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Investor sieht sich „zu Bordell gezwungen“

Ludwigsfelde Investor sieht sich „zu Bordell gezwungen“

Der Streit um das ehemalige IFA-Kombinatsgebäude am Industriepark Ludwigsfelde geht weiter: Weil er aus dem leerstehenden Haus kein Hotel oder Wohnheim machen darf, will der Investor entgangene Einnahmen mit einem Bordell kompensieren. Vier Betreiber dafür hätte er in petto, so City-Best-Chef Frank Blaschke. Kommt er nicht zum Zug, will er klagen.

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Der Streit wird auch per Schild ausgetragen.

Quelle: Foto: Stadt Ludwigsfelde

Ludwigsfelde. Der Streit um das leerstehende alte IFA-Kombinatsgebäude am Industriepark Ludwigsfelde geht weiter. Wie vergangene Woche berichtet, sieht die Stadt keine Möglichkeit, mit ihrer Stellungnahme dem Antrag auf den Umbau zu einem Hotel oder einem Wohnheim zuzustimmen. Beides sei die Nutzungsart „Wohnen“ und in einem Industriegebiet nicht zulässig, hatte Bürgermeister Andreas Igel (SPD) erklärt.

Mit einer großen, wie ein Bauschild wirkenden Tafel in SPD-Farben war Igel an der hochfrequentierten Kreuzung Brandenburgische Straße/Zum Industriepark öffentlich und persönlich angesprochen worden. Denn für die Eigentümerfirma City Best Vermögensverwaltungs GmbH zählt die Argumentation der Stadt nicht. City-Best-Chef Frank Blaschke erklärt: „Ein Hotel beziehungsweise Boarding-House wird abgelehnt, auch ein Wohnheim zu sozialen Zwecken, entweder für Obdachlose, Alleinerziehende oder Jugendprojekte ebenfalls. Und das, obwohl das Baurecht solche Ausnahmen im Industriegebiet sehr wohl vorsieht. Man zwingt uns also geradezu zu einem Bordell.“

Bürgermeister hätte Büromieter versprochen

Das sei genehmigungsfähig, das wisse der Bürgermeister, meint Blaschke. Außerdem beruft er sich auf Zusagen aus dem Rathaus: „Der Bürgermeister hatte uns im Frühjahr bei zwei Besuchen im Rathaus im Beisein von Architekten zugesichert, dass wir dort ein Hotel draus machen können.“ Wie damals berichtet waren Bäume auf dem Gelände bereits gefällt worden. „Und im Juli hat der Bürgermeister versichert, dass er uns Büromieter besorgt, denn es würden genügend Anfragen dafür vorliegen“, so Blaschke. An diese Zusage habe auch der für City Best arbeitende Anwalt Falk Newi noch einmal erinnert. „Doch bis heute haben wir weder diese Büromieter noch eine Antwort aus dem Rathaus, was dort nun überhaupt werden soll“, so Blaschke.

Die Firma verweist auf inzwischen „sehr hohe Mietausfälle“. Zudem sagt Geschäftsführer Blaschke, er habe Akteneinsicht genommen, und danach sei völlig klar, dass die Stadt hier Versäumnisse habe: „Neben der bereits erteilten Zusage, die wir notfalls bis vors Verwaltungsgericht einklagen werden, wird uns gegenüber immer auf Lärmgrenzen verwiesen.“ Doch diese Einschränkungen gebe es für ein Industriegebiet gar nicht, so Blaschke. Hinzu käme, dass er und die für die Firma arbeitenden Anwälte inzwischen festgestellt hätten, dass es den vormals avisierten Bebauungsplan für den Industriepark seit mehr als zehn Jahren überhaupt nicht gebe.

Wegen all dieser Fakten würde es für seine Firma unweigerlich darauf hinauslaufen, in diesem Gebäude ein Bordell einzurichten. „Vier potenzielle Betreiber haben wir inzwischen, die sofort loslegen könnten“, erklärt Firmenchef Blaschke.

Von Jutta Abromeit

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