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Stadtverordnete wollen die Sanierung des Museums in Kloster Zinna Image geschädigt

Im Jüterboger Stadtteil Kloster Zinna stehen die Signale auf Streit in der Endlosschleife. Grund dafür ist die Aussage von Bürgermeister Arne Raue, die Zisterzienser-Abtei samt Museum nicht zu sanieren, sondern zu schließen. Das sorgt für Unmut bei den Stadtverordneten.

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Die Alte und Neue Abtei der Zisterzienser beherbergen seit Jahrzehnten Museen.

Quelle: Behrendtt

Kloster Zinna. Gabriele Schröder ist verärgert. Lange hat die Ortsvorsteherin von Kloster Zinna mit sich gerungen, ob sie sich äußern sollte. „Das Interview des Bürgermeisters will ich nicht kommentieren“, sagt sie über dessen Aussagen in der MAZ. Doch Rathauschef Arne Raue (parteilos) habe mit seiner Meinung, die Denkmale nicht erhalten zu können und das Museum eventuell schließen zu müssen, „dem Image der Kommune großen Schaden zugefügt“. Selbst wenn er nur habe provozieren wollen, sei auch das Ansehen der Stadtverordneten beschädigt worden. „Ich werde die Schließung des Museums nicht zulassen“, sagt Gabriele Schröder.

Die Stadtverordnete der SPD weiß nicht nur ihre Fraktion hinter sich, sondern alle Parteien im Stadtparlament. „Bereits im Mai haben alle Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung erklärt, dass das Klostermuseum saniert und die Dauerausstellung erneuert werden muss.“

Das Museum besteht seit 60 Jahren. Bis zu 17 000 Besucher kommen jährlich. Seit 1975 sind keine grundsätzlichen Erhaltungsmaßnahmen durchgeführt worden. Angesichts der enormen Betriebskosten „ist die energetische Ertüchtigung des Gebäudes enorm wichtig“, so die Stadtverordneten in ihrer Erklärung an den Bürgermeister. Sie sind sich dessen bewusst, dass die Abt-Residenz der Zisterzienser europaweit bedeutend ist. Für den nord- und ostdeutschen Raum sei der Bau einmalig und habe einen sehr hohen Denkmalwert.

Nach jahrelangem Ringen stehen nun Fördermittel zur Verfügung. „80 Prozent der Kosten zahlen Bund und Land. Für den Eigenanteil der Stadt bleiben 20 Prozent“, listet Gabriele Schröder die Gelder auf.

Alle Fraktionen hätten den Bürgermeister in ihrer Erklärung daran erinnert, dass Jüterbog seit 1991 rund 30 Millionen Euro als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“ erhalten habe. Für das Sanierungsgebiet im Ortsteil Kloster Zinna seien fünf Millionen Euro an Zuschüssen geflossen.

Die Stadtverordneten teilten nicht die Meinung des Bürgermeisters, dass das Kulturgut nur für die Touristen erhalten werde. Tourismus sei zwar wichtig für die Region, aber die Denkmäler seien auch identitätsstiftend für die Einwohner, auch für deren Kinder und Enkel. „Die Zeit, dass historische Bauten einfach abgerissen werden, ist vorbei“, sagt die Ortsvorsteherin und mahnt, dass die Kosten für den Erhalt von Denkmälern und die Sanierung von Kitas nicht gegeneinander ausgespielt werden dürften. Der Erhalt von Kulturgut sei nicht nur eine Frage des Tourismus, sondern auch der Bildung. Gerade an Jüterbogs Wehranlagen, den Klöstern und den Museen sei zu lernen, wie die Vorfahren gelebt hätten, so Schröder.

„Die restauratorischen Voruntersuchungen sind abgeschlossen. Die Basis, Planungen in Auftrag zu geben, ist jetzt da“,sagt sie . Gleichzeitig erinnert Schröder daran, dass es die gute Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Fraktionen ermöglicht habe, „die Sanierung auf den Weg zu bringen“. Der politische Wille sei klar, „wir sind für unser Eigentum in der Pflicht“, sagt Schröder und hofft, dass dies auch der Bürgermeister bald so sehen wird.

Ob eine Kommune Fördermittel einfach verfallen lassen darf, wie Arne Raue es bei der Sanierung der Alten und Neuen Abtei in Kloster Zinna laut gedacht hat, ist unklar. Rita Mohr de Pérez, Leiterin der Denkmalschutzbehörde im Kreis sagt dazu: „Das Gebäude ist nicht marode. Außer den üblichen Instandhaltungsmaßnahmen gibt es aus unserer Sicht keinen zwingenden Handlungsbedarf im Hinblick auf die Erhaltung der Bausubstanz.“

Die in Aussicht stehende Förderung beziehe sich ihres Wissens weniger auf eine Grundsanierung des Bauwerks, sondern auf die Neugestaltung des Museumskonzepts, die auch Eingriffe ins Bauwerk beinhalten würde. „Das Museum ist tatsächlich etwas altbacken und könnte attraktiver sein“, sagt sie und verweist darauf, dass zu trennen sei zwischen der Erhaltungspflicht gegenüber dem Bauwerk und seiner Nutzung. „Die ist – auch im jetzigen Zustand - denkmalgerecht. Wenn es an Eigenmitteln fehlt, können Fördergelder natürlich verfallen, wenn man sie aus diesem Grund nicht in Anspruch nehmen kann.“

Von Gertraud Behrendt

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