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Teltow-Fläming Islamwissenschaftler zu Gast in Blankenfelde
Lokales Teltow-Fläming Islamwissenschaftler zu Gast in Blankenfelde
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22:15 17.04.2016
Der Islamwissenschaftler Michael Lüders am Freitag in Blankenfelde. . Quelle: Krischan Orth
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Blankenfelde

„Warum können Sie die Bundesregierung mit Ihrer wissenschaftlichen Expertise nicht beeinflussen?“ Die Frage kam am Freitagabend aus der voll besetzten Alten Aula in Blankenfelde und richtete sich an Michael Lüder: „Ich gelte als qualifizierte Minderheitenmeinung“, antwortete der bekannte Islamwissenschaftler und Präsident der deutsch- arabischen Gesellschaft.

Seit einem Jahr stand der Kulturverein im Kontakt mit dem gefragten Wissenschaftler, um ihn nach Blankenfelde zu holen. Lüders sieht das Auseinanderbrechen der Staaten des Nahen Ostens im historischen Kontext. Der Zusammenbruch des Osmanischen Reiches und die willkürliche Grenzziehung der Siegermächte nach dem Ersten Weltkrieg – dort setzte er in seinem Vortrag an, um die heutige Krise zu analysieren.

Iran als Beispiel für westliche Eingriffe

Der Ausgangspunkt für „jahrzehntelang verfehlte Politik und Interventionen im Nahen Osten“ sei der Sturz des iranischen Premierministers Mohammad Mossadeg durch amerikanische und britische Geheimdienste 1953. Die Antwort darauf: die Ausrufung der Islamischen Republik 1979.

Lüders nimmt den Iran als Beispiel für westliche Eingriffe, die in den Regionen unberechenbare Kettenreaktionen auslösen. Nach dem Zweiten Weltkrieg seien zudem die Regierungen der Region ausschließlich darauf bedacht gewesen, ihre Macht zu sichern. Fehlende Investitionen in Bildung und Infrastruktur hätten dazu geführt, dass es eine reiche Elite und eine arme Unterschicht gebe. „Bei den Staaten des Nahen Ostens handelt es sich um hybride, vormoderne Gesellschaften, feudale Systeme“, erläuterte Lüders.

Religiosität als Zeichen des Protestes gegen Unterdrückung

Die Tendenz der „Islamisierung“ erklärt er als Folge dessen. Zunehmende Religiosität sei eher als ein Zeichen des Protests gegen die Unterdrückung durch das System zu werten. Sie geht einher mit der steigenden Verarmung der unteren Schichten: „Die Moschee ist der einzige öffentliche Ort, an dem man so etwas wie Kritik äußern kann“, erklärt Lüders. Der sogenannte „Arabische Frühling“ 2011 konnte deshalb nicht zum Erfolg führen, so Lüders, weil es keine starke und ausgebildete Mittelschicht gebe. Die Identitätsprägung ist von der Familie und der Religion bestimmt.

Den Zerfall des Irak und Syriens sieht Lüders als Folge der Golfkriege. Jahrhundertelang hätte im Irak die sunnitische Minderheit geherrscht. Nach dem Sturz Saddam Husseins und den Wahlen sei die schiitische Mehrheit an die Macht gelangt. Diese habe alle ehemaligen sunnitischen Amtsinhaber entlassen und aus ihren gesellschaftlichen Positionen verdrängt. Folge: Anschläge der Sunniten gegen Amerikaner und schiitische Einrichtungen. Auch die 2008 gegründete Terrorgruppe „Islamischer Staat“ habe hier ihren Ausgangspunkt: „Wäre der Bürgerkrieg in Syrien nicht durch westliche Geheimdienste geschürt worden, um Assad zu beseitigen, dann wäre der IS vielleicht nur ein irakisches Phänomen geblieben“, meint Lüders. Er sieht in dem Konflikt derzeit keine gemäßigte syrische Opposition, die zur Befriedung beitragen könnte.

Von Krischan Orth

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