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In Jüterbog fährt erster Hybridbus des Landes

Verkehrsgesellschaft kauft ehemaliges Testfahrzeug In Jüterbog fährt erster Hybridbus des Landes

Brandenburgs erster Hybridbus wird in Jüterbog fahren. Am Dienstag ist er in Luckenwalde vorgestellt worden. Er fährt beinahe geräuschlos die Haltestellen an. Nicht ganz so geräuschlos war der Kampf um das Fahrzeug. Denn nicht nur Jüterbog wollte den Bus haben.

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Dieser grüne Hybridbus, den die Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming angeschafft hat, ist seit Dienstag auf der Jüterboger Stadtlinie unterwegs.

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde/Jüterbog. Alle wollten ihn – und die Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming (VTF) hat ihn bekommen, den Hybridbus. Damit ist die Luckenwalder Firma die erste im Land Brandenburg, die ein solches Fahrzeug im Wert von 314.000 Euro ihr Eigen nennen können. Im Januar dieses Jahres wurde der grüne Bus in Luckenwalde getestet. SVTF-Chef Volker Fleischer hatte damals mit dem Aufsichtsrat eine Probefahrt unternommen. Seit Dienstag ist der Bus in Jüterbog im Einsatz.

In der Beurteilung waren sich alle einig: ein Schmuckstück, das zudem noch leise und umweltfreundlich ist. Der einzige Nachteil: das Fahrzeug war gut 170.000 Euro teurer als ein Standardmodell und schien somit nicht in Betracht zu kommen.

Probefahrt mit dem leisen Gefährt.

Quelle: Margrit Hahn

Im Mai wurde dann entschieden, das Fahrzeug doch anzuschaffen. Immerhin kostete es inzwischen 100.000 Euro weniger, da es sich um einen Jahreswagen handelt, der nur 15.000 Kilometer gefahren wurde und in den vergangenen Monaten in Brandenburg, Potsdam, im Havelland und in Potsdam-Mittelmark im Einsatz war. Fast alle Verkehrsunternehmen waren am Kauf interessiert.

Kein Wunder, denn der Bus ist nahezu geräuschlos. An Haltestelle fährt er elektrisch an. Das heißt, auch frei von Schadstoffen. Zudem benötigt ein solches Hybridfahrzeug 30 Prozent weniger Kraftstoff, wodurch auch der Ausstoß von Kohlendioxid verringert wird. „Wir reden ja ständig vom Umweltschutz, den wir uns aber eigentlich nicht leisten können. Deshalb wurde es Zeit einmal positive Akzente zu setzen“, sagt VTF-Chef Volker Fleischer. Er hatte in den vergangenen Jahren immer wieder beklagt, dass sich der Kraftstoffverbrauch von Jahr zu Jahr drastisch erhöht.

Hintergrund

  • Die Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming (VTF) ist Mitglied des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg. Das Gebiet umfasst im Norden die Bereiche Potsdam und Berlin und im Süden Dahme und Körba.
  • Das Unternehmen befördert im Jahr 3,85 Millionen Fahrgäste. Das sind täglich etwa 10 550 Fahrgäste auf derzeit 51 Linien. Den Hauptanteil bildet dabei der Schülerverkehr.
  • Derzeit sind im Unternehmen 103Personen (vorwiegend Kraftfahrer sowie Instandhaltungs-Fachkräfte ) an fünf Standorten tätig. Momentan gibt es drei Auszubildene, die Berusfskraftfahrer werden.
  • Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 4,9 Millionen Kilometer zurückgelegt.
  • Die VTF verfügt über 97 Kraftomnibusse. Das Durchschnittsalter der Fahrzeuge beträgt elf Jahre.
  • Im Jahr 2012 feierte die Verkehrsgesellschaft Teltow-Fläming ihr 20-jähriges Bestehen.
  • Die Verkehrsgesellschaft fährt im Auftrag ihres Gesellschafters, dem Landkreis Teltow-Fläming.

Allein in diesem Jahr müssen sechs Busse der Fahrzeugflotte erneuert werden. „Wir sind froh, dass wir das Fahrzeug jetzt haben. Und wir sind die ersten, damit können wir uns rühmen“, fügt Fleischer hinzu. Er verweist darauf, dass die Anschaffung nur möglich wurde, weil das Unternehmen gut gewirtschaftet hat. Entscheidend war auch, dass es sich bei dem MAN-Bus um ein Serienfahrzeug handelt. Das Modell ist inzwischen in ganz Europa unterwegs. Bei ihm ist daher mit keinen Kinderkrankheiten mehr zu rechnen.

Landrätin Kornelia Wehlan (Linke) ließ es sich am Dienstag nicht nehmen, eine kleine Runde im Hybridbus mitzufahren. Er war fast ausschließlich elektisch unterwegs. „Wir wollen den CO2-Ausstoß erheblich reduzieren. Vor allem was unseren eigenen Fuhrpark betrifft“, so Wehlan. Während ältere Fahrgäste vor allem das Design loben – den grünen Bus und die grünen Sitze, ist den Schülern während der Probezeit sofort aufgefallen, wie leise er rollt.

Seit Dienstag ist das zwölf Meter lange Fahrzeug mit Schalensitzen, Klimaanlage und behindertengerechter Ausstattung nun im Jüterboger Stadtgebiet unterwegs. „Die Busse sind auf Grund der technischen Voraussetzungen nur im Stadtverkehr effektiv, wo oft angehalten und gebremst werden muss. Bei den vielen Haltestellen in Jüterbog rentiert sich das“, erklärt Fleischer. Er ist der Ansicht, dass Bund und Land in Sachen Umweltschutz ebenso in der Pflicht sind. „Wenn Klimaschutzziele umgesetzt werden müssen, dann sollten diese auch finanzierbar sein. Und dafür müsse es entsprechende Förderprogramme geben. Momentan stehen die Signale eher auf Rot“, so der VTF-Chef. Dabei seien Investitionen nur das eine – die steigenden Betriebskosten das andere. „Die Finanzierung des Landes ist jedoch seit Jahren gleich geblieben. Dadurch muss der Landkreis tiefer in die Tasche greifen“, kritisiert er.

Von Margrit Hahn

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