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Teltow-Fläming Immer Ärger mit den Kindern
Lokales Teltow-Fläming Immer Ärger mit den Kindern
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08:10 05.11.2016
Rabiha liest vor, Meis hört schon nicht mehr zu. Quelle: Oliver Fischer
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Ludwigsfelde

Rabiha Yassin kann sich mal wieder in Rage reden. Es gehe ihr nicht besonders, sagt sie. Probleme hier, Probleme da, überall Probleme. „Ich kann vielleicht eines davon lösen, aber nicht alle.“

Wenigstens geht es diesmal nicht um existenzielle Sorgen. Es geht mehr um Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, das trübe Wetter, es geht um die afghanischen Nachbarn, die eine Anerkennung bekommen haben und sich eine Wohnung suchen, während die Yassins noch warten. Und es geht vor allem um die Kinder, die ihre Mutter zunehmend mürbe machen.

Draußen herrscht der deutsche November

Da ist die kleine Meis, die bald zwei Jahre alt wird und in jüngster Zeit oft unleidlich ist. Sie hat keine Lust mehr auf die kleine Wohnung, sie will raus, weil der frische Wind, die fremden Leute und die vielen Lichter und Geräusche aufregender sind als die immer gleichen Stimmen von Mutter und Vater. Aber draußen herrscht der deutsche November, es regnet in einem fort. Meis weint und quengelt deshalb von morgens bis abends. Rabiha versucht neuerdings, sie mit einem Buch zu beruhigen. Es ist ein deutsches Kinderbuch, Rabiha liest ihr daraus vor. Die Geschichte handelt von Tieren auf einem Bauernhof, die einander helfen. Ein Pferd, eine Kuh, ein Schwein. Schon an die hundert Mal haben sie sich das Buch angeschaut. Meis verliert in der Mitte oft die Geduld, und Rabiha quält sich immer wieder mit der Aussprache der selben Wörter. Heißt es ella? Oder alle? Es ist zum verrückt werden.

Und dann isst in dieser Familie niemand so, wie er soll. Mohammed nimmt zum Frühstück immer nur ein paar Bissen, obwohl er anschließend stundenlang arbeitet und trainiert. Und dann wundert er sich, weshalb er trotz aller Quälerei mit Hanteln und Geräten kaum Gewicht zulegt. Jeden Abend, wenn er vom Training kommt, stellt er sich auf die Waage und schaut konsterniert an sich herunter. „Vor drei Tagen waren es vier Kilo, jetzt nur noch dreieinhalb. Warum?“, fragt er. Rabiha schlägt dann die Hände vors Gesicht.

Die Kinder lassen den Salat stehen

Die großen Kinder sind auch nicht besser. Sie sortieren zielsicher das Gemüse aus dem Essen, das Rabiha kocht. Den Salat lassen sie gleich ganz stehen. Jeden Morgen diskutiert die Mutter mit ihrem Sohn über eine Banane, es dauert oft eine halbe Stunde, bis sie ihn zum Obstverzehr überredet hat. Ein Großteil des Speisen aber, die die Hausfrau für ihre Familie zaubert, bleibt Tag für Tag unangetastet. Und weniger machen geht eigentlich nicht, findet Rabiha. „Meine Freundin macht für ihre Familie sechs Pizza-Bleche, ich nur zwei. Und trotzdem bleibt alles stehen.“

Hin und wieder kommt wenigstens Albert vorbei, der Tschetschene von nebenan und verdrückt ein Stück, das eigentlich für die Kinder bestimmt war. Dann veranstaltet er ein paar Minuten lang Quatsch mit den Großen, dabei geht meistens irgendetwas zu Bruch, und Rabiha darf dann reparieren oder Scherben aufsammeln.

Am Dienstag hatte sie Kopfschmerzen, so stark wie noch nie. Sie ging um sieben Uhr ins Bett und schlief durch bis zum nächsten Morgen. Das war gut, sagt sie. Aber dann fing der Mittwoch wieder mit dem Frühstück an.

Von Oliver Fischer

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