige Aufstehen war das Schlimmste. Ich habe gedacht, das schaffe ich nie“, fügt sie hinzu.

Doch aus 14 Tagen sind 45 Jahre geworden und sie mussten später im Berufsleben oft noch viel zeitiger aufstehen. Sie erlebte im Laufe der Jahrzehnte Familien über mehrere Generationen hinweg auf der Station. „Von manchem Neugeborenen hatte ich Mutter und Oma auch schon betreut“, berichtet sie.

Allerdings habe sich die Arbeitsweise sehr verändert. So wie sich die Medizin weiterentwickelt hat, ist es auch mit der Pflege. Früher waren die Neugeborenen nicht in einem Raum mit den Müttern, sondern extra im Kinderzimmer untergebracht. Die Mütter bekamen ihre Babys nur zum Stillen. Und wenn die Väter ihre Sprösslinge sehen wollten, konnten sie das nur hinter der Scheibe. Heute gibt es sogenannte Familienzimmer, in denen Mutter, Vater und Baby die ersten Lebenstage gemeinsam verbringen können. Anfangs herrschte eine gewisse Skepsis aber die Erfahrung hat gezeigt, dass es gut funktioniert. So haben auch die Väter vom ersten Tag an Kontakt zum Kind.

Eine schwierige Sache ist ihr in den 45 Jahren nicht geglückt: Sie wollte traurige Erlebnisse nicht zu dicht an sich heranlassen und hatte immer gehofft, dass sie mit der Zeit abhärten würde. Aber das hat nicht funktioniert. Jedes Mal, wenn ein kleiner oder großer Patient auf ihrer Station verstorben ist, hat sie mitgelitten.

Wie viele Kinderpopos sie in all den Jahren geputzt hat, weiß Silvia Stollin nicht. Auch die gelaufenen Kilometer auf der Station hat sie nicht gezählt. Wenn Silvia Stollin zurückdenkt, dann bedauert sie kaum etwas – nur, dass sie wegen Schichtarbeit zu wenig Zeit für ihre Kinder hatte. Die Kinder kamen aus der Schule und sie war schon unterwegs zum Dienst. Und abends haben die beiden Söhne schon geschlafen. Weihnachten hat die Familie mit der Bescherung gewartet, bis Mama Feierabend hatte. „Zum Glück haben sich ja mein Mann sowie die Großeltern in Stülpe immer um die beiden gekümmert“, berichtet sie.

Dass es künftig langweilig wird, glaubt sie nicht. Mit Haus und Garten hat sie zu tun und die drei Enkel freuen sich schon, dass Oma Zeit für sie hat. „Endlich kann ich mich verabreden, ohne zu sagen, ich muss erst mal sehen, wie ich arbeiten muss“, sagt Silvia Stollin.

Von Margrit Hahn

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Sollte Rauchen im Auto verboten werden, wenn Kinder dabei sind?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg