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Ja-Wort im neuen Matrosenanzug

Luckenwalde Ja-Wort im neuen Matrosenanzug

Gertraud und Horst Zimdahl stammen beide aus Pommern. In Luckenwalde fanden sie ihr Glück. Inzwischen sind sie 60 Jahre verheiratet. Zur Familie gehören zwei Kinder, zwei Enkel und vier Urenkel.

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Ein diamantenes Paar: Die Luckenwalder Gertraud und Horst Zimdahl mit einem Foto von der Hochzeit vor 60 Jahren.

Quelle: Margrit Hahn

Luckenwalde. Gertraud und Horst Zimdahl feiern am 31. Dezember nicht nur Silvester, sondern auch ihre diamantene Hochzeit. Vor 60 Jahren gaben sie sich erst im Luckenwalder Standesamt und dann am Nachmittag in der Petrikirche das Ja-Wort.

„Meine Oma hat damals Lebensmittelkarten gesammelt, damit zur Hochzeit genügend Essen aufgetischt werden konnte“, berichtet Gertraud Zimdahl. Ihre Eltern haben die Hochzeit nicht mehr miterlebt. Der Vater war im Alter von 33 Jahren im Krieg gefallen und die Mutter mit 37 Jahren an Embolie gestorben. Daher richteten Tante und Oma die große Hochzeitsfeier aus. „Wir hatten zwar wenig Geld, aber auf eine Kochfrau wurde nicht verzichtet“, erzählt Gertraud Zimdahl.

Bei der Silvesterparty funkte es

Kennen gelernt hatte sich das Paar bei einer Silvesterparty im Luckenwalder „Bergschlösschen“. Allerdings sei ihr der schmucke Matrose schon vorher aufgefallen, sagt sie. Es war Liebe auf den ersten Blick. Im Sommer sahen sich der Obermatrose und seine schmucke Freundin wieder. Als er Silvester wieder Urlaub bekam, verlobten sie sich. Und genau ein Jahr später heirateten sie. Horst Zimdahl hatte sich dafür extra eine nagelneue Matrosenuniform aus der Kleiderkammer besorgt. „Dass ich zur Marine gehen würde, stand für mich immer fest. Ich stamme aus Pommern von der Küste“, sagt der 80-Jährige. Das seine Frau ursprünglich auch aus Pommern kommt, amüsierte sogar den Pfarrer bei der Hochzeit. Die Braut trug vor 60 Jahren ein langes weißes Kleid, dass die Schneiderin genäht hatte. Die weißen Nelken wurden im Blumenladen über mehrere Tage gesammelt, um einen großen Brautstrauß zusammen zu bekommen.

Gertraud Zimdahl absolvierte eine Ausbildung als Elektromontiererin. Nach der Wiedervereinigung setzte sie sich noch einmal auf Schulbank und wurde examinierte Krankenpflegerin.

Immer auf Achse

Horst Zimdahl ist gelernter Mechaniker. Nach seinem Marinedienst begann er wieder im Luckenwalder Unternehmen Kontaktbauelemente, wo er seine Lehre gemacht hatte. Dort war er 40 Jahre als Musterbauer in der Entwicklung tätig. Als er nach der Wende arbeitslos wurde, begann er, auf dem Bau in Berlin zu arbeiten. Heute genießen sie ihr Rentnerdasein. Dass sie die Hände in den Schoß legen, kommt aber nicht in Frage. Der große Garten, das Haus und die Familie – da gibt es immer etwas zu tun. Gertraud Zimdahl scheut sich auch nicht davor zurück, mit Enkeln oder Urenkeln auf allen Vieren durch den Garten zu kriechen. Dass Wichtigste ist ihr, dass es den Kindern gut geht. Die Arbeit im Haushalt und im Garten teilt sich das Paar. Der Familienvater hat fast das gesamte Haus selbst umgebaut. Die Beiden müssen nicht lange überlegen, als sie gefragt werden, ob sie einander wieder heiraten würden. „Auf jeden Fall!“, lautet ihre Antwort.

Überraschung zur diamantnen Hochzeit

Das Ehepaar hat zwei Kinder. Tochter Sylvia kam 1959 zur Welt, Sohn Mario ein Jahr später. Wie die diamantene Hochzeit am Sonntag gefeiert wird, weiß das diamantene Paar nicht. Ihre Kinder, Enkel und Urenkel haben ihnen nur gesagt, dass sie in den kommenden Tagen keine Termine vereinbaren sollen. „Wir lassen uns überraschen“, sagt Gertraud Zimdahl. Nächstes Jahr wollen sie wieder reisen; am liebsten mit dem Bus. In den vergangenen Jahren unternahmen sie Touren nach Österreich, Holland, Italien, Sizilien und in die Schweiz.

Von Margrit Hahn

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