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„Informationspolitik ist eine Katastrophe“

Jenny Günther erklärt umstrittenen Parteiwechsel „Informationspolitik ist eine Katastrophe“

Dieser Parteiwechsel hat für viele Diskussionen gesorgt. Einst war Jenny Günther aus Jüterbog (Teltow-Fläming) prominentes CDU-Gesicht. Jetzt ist sie zum AfD-Nachwuchs der Jungen Alternative gewechselt. Dafür erntete sie viel Kritik, aber auch Zustimmung. In der MAZ erklärt sie ihren Bruch mit der CDU und was sie an ihrer alten Partei stört.

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Jenny Günther wechselte von der CDU zur Jungen Alternative.

Quelle: MAZ

Jüterbog. Der Wechsel der CDU-Politikerin Jenny Günther aus Jüterbog zur Jungen Alternative (JA) schlägt überraschend hohe Wellen. Am wenigsten hat die 31-Jährige damit gerechnet. „Es war eine private Entscheidung für mich“, sagte sie auf Anfrage, „auf meinen Austritt aus der CDU gab es keine Reaktion.“ Erst als ihre Mitgliedschaft in der AfD-Jugendorganisation bekannt wurde, gab es eine Welle von Kritik, aber auch Zustimmung.

Enttäuscht über Flüchtlingspolitik der CDU

Der Austritt nach jahrelangem Engagement in der Union – sie war Jüterboger CDU-Vorsitzende und im Landesvorstand der Jungen Union – sei ein langwieriger Prozess gewesen, sagte Jenny Günther gegenüber der MAZ. Enttäuscht sei sie vor allem über die Flüchtlings- und Integrationspolitik der Partei. Als der Bundestag im vorigen Jahr den Beschluss fasste, Syrien-Flüchtlinge aufzunehmen, habe sie mehr öffentliche Diskussion der Abgeordneten mit den Bürgern erwartet. „Die Informationspolitik von oben nach unten ist eine absolute Katastrophe“, sagt Jenny Günther. Vor allem die Kommunen würden mit dem Flüchtlingsthema allein gelassen. Zusätzliches Geld allein als Hilfe reiche nicht.

Günther: In der AfD wird offen über Thema Integration gesprochen

Dass die Brandenburger CDU den Kurs der Kanzlerin stützt, war aus Günthers Sicht wieder eine Entscheidung ohne Rücksprache mit der Parteibasis. Die Abgeordneten würden den Bürgern ihre Haltung nicht erklären und Widerspruch kaum tolerieren. „In der AfD und der JA wird wenigstens offen über das Thema Integration diskutiert“, sagt Günther. Dort gebe es keine Berufspolitiker. Die Partei sei noch im Findungsprozess. Auf jeden Fall stehe sie für mehr direkte Demokratie. „Die AfD ist nicht rechts, sondern nur in den alten CDU-Bereich nachgerückt. Die CDU ist nach links abgewandert“, sagt Günther.

Die CDU gibt in Günthers Augen in einigen Fragen keine Antworten

„Ich habe Respekt vor allen, die in Flüchtlingsheime gehen und sich engagieren“, sagt die junge Frau. Doch man müsse den Bürgern auch erklären, woher plötzlich die Milliarden für die Flüchtlingshilfe genommen werden, nachdem jahrelang bei Bildung und Sicherheit gespart worden sei. Zudem sei die Integration von Migranten gerade in bildungsfernen Milieus in den vergangenen 20 Jahren gescheitert. Wie die Integration gelingen solle, darauf gebe die CDU keine Antworten, sagt Günther, die demnächst wegen eines Umzugs auch ihr Jüterboger Stadtverordnetenmandat niederlegen wird.

Von Alexander Engels

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