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Teltow-Fläming Imbiss-Betreiber entkommt nur durch Zufall dem Tod
Lokales Teltow-Fläming Imbiss-Betreiber entkommt nur durch Zufall dem Tod
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00:16 23.05.2017
„Daumen hoch: Es geht auf jeden Fall weiter“, sagt Bernd Scherler, Betreiber des bei einem Unfall stark beschädigten Imbisses. Quelle: fotoS: frank Pechhold (2)
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Dabendorf

„Schwein gehabt“, sagt Bernd Scherler. Der 57-Jährige ist noch einmal mit dem Schrecken davon gekommen. Mit voller Wucht krachte ein VW Polo wie berichtet Montag gegen 19.30 Uhr in den Dabendorfer Imbiss „Der Gönner“. Normalerweise sitzt Scherler um diese Zeit über den Abrechnungen. Ausnahmsweise war diesmal alles anders. „Sonst hätte mich das Auto total abgeschossen.“

Ganz verdrängen kann Charly, wie ihn Kunden und Kumpel beim Spitznamen nennen, diesen Gedanken auch vier Tage nach dem folgenschweren Unglück nicht. Weil ihm eine Freundin Montagabend beim Abwaschen des schmutzigen Geschirrs half, kam der Blankenfelder pünktlich aus dem Laden. Sonst sitzt er nach dem Saubermachen bis 20 Uhr oder länger da, um bei einer Tasse Kaffee und selbst gebratenem Eierkuchen den Tagesbericht zu schreiben, Kassensturz zu machen und Bestellungen auszulösen. „Genau auf diesen Sitzplatz ist der Polo zu gerauscht.“

Hiobsbotschaft per Handy erfahren

Von dem Unfall erfuhr Scherler gegen 19.50 Uhr, als er gerade an der Kasse eines Stahnsdorfer Supermarktes stand. Ein aufmerksamer Nachbar, der nach Feierabend ein wachsames Auge auf den geschlossenen Laden hat, rief in an und sagte: „Charly, du kannst gleich wieder umdrehen, da ist gerade ein Auto in deinen Imbiss gefahren“. Kurz darauf klingelte das Handy erneut. Scherlers Imbiss-Platz-Verpächterin bestätigte die Hiobsbotschaft. Ein 42-Jähriger wollte Polizeiangaben zufolge mit seinem Polo von der Bundesstraße 96 nach links abbiegen. Genau in diesem Moment wurde er von einem anderen Polo überholt. Beide Autos stießen zusammen. Infolge des Aufpralls kam der überholende Polo von der Straße ab und rauschte direkt in den Imbiss. Bei dem Unfall wurden ein Mann schwer und drei leicht verletzt. „Als ich ankam, stand nur noch das leere Auto im Imbiss. Alle Insassen wurden bereits medizinisch versorgt“, erinnert sich Scherler.

Durch diese zerstörte Fensterwand ist der VW Polo mit voller Wucht in den Dabendorfer Imbiss gefahren. Glücklicherweise war der schon geschlossen. Quelle: Frank Pechhold

Traurig und geschockt zugleich starrte er den aus zerborstenen Fenstern, zersplittertem Holz und zerlegten Möbeln bestehenden Trümmerhaufen an. „Schließlich habe ich 20 Monate gebraucht, um den Imbiss wieder aufmachen zu können“. Wegen teilweise selbst verschuldeter Schwierigkeiten mit der Baugenehmigung und einer Anzeige gegen ihn musste Scherler seinen Imbiss kurz nach der Eröffnung schließen. Als alles geklärt war, machte er sofort wieder auf – am 20. März 2017. Vom ersten Tag an sei es gut gelaufen, so Scherler. Polizisten, Postzusteller, Mitarbeiter des Straßenverkehrsamtes, Geschäftsleute aus Rangsdorf und Laufkunden fuhren nach Dabendorf, um Schnitzel, Steaks, Backschwein oder Krustenbraten zu essen. Begehrt wie zu DDR-Zeiten war die viereckige Currywurst. „Das hat nichts mit Politik zu tun. Aber damals war auch nicht alles schlecht.“

DDR-Currywurst erlangt kulinarischen Kultstatus

Binnen kurzer Zeit erlangte die DDR-Currywurst mit Scherlers speziell zubereiteten Bratkartoffeln kulinarischen Kultstatus bei den erwachsenen Gästen. Mädchen und Jungen, die mit ihren Eltern essen kommen, werden vom Wirt eingeladen. Der leidenschaftliche Koch hat ein großes Herz für kleine Kinder. Ihnen erfüllt er gerne Sonderwünsche wie gebratene Eierkuchen oder gekochten Milchreis. Das wiederum kommt bei den Eltern gut an. „Die Erwachsenen finden es schön, dass ich meinen Imbiss nicht nur wegen des Geldes betreibe, sondern aus Liebe zu meinem Beruf“.

Bis alle Versicherungsfragen geklärt und Schäden beseitigt sind, bleibt der Imbiss zu. „Das wird mehrere Monate dauern“, sagt Scherler. „Vielleicht besorge ich mir einen Imbisswagen, um die Schließzeit zu überbrücken. Ich kann doch meine Kunden nicht im Stich lassen.“

Von Frank Pechhold

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