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Integration auf dem Fußballplatz

MAZ-Serie „In der neuen Heimat“ Integration auf dem Fußballplatz

Die Großen machen es gerade vor bei der Fußball-EM in Frankreich: Sport verbindet. Und wo könnten sich Einheimische und Neuankömmlinge besser begegnen als beim gemeinsamen Kicken? Das erlebt zurzeit auch Rabi Yassin aus dem Flüchtlingsheim am Birkengrund. Seit ein paar Wochen geht er regelmäßig zum Training beim Ludwigsfelder FC. Die MAZ war dabei.

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Rabi Yassin spielt gern Fußball.

Quelle: Martin Küper

Dahmeland-Fläming. Man braucht keinen Dolmetscher, um einen Fußball im Tor zu versenken. Eine gute Vorlage reicht, egal, welche Sprache der Mitspieler spricht. Die Erfahrung macht gerade auch Rabi Yassin. Seit drei Monaten geht der Zwölfjährige aus dem Ludwigsfelder Flüchtlingsheim am Birkengrund regelmäßig kicken beim Ludwigsfelder FC. Er würde sich auch gerne das Trikot des Vereins anziehen und sonntags mit seiner Mannschaft gegen andere Clubs aus der Region antreten. Das ist allerdings nicht so einfach.

„Um eine Spielberechtigung zu bekommen, müssen die Kinder erst mal Vereinsmitglieder sein“, sagt Hans-Joachim Bohnhoff, der Trainer der zweiten D-Jugendmannschaft beim Ludwigsfelder FC. „Das geht aber wiederum nur, wenn sie auch Papiere haben.“ Und daran hapere es bei vielen Flüchtlingskindern.

Verhandlungen über Spielberechtigungen laufen

Um die zwölf Kinder waren bislang in Bohnhoffs Mannschaft, seit Anfang des Jahres kommen auch wieder Kinder aus Syrien, Afghanistan oder Tschetschenien zum Training, fünf sind es zurzeit. „Die kommen vor allem aus Spaß am Fußball, um sich zu bewegen und sich auszutoben“, erzählt der Trainer. „Und wir lassen sie mitmachen, mehr können wir im Moment leider auch nicht tun.“ Über das Thema Spielberechtigungen verhandle der Verein schon mit dem brandenburgischen Fußball-Landesverband. Aber dessen Mühlen scheinen langsam zu mahlen.

Für Rabi Yassin ist das enttäuschend, aber den Spaß am Training lässt er sich trotzdem nicht nehmen. Schon in der alten Heimat in Syrien hat er regelmäßig Fußball gespielt. In der Türkei war damit erst mal Schluss. Umso glücklicher ist er, dass er jetzt einen Verein gefunden hat. Jeden Mittwoch und Freitag fährt er mit dem Fahrrad vom Wohnheim zum nahen Waldstadion. „Eigentlich gehe ich immer mit zwei Freunden aus der Schule, aber die haben heute keine Zeit“, erzählt Rabi, dessen Deutsch von Woche zu Woche besser wird.

Verständigung mit Händen und Füßen

Sehr zur Freude des Trainers, denn ganz ohne gemeinsame Sprache kommt ein Team dann doch nicht aus: „Die Sprache ist schon ein Problem, weil es schwierig ist, Dinge zu erklären und Ruhe in die Mannschaft zu bringen“, sagt der 53-jährige Ehrenamtler, der für die Stadt Ludwigsfelde die Sportplätze und -hallen betreut. „Bei den Jungs aus Tschetschenien helfe ich mir mit meinem Schul-Russisch und manche können ja auch schon Deutsch oder Englisch. Aber vieles geht dann auch mit Händen und Füßen.“ Der Jugendtrainer weiß, wie wichtig seine Arbeit ist, auch wenn er viel Geduld braucht, um die Bedürfnisse der Neuankömmlinge und die Anforderungen der einheimischen Kinder unter einen Hut zu bringen. „Der Sport ist für die Kinder ja die erste Anlaufstelle und auf dem Platz spielt die Sprache wirklich keine Rolle. Da merkt man dann auch, dass Vorurteile abgebaut werden.“

Info: Die Yassins sind vor dem Bürgerkrieg in Syrien geflohen und leben jetzt in einer Flüchtlingsunterkunft in Ludwigsfelde. Die MAZ begleitet sie und berichtet wöchentlich über ihr Leben in Deutschland. Alle Folgen: www.maz-online.de/Brandenburg/Eine-syrische-Familie-hofft-auf-einen-Neustart

Von Martin Küper

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