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In Ludwigsfelde fehlt eine Wohnberatungsstelle

Seniorenbeirat für Sozialwohnungen In Ludwigsfelde fehlt eine Wohnberatungsstelle

Es muss für die Autowerkerstadt Ludwigsfelde nicht nur die kleinen Schritte zum besseren Wohnen im Alter geben wie Barrierefreiheit oder Bänke im Stadtgebiet. Der achtköpfige Seniorenbeirat hält ein Strategiepapier für die kommenden Jahrzehnte für wichtig.

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Vera Paul, Vorsitzende des Seniorenbeirats.

Quelle: Jutta Abromeit

Ludwigsfelde. Dem achtköpfigen Seniorenbeirat von Ludwigsfelde geht es aktuell ums Wohnen im Alter und was dazu in der Autowerkerstadt fehlt. Das Gremium bereitet deshalb eine eigene Veranstaltung zur bevorstehenden 23. Brandenburgischen Seniorenwoche vor. Die MAZ sprach mit der Beiratsvorsitzenden Vera Paul.

Auch in Ludwigsfelde verschließen ältere Leute gern die Augen davor, irgendwann aus dem eigenen Heim ausziehen zu müssen. Was raten Sie in solchen Fällen?

Vera Paul: Es geht mir ja selbst so – man verdrängt solch gravierende Änderung. Aber bei Unfall oder Krankheit müssen sehr plötzlich Entscheidungen getroffen werden, die eigentlich nüchterne und gründliche Abwägung in der Familie erfordern. Überstürzte Entscheidungen taugen dann oft im Alltag nicht und müssen korrigiert werden. Das kann unnötig teuer werden.

In Ludwigsfelde gibt es doch aber soziale Vereine und Beratungsstellen mit kompetenten Ansprechpartnern genau dafür, oder?

Paul: Im Prinzip ja, aber sie sind verstreut. Was wirklich im Gegensatz zu anderen Kommunen fehlt, ist eine Wohnberatungsstelle. Dort könnten sich Ludwigsfelder aus allen Wohnformen zu nötigen Veränderungen im Alter informieren.

Im März 2015 hatten Sie einen Abend mit allen Vermietern zum Wohnen im Alter organisiert, der letzte öffentliche Auftritt von Bürgermeister Frank Gerhard (SPD). Wird dieses Forum fortgesetzt?

Paul: Das wollen wir unbedingt. Noch auf der Treppe danach sagte mir Herr Gerhard, wir müssten uns regelmäßig in dieser Form treffen, um unseren Fragenkatalog abzuarbeiten.

Passiert das?

Paul: Leider noch nicht. Aber es wird immer dringender, in Ludwigsfelde wieder sozialen Wohnungsbau zu haben. Wohnen im Alter muss bezahlbar bleiben. Deshalb sind wir auch mit dem Mieterbund im Kontakt.

Mit diesen Themen befasst sich die Akademie 2. Lebenshälfte bei ihren Kursen und Seminaren im Waldhaus sehr intensiv. Muss der Seniorenbeirat alles parallel recherchieren und publizieren?

Paul: Auf keinen Fall, wir arbeiten da sehr eng zusammen. Ich besuche zum Beispiel selbst etliche der Veranstaltungen und Aktionstage.

Es reicht also nicht, mit Pflege- oder Fahrdiensten von der Volkssolidarität, dem Johannischen Hilfswerk, dem ASB oder der Diakonie das Verlassen der eigenen vier Wände möglichst lange hinaus zu schieben?

P aul: Auf keinen Fall. Man muss sich wirklich gründlich auf einen manchmal unausweichlichen Umzug ins Alten- oder Pflegeheim vorbereiten. Das gilt übrigens auch für Ortsteil-Bewohner, für die der Umzug vom eigenen Hof ins Heim meist noch viel gravierender ist als für Stadtmenschen. Darüber wollen wir auch mit den Ortsvorstehern sprechen.

Was gibt es also für den Seniorenbeirat außer Barrieren beseitigen und Bänke aufstellen zu lassen noch zu tun in der Stadt?

Paul: Es geht nicht klein-klein, wir brauchen eine Strategie, wie Ältere in zehn, 20 Jahren in Ludwigsfelde leben sollen oder wollen.

Interview: Jutta Abromeit


Info: Am 17.Juni von 10 bis 15 Uhr stehen Ludwigsfelder Senioren im Klubhaus-Vestibül regionale Experten zum Wohnen im Alter Rede und Antwort.

Von Jutta Abromeit

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