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Immer mehr „falsche Fuffziger“

Falschgeld-Schwemme Immer mehr „falsche Fuffziger“

Nie seit der Einführung des Euro 2002 war soviel Falschgeld im Umlauf wie im vergangenen Jahr. Auch in der Region haben sich die Anzeigen gehäuft und die Tendenz steigt. Auch wenn die meisten „Blüten“ in den Kassen der Einzelhändler landen, sollten Verbraucher aufpassen – denn Falschgeld wird nicht ersetzt und die Weitergabe strafbar ist.

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Schein oder nicht Schein – das ist hier die Frage.

Quelle: dpa

Dahmeland-Fläming. Brötchen kaufen mit einem 600-Euro-Schein, auf dem zwei nackte Frauen abgebildet sind? Das hat schon einmal geklappt, in Köln. Gut, das waren Scherzartikel vom Karneval und die Bäckersfrau vielleicht ein wenig übernächtigt. Doch in der Regel sind gefälschte Banknoten nicht nur schwierig zu identifizieren, es werden auch immer mehr.

Um 51 Prozent stieg die Zahl der „Blüten“ im vergangenen Jahr in Deutschland, nie zuvor seit der Einführung des Euro im Jahr 2002 war soviel Falschgeld im Umlauf. Auch in der Region haben sich die Anzeigen zuletzt gehäuft. Dabei sind auch die normalen Verbraucher gefragt – denn Falschgeld wird von keinem Geldinstitut ersetzt. „In Sachen Falschgeld darf man sich nicht auf die Experten verlassen“, erklärt Robert Heiduck, der Pressesprecher der Mittelbrandenburgischen Sparkasse. „Gerade in einer schummerigen Bar geht schnell mal eine Blüte über den Tisch, und da ist jeder selbst gefragt aufzupassen.“ Am häufigsten kursieren in Deutschland „falsche Fuffziger“ (49 Prozent aller entdeckten Blüten), gefolgt von den gefälschten 20ern (40 Prozent). Alle übrigen Banknoten machen bei den Fälschungen nur zwischen einem und sechs Prozent aus.

Mehr als 95 000 falsche Banknoten wurden im vergangenen Jahr in Deutschland aus dem Verkehr gezogen, der Schaden belief sich auf insgesamt 4,4 Millionen Euro. Auch in Brandenburg ist die Zahl der Fälle in den vergangenen Jahren gestiegen: 2013 waren es 547, 2014 schon 1004 und im ersten Halbjahr 2015 hat die Polizei bereits 761 Fälle registriert. Auch in der Region macht sich die Falschgeld-Schwemme bemerkbar. Im Landkreis Dahme-Spreewald etwa registrierte die Polizei im Jahr 2013 noch 68 Anzeigen, 2014 waren es 118 – und in die Tendenz sei auch 2015 steigend, heißt es von der Polizeidirektion Süd.

Fühlen, sehen, kippen, so lautet das Mantra der Bargeld-Experten, um Falschgeld erkennen zu können (siehe Infokasten). Bei den Fälschungen variiert die Qualität erheblich: Von Banknoten, die mit Buntstiften gemalt oder nur einseitig vom PC ausgedruckt sind, bis hin zu professionell gefälschten Scheinen aus illegalen Druckereien, die selbst Experten nur schwierig identifizieren können. Hergestellt wird das Falschgeld häufig in Südeuropa, um dann über sogenannte Verteiler-Netzwerke im gesamten Euroraum in Umlauf gebracht zu werden. Ein großer Teil des Falschgeldes wird inzwischen auch über das Internet verkauft. Auf anonymen Portalen, wie sie auch für Waffen oder Drogen existieren, werden die Blüten dort zu Preisen zwischen 20 und 50 Prozent ihres eigentlichen Nennwertes gehandelt – je nach dem, wie viel der Kunde bei den Fälschern bestellt.

Wer in seinem Portemonnaie Falschgeld entdeckt, der sollte dem Drang widerstehen, es bei nächster Gelegenheit weiterzureichen, denn das ist strafbar. Stattdessen sollten die Geprellten zur Polizei gehen, das Falschgeld abgeben und Anzeige erstatten, auch wenn das Falschgeld nicht ersetzt wird und man auf dem Schaden sitzenbleibt.

Doch auch wenn die Banken und die Experten der Polizei zur Wachsamkeit mahnen, Grund zur Panik besteht für Otto-Normal-Verbraucher nicht. Rein rechnerisch entfielen im vergangenen Jahr nur zwölf falsche Banknoten auf 1000 Einwohner. Und mehr als 90 Prozent des Schadens entsteht dem Einzelhandel.

Von Martin Küper

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