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In Werners Esse glüht der Stahl

Blankenfelde In Werners Esse glüht der Stahl

Viele Besucher haben sich beim Tag des offenen Denkmals am Sonntag die alte Dorfschmiede in Blankenfelde angesehen. Dorfschmied Werner Mohrmann-Dressel erläuterte ihnen dort sein Handwerk. Seit sieben Jahren beteiligt er sich am Denkmal-Tag.

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Schmied Werner Mohrmann-Dressel (M.) erklärt dem ehemaligen Lehrer Günter Schulze (2.v.r.) und dessen Familie seine Arbeit

Quelle: Andrea von Fournier

Blankenfelde. „Seit wann wird hier Metall bearbeitet?“ „Wie heiß ist das Feuer?“ Diese und weitere Fragen musste Dorfschmied Werner Mohrmann-Dressel (Bildmitte, Foto: Andrea von Fournier) beim Tag des offenen Denkmals in Blankenfelde beantworten. Und das nicht zum ersten Mal: Seit sieben Jahren öffnet der humorvolle, kreative Handwerker seine Schmiede regelmäßig an diesem Tag. Und Mohrmann-Dressel, mit Lebensmittelpunkt in Berlin, bleibt keine Antwort schuldig. So erfuhren die Besucher am Ende des Blankenfelder Dorfangers, dass das knisternde Feuer bis 1400 Grad heiß wird, Stahl zum Schmieden etwa 1250 Grad braucht. „Die richtige Menge Sauerstoff ist wichtig, denn Stahl verbrennt eher, als es schmilzt“, erklärt der Schmied und drosselt die Gaszufuhr.

Seit 1540 ein Ort für Metallbearbeitung

Weiter erzählt er, dass um 1540 an dieser Stelle erstmals Metallarbeiten erwähnt wurden, sicher noch nicht in dem winzigen steinernen Geviert, das nun unter Denkmalschutz steht. Ein kunstvoll stilisiertes Blatt mit Öse ist wie nebenbei unter seinen geschickten Händen entstanden, mit der kleinen Öse vielleicht ein Schlüsselanhänger. Werner Mohrmann-Dressel übergibt das Stück nach kühlendem Wasserbad einer jungen Frau. „Es ist Sitte, wenn eine Frau die Schmiede betritt, ihr ein Blatt zu schenken“, sagt der Schmied. Die Beschenkte, erstaunt und erfreut, möchte das Unikat an einem Lederband um den Hals tragen.

Familienausflug zum Denkmal

„Ich kenne die Schmiede schon seit Jahrzehnten, aber sie war noch nie so schön wie heute“, meint ihr Schwiegervater Günter Schulze (2.v.r.). Der frühere Blankenfelder Lehrer hat seinen Sohn mit Familie aus Berlin zu Gast. Sie nutzen den Tag des offenen Denkmals, um sich in der Gemeinde umzuschauen. Nach dem Besuch in der Schmiede geht es weiter in die Jühnsdorfer Kirche zur neuen Glocke. Andere Gäste von „Werners Esse“ kommen aus der Blankenfelder Kirche oder wollen weiter nach Dahlewitz in eine Ausstellung.

Viele Projekte

Uwe Schmidt aus Blankenfelde hat sich in einen Schüleraufsatz von 1956 über die Schmiede vertieft und ist von Inhalt und Umfang begeistert. Meist sind es Besucher in mittleren Jahren, die sich heute für die Schmiede interessieren. Sonst belebt viel jugendlicher Geist das Haus. Mohrmann-Dressel ist umtriebig im Suchen nach Partnern und Projekten: Schulen, Kommunen, Privatiers, Firmen. Muss er auch sein, sonst hält sich dieser Ort nicht und bietet keine wirtschaftliche Grundlage. Seit 1998 arbeitet der gelernte Schlosser in der Schmiede. Dass der Ort lebt, ist ihm wichtiges Anliegen. „Irgendwer muss hier weitermachen, wenn ich nicht mehr kann“, sagt er. Darum ist er froh über die AG-Schüler der Dahlewitzer Oberschule, das seien „richtig engagierte Jungs“. Und ein nettes Publikum gäbe es zu allen Veranstaltungen. Der Schmied hat warmherzige, handfeste Mitstreiter gefunden, die ihn fast von Anbeginn unterstützen. Auch die Gemeinde sei ein guter Partner. Das „Gemeinsam“ beim Denkmalerhalt ist für den Schmied keine leere Worthülle.

Von Andrea von Fournier

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