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Imker und Landwirte wollen die Bienen retten

Jüterbog Imker und Landwirte wollen die Bienen retten

Der Jüterboger Imkerverein hat die Landwirte der Region zu einem Erfahrungsaustausch eingeladen. Um die Honigbienen zu schützen, will man künftig besser miteinander zusammenarbeiten.

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Auf der Versammlung des Jüterboger Imkervereins waren Landwirte der Region zum Gespräch eingeladen.

Quelle: Angela Rändel

Jüterbog. Imker und Landwirte wollten sich eigentlich nur kennenlernen. Vorfühlen, ob eine Zusammenarbeit möglich ist. Doch dann donnerte es auf der Versammlung des Jüterboger Imkervereins im „Fuchsbau“.

„Wir werden gegeneinander ausgespielt“, sagte Hans Koenen zur Eröffnung. Er ist stellvertretender Vorsitzender des Imkervereins. Grund seines Unmuts sei der von den Medien angezettelte künstliche Krieg, an dessen Fronten die Landwirte mit ihren Insektiziden gegen die Imker und deren sterbende Bienen kämpften.

Kein Honigschlecken

„Wir sind früher miteinander ausgekommen und kommen auch jetzt miteinander aus“, beschrieb Bernd Thiele, Geschäftsführer der Blönsdorfer Agrar GmbH, die Symbiose. Landwirten könne es nicht egal sein, wenn es Bienen schlecht geht. Jeder würde eine Kulturvielfalt, eine vernünftige Fruchtfolge und viel Klee und Luzerne für die Bienen begrüßen; vielleicht sogar biologische Pflanzenschutzmittel. Doch die harten Auflagen der EU ließen den Handlungsspielraum für deutsche Landwirte immer kleiner werden. Hier gehe es um Effizienz und Exportrekorde. Das sei kein Honigschlecken. Wer da auf die Idee komme, Erbsen oder Bohnen anzubauen, betreibe Harakiri.

Auch nachts sprühen

Die eingeladenen Landwirte versicherten, dass sie nur mit B4 deklarierte Pflanzenschutzmittel einsetzen. B4 bedeutet: für Bienen unschädlich. „Wir müssen darauf vertrauen, dass diese Mittel unbedenklich sind“, sagte Wilfried Krieg, Chef der Welsickendorfer Agrargenossenschaft und Mitglied des Kreisbauernverbandes. Der heutige Stand der Technik würde es sogar möglich machen, nachts zu sprühen, wenn keine Bienen unterwegs sind. Aber: „Dann würde es heißen: Jetzt sprühen die schon nachts heimlich, weil sie es tagsüber nicht dürfen“, sagte Krieg.

Die Imker beklagen nicht den als CCD (Colony Collapse Disorder) bekannt gewordenen Völkerkollaps der Bienen. Sie beobachten vielmehr ein schleichendes Sterben. Arbeitsbienen verlieren ihre Orientierung und finden den Weg nicht mehr nach Hause. Für dieses Phänomen machen Wissenschaftler den Wirkstoff Neonicotinoid verantwortlich, der in Pflanzenschutzmitteln zum Einsatz kommt.

Und noch ein Problem

Noch ein Problem kommt dazu: die Varroamilbe. Sie ist ein idealer Überträger für Viren und schädigt die Bienen-Nachkommen. Der Parasit ist weltweit verbreitet. Die Imker versuchen mit verschiedenen Methoden, ihre Bienen zu retten: mit Ameisensäure, Aussonderung der befallenen Larven oder einer Schockwärme, die zwar Milben tötet, Bienen aber nicht.

Um den Pollenertrag der Bienen zu erhöhen, möchte Hans Koenen die Arbeit der Landwirte und Imker koordinieren. „Nur in persönlichen Absprachen kann man sich einigen über Sprühzeiten, Ausdehnung von Blütestreifen und das für Bienen interessantes Saatgut“, sagte Koenen. Dass er am Abend noch eine Einladung zur Sitzung des Kreisbauernverbandes erhielt, freute ihn.

Von Angela Rändel

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