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Ja zu Flüchtlingsheim – aber mit Bedingungen

Ortsbeirat Mahlow befürwortet Grundstück im Mahlower Musikerviertel Ja zu Flüchtlingsheim – aber mit Bedingungen

Sein Ja zum Bau einer Flüchtlingsunterkunft verbindet der Ortsbeirat Mahlow mit klaren Forderungen. So soll die Gemeinde selbst bauen, um Einfluss auf Gebäude, Schallschutz und Innenleben zu haben. In Teltow-Fläming wäre das bislang einzigartig.

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5000 Quadratmeter hat das Grundstück im Mahlower Musikerviertel, auf dem das Flüchtlingsheim stehen soll.

Quelle: Christian Zielke

Mahlow. Nach dem Ortsbeirat Dahlewitz haben auch die Mahlower einer Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge zugestimmt. In seiner Sitzung am Dienstag befürwortete der Ortsbeirat einstimmig, ein Grundstück an der Richard-Wagner-Chaussee dem Kreis anzubieten.

Doch die Mahlower formulierten auch Bedingungen. So soll die Gemeinde selbst die Unterkunft errichten. „Damit wir die Sache in der Hand haben“, sagte Ortsvorsteherin Regina Bomke (CDU). Allzu oft würden Flüchtlinge in ungeeigneten Gebäuden untergebracht. Bei vielen Menschen auf engstem Raum gebe es ein höheres Konfliktpotenzial. Die Gemeinde könne darauf achten, dass die Räume in der Unterkunft kleiner ausfallen und dass es Rückzugsmöglichkeiten gibt. Mit seiner Größe von rund 5000 Quadratmetern lassen sich sowohl Gebäude als auch Außenanlagen großzügig gestalten. Außerdem könnte die Gemeinde speziell ausgebildete Erzieher engagieren, die die Kinder der Flüchtlinge betreuen und ihnen Deutsch beibringen. Sowohl die Mitglieder des Ortsbeirates als auch viele Zuhörer, die gekommen waren, waren skeptisch, ob der Kreis dafür ausreichend Geld bereitstellt. Zudem sei die Personalsituation in einigen Kindergärten der Gemeinde wegen längerer Ausfälle schon jetzt so angespannt, dass Flüchtlingskinder, die kein Deutsch können, nur schwer betreut werden könnten. Problematisch sehen einige Anwohner auch die Lage des Grundstücks in der Einflugschneise des Flughafens. Dass dort überhaupt gebaut werden dürfe, liege am gültigen Bebauungsplan. Wenn dort gebaut wird, seien umfangreiche Schallschutzmaßnahmen erforderlich, waren sich Ortsbeirat und Zuhörer einig. Da mobile Gebäude, auch Container genannt, kaum zu dämmen seien, müsse wohl massiv gebaut werden.

Eine Flüchtlingsunterkunft in Eigenregie einer Gemeinde wäre laut Kirsten Gurske (Linke), Sozialdezernentin des Landkreises, ein Novum. „Die Gemeinde kann sich gerne auf die Ausschreibung des Kreises bewerben“, sagte sie. Man dürfe den Zeitfaktor jedoch nicht außer Acht lassen, und der könne bei einem massiven Gebäude deutlich langwieriger sein. Der Kreis brauche jedoch kurzfristig Unterkünfte. Bislang, so Gurske, gehe man von einer bis zu fünfjährigen Unterbringung aus, weshalb geklärt werden müsse, wie das Gebäude später nachgenutzt wird. Im Juli will sich die Kreisverwaltung die Grundstücke in Mahlow und Dahlewitz ansehen.

Von Christian Zielke

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