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Teltow-Fläming Internationale Organisten an Fläming-Orgeln
Lokales Teltow-Fläming Internationale Organisten an Fläming-Orgeln
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05:10 04.08.2016
Sam Baker (l.) und Matthew Schembre am Spieltisch. Quelle: Foto: Degener
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Jüterbog

Jeder Organist erinnert sich an den Moment, als er sich der Königin unter den Instrumenten verschrieben hat. Für den 25-jährigen Matthew Schembre war es vor 13 Jahren eine sizilianische Orgel seiner Heimat Malta. Der Engländer Sam Baker (26) wurde als 16-Jähriger bei einem abendlichen Gottesdienst während seiner Schulzeit von den Pfeifenklängen erweckt.

Frischer Wind in historischen Orgeln

Die zwei jungen Orgelspieler sind derzeit in Jüterbog bei Kreiskantor Peter-Michael Seifried zu Gast und sorgen für frischen Wind in den historischen Instrumenten. Seit Anfang Juli hat Schembre in Gottesdiensten sowie bei Trauungen und Beerdigungen im ganzen Kirchenkreis gespielt. Vor einigen Tagen folgte ihm Baker für einige Wochen nach. Ende August wird ein dritter junger Organist das Angebot des Kantors annehmen.

Begeisterte Künstler spielen auf höchsten Niveau

„Es ist wichtig, dass junge Menschen diese alten Instrumente spielen“, sagt Seifried, „das ist gut für die Hygiene der Orgeln, aber auch die Menschen in den Konzerten bemerken die Begeisterung der Organisten für dieses Instrument. Das sind nicht irgendwelche Vertretungen, sondern Organisten auf höchstem Niveau.“ Schon im vergangenen Jahr hatte er mit den Künstlerresidenzen in seiner Jüterboger Wohnung begonnen.

Peter-Michael Seifried mit seinen Schützlingen Matthew Schembre und Sam Baker (v.l.) Quelle: Peter Degener

Matthew Schembre lernte er auf einer Chorreise auf Malta kennen. Schembre saß dort im Publikum, sprach Seifried anschließend an und zeigte dem Kantor während seines Aufenthalts die bedeutsamsten Orgeln der Mittelmeerinsel. Am Ende wurde er dann nach Jüterbog eingeladen. Schembre studiert mittlerweile das Orgelspiel in Groningen und will hauptberuflich Kirchenmusiker werden.

Großmutter warb für ihren begabten Enkel

Den Engländer Sam Baker lernte Kantor Seifried in Berlin kennen. „Eine alte Dame aus Marienfelde war Fan meiner Konzerte. Einmal kam sie im Anschluss zu mir, um mir ihren Enkel vorzustellen, der selbst so wundervoll Orgel spiele“, erzählt Seifried. Enkel Sam lehrt an einem englischen Internat Klavier und Gesang. Die lange Ferienzeit nutzt er nicht nur für seine künstlerische Residenz in Jüterbog, sondern auch als Repetitor für Opernproben. „Ich genieße die Freiheit als Lehrer solche Erfahrungen zu sammeln. Jüterbog ist großartig. Es gibt so viel Musik in dieser Stadt und viele wertvolle Instrumente und Gebäude, die hier gepflegt werden“, schwärmt er.

Jüterboger Orgeln

Sieben historische Orgeln gibt es in Jüterbog und seinen Ortsteilen. Für Kreiskantor Peter-Michael Seifried ist das eine einzigartige Konzentration bedeutender Instrumente in Brandenburg.

Das älteste Instrument ist ein Orgelpositiv von 1657 am Altar der Nikolaikirche. Die modernste Orgel steht ebenfalls in dieser Kirche und stammt von 1908/1929.

Weitere bedeutende Orgeln befinden sich in der Liebfrauenkirche (1737), in Fröhden (1846), in Kloster Zinna (1851), in der katholischen Hedwigskirche in Jüterbog (1893) und in Markendorf (1905).

Zu den Höhepunkten ihrer Aufenthalte bei Peter-Michael Seifried gehören nicht nur die Instrumente im Kirchenkreis, sondern auch die Orgel im Berliner Dom, wo die jungen Organisten ebenfalls spielen durften.

Mehrere Gastkonzerte in der Region

Noch bis zum 18. September werden die Gastorganisten an jedem Sonntag drei Kurzkonzerte in Jüterbog geben. Immer um 15 Uhr in der Klosterkirche in Kloster Zinna, um 16 Uhr in der Jüterboger Liebfrauenkirche und um 17 Uhr in der Nikolaikirche werden die historischen Instrumente aus drei Jahrhunderten für 20 Minuten gespielt und anschließend in einer Kurzführung dem Publikum vorgestellt. Die Konzerte sind frei, aber Spenden für den Erhalt und die Restaurierung der Instrumente sind gern gesehen.

Von Peter Degener

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