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Infos und Tipps für die älteren Semester

Aktionstag der Polizeiinspektion für Senioren im Straßenverkehr Infos und Tipps für die älteren Semester

Mit Verkehrskontrollen und einem Info-Stand auf dem Luckenwalder Markt machte die Polizei am Donnerstag auf die speziellen Gefahren für Senioren im Straßenverkehr aufmerksam. Die älteren Semester sind immer häufiger in Unfälle verwickelt.

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Sina Jarmicki (r.), Ute Streckert (2. v. r.) und Klaus Polzin versorgten Interessierte mit Info-Material und vielen Tipps.

Quelle: Elinor Wenke

Luckenwalde. Zum alten Eisen gehörig fühlten sich die meisten Senioren nicht, die auf dem Luckenwalder Marktplatz an den Informationsstand der Polizei kamen, interessiert waren sie dennoch. Unter dem Motto „Generation 65 plus – sicher mobil im Alter“ führte die Polizei am Donnerstag landesweit einen Aktionstag für Senioren im Straßenverkehr durch. Anlass war die Zahl der Älteren, die an Verkehrsunfällen beteiligt sind, ihre Zahl stieg in den vergangenen acht Jahren um 34 Prozent.

Neben Verkehrskontrollen war die Polizeiinspektion Teltow-Fläming am Markt mit einem Info-Stand vertreten. Präventionsbeamtin Ute Streckert und Revierpolizist Klaus Polzin wurden von Sina Jarmicki aus der Polizeidirektion West unterstützt, die sich dort um Präventionsmaßnahmen kümmert. Sie verteilten Flyer und Broschüren, gaben Tipps und nahmen Sorgen der Bürger auf.

Marianne Opitz kam im Vorbeigehen gleich mit den Polizisten ins Gespräch. Die 59-Jährige Potsdamerin arbeitet in Luckenwalde und teilte ihre negativen Erfahrungen mit Radfahrern mit. „Für mich als Fußgänger sind die Radfahrer gefährlicher als die Autofahrer“, urteilte sie. „Es gibt rücksichtsvolle Radfahrer, aber auch jene, die ihre Wut und ihren Frust abstrampeln und dabei andere Leute regelrecht über den Haufen fahren“, berichtete sie.

Hanna (76) und Manfred Schulze (78) aus Stülpe nahmen sich Info-Material mit. Manfred Schulze fährt noch regelmäßig mit dem Auto. „Ich hab meinen Führerschein seit 1960 und fühle mich recht sicher, aber in unserem Alter muss man sich auch mal weiterbilden“, erklärte der Rentner. „Ich finde es gut, dass die Polizei so einen Tag veranstaltet und sich hier öffentlich hinstellt“, sagte seine Frau.

Kraft Boche und seine Frau Hannelore aus Luckenwalde waren früher viel mit dem Motorrad unterwegs, jetzt fahren die Senioren noch regelmäßig mit dem Auto zu den Kindern und in den Urlaub, haben sich aber im Alter eines zur Gewohnheit gemacht: „Wir fahren längere Strecken immer sonntags“, sagte Hannelore Boche, „da ist es nicht so voll.“ Ute Streckert pflichtete ihr bei: „Sonntags sind die Lkws von der Straße runter, das macht viel aus.“

Die Polizistin will nicht behaupten, dass Senioren eine besondere Gefahr im Straßenverkehr darstellen, „aber im Alter lässt die Konzentration nach, manchmal auch das Hören und Sehen, die Reaktion wird langsamer“, sagte sie. Mehr Rentner seien in Unfälle verwickelt. „Das liegt aber auch daran, dass die Bevölkerung immer älter wird und immer mehr ältere Verkehrsteilnehmer auf den Straßen sind, so steigt auch ihr Anteil am Unfallgeschehen“, sagte Ute Streckert.

Zahlen und Fakten

134 Senioren verursachten im vergangenen Jahr von Januar bis März im Landkreis Teltow-Fläming einen Verkehrsunfall. Dieses Jahr waren es bis März bereits 149 Senioren.

Alle sieben Minuten ereignet sich im Land Brandenburg ein Verkehrsunfall, alle 52 Minuten verursacht ein Verkehrsteilnehmer über 65 Jahren diesen. Alle 50 Minuten verunglückt ein Verkehrsteilnehmer, alle fünfeinhalb Stunden ein Senior über 65 Jahre.

Als Hauptunfallursachen bei Senioren über 65 gelten Vorfahrtfehler, falsches Abbiegen und Fehlverhalten an Kreuzungen.

Dann schaute Heinz Sparr aus Berlin am Stand vorbei. Der 87-Jährige hat seit mehr als 50 Jahren seinen Führerschein und keinen Punkt in Flensburg auf seinem Konto. Dennoch verkündete er: „Im nächsten Jahr will ich freiwillig mit dem Autofahren aufhören.“ In Berlin brauche er kein Auto, außerdem sei er mit seiner Frau viel mit dem Fahrrad unterwegs.

Von Elinor Wenke

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