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Inklusions-Turnier am grünen Netz

Jüterbog Inklusions-Turnier am grünen Netz

Das Wort „Inklusion“ erschreckte vor wenigen Jahren wie ein Gespenst landesweit Eltern und Pädagogen. Wie einfach das sperrige Wort Realität werden kann, war nun in der Jüterboger Wiesenhalle zu erleben. Dort traten behinderte und nichtbehinderte Schüler beim Tischtennis an.

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Kimberli-Sophie Hoffmann hat Riesenspaß am Netz.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. „Wir wussten selbst nicht so genau, ob und wie es funktionieren würde“, sagt Sportlehrer Bernd Hofmann. Im Anschluss an das Tischtennis-Regionalfinale der Grundschulen am Donnerstag startete der Fachberater für Inklusionssport ein Inklusions-Turnier, an dem behinderte und nichtbehinderte Schüler gemeinsam ihr Können an der Platte unter Beweis stellten.

Es zählt das Miteinander, nicht das Punkteresultat

Neben dem Jüterboger Gymnasium und der Ludwigsfelder Grimm-Grundschule nahmen daran die Lernbehindertenschule Ludwigsfelde, die Körperbehindertenschule „Bauhaus“ Cottbus sowie die Potsdamer Comenius- und die Jüterboger Kastanienschule, an denen geistig behinderte Kinder und Jugendliche lernen, teil. Nach knapp zwei Stunden sportlichen Eifers stand fest, dass das Experiment gelungen war. Ziel waren weniger die erreichten Punktzahlen, sondern es zählte das Miteinander. Die sechs Turniermannschaften bestanden aus Mädchen und Jungen aller Schulen. „Wie sonst“, sagte Hofmann, „hätte man einen gerechten Bewertungsmaßstab finden können.“

Eine Runde „Chinesisch“ am Ende des Turniers

Eine Runde „Chinesisch“ am Ende des Turniers.

Quelle: Uwe Klemens

Den Eindruck, dass Sportfeste wie dieses – entgegen politisch propagierter Inklusionserfolge – noch immer eine Ausnahme sind, teilt Hofmann mit Lars Wittchen, der im Brandenburgischen Behindertensportverband alle Aktivitäten im Breiten- und Leistungssport koordiniert. „Vor ein paar Jahren hat die Bildungsministerin noch ein großes Theater zum Thema Inklusion entfacht, aber passiert ist seitdem trotzdem nicht viel“, lautet die enttäuschte Einschätzung Bernd Hofmanns. „Die reden und reden – aber eigentlich ist immer noch alles ganz am Anfang.“ Dabei zeigt gerade das kleine Test-Turnier, mit wie wenig Aufwand sich der Miteinander-Gedanke verwirklichen lässt.

Schüler zeigen, was sie mit der Kelle können

„Für unsere Schüler ist das hier heute eine gute Sache“, sagte Hans-Peter Schulze von der Jüterboger Kastanienschule erfreut, „hier können sie mal außerhalb ihrer gewohnten Umgebung zeigen, was sie in der Tischtennis-AG gelernt haben und kommen dabei ganz selbstverständlich mit anderen in Kontakt.“ Die elfjährige Kimberli-Sophie Hoffmann ist einer seiner Schützlinge und freut sich riesig über jeden Ball, den sie erfolgreich übers Netz bekommt. Bei der großen Runde „Chinesisch“ am Ende des Turniers ging’s dann noch einmal heiß her.

Von Uwe Klemens

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