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Teltow-Fläming Ausgezeichnet für den Naturschutz
Lokales Teltow-Fläming Ausgezeichnet für den Naturschutz
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00:20 10.11.2018
Stolze Naturschützerin: Jacqueline Helbing setzt sich dafür ein, dass der Schwalbenbestand im Süden Teltow-Flämings wieder zunimmt. Quelle: Victoria Barnack
Eckmannsdorf

„Schwalben willkommen“ steht auf der Plakette aus Glas, die seit dieser Woche neben der Haustür von Jacqueline und Jan Helbing hängt. Es ist nicht nur ein symbolisches Zeichen. Denn auf dem mehrere hundert Quadratmeter großen Gehöft des Ehepaares leben zahlreiche Rauch- und Mehlschwalben. Die Helbings dulden die Schwalben nicht nur; sie setzen sich bewusst für sie ein.

Wir wollen ein Zeichen setzen und damit auch anderen Menschen für den Schutz der Vögel motivieren“, sagt Jacqueline Helbing. Für ihr Engagement im Naturschutz wurde die Eckmannsdorferin nun vom Naturschutzbund (Nabu) ausgezeichnet. Nur wenige Male im Jahr wird im Kreis Teltow-Fläming die Schwalbenplakette verliehen.

Seit fünf Jahren wird die Schwalbenplakette im Kreis Teltow-Fläming verliehen. Quelle: Victoria Barnack

„Die Belüftungslöcher in den Stallwänden haben wir nicht wie viele andere Menschen zugemacht“, erzählt die Eckmannsdorferin. Viele Dorfbewohner stören sich an den Vögeln und vor allem an ihren Hinterlassenschaften. Gerhard Maetz vom Nabu-Kreisverband Luckenwalde/Jüterbog erklärt, genau das sei der Grund, weshalb engagierte Schwalbenschützer in Brandenburg ausgezeichnet werden.

Vor fünf Jahren verlieh Maetz die erste Plakette im Kreis Teltow-Fläming an einen Gastwirt in Oehna. „Manche mögen die Schwalben gar nicht“, weiß er, „doch in Oehna ist man pragmatisch: Wenn die Vögel im Tiefflug durch den Biergarten fliegen, ist das ein Erlebnis für die Touristen und ihre Hinterlassenschaften werden als Dünger für die Erdbeeren genutzt.“

Politisches Engagement für Naturschutz

Erst vier Mal konnte Maetz in diesem Jahr eine Schwalbenplakette verleihen, obwohl es keine strengen Voraussetzungen dafür gibt. Doch die Schwalbe hat ein Imageproblem. Maetz bestätigt, dass viele Menschen sie als lästig empfinden und deshalb ihre Nester entfernen und Unterschlüpfe zumauern. „Durch die Plakette wollen wir mit interessierten Menschen ins Gespräch kommen“, sagt Jacqueline Helbing, „egal, ob über die Schwalben oder andere Naturschutzthemen.“

Gerhard Maetz vom Nabu-Kreisverband überreichte die Plakette an das Ehepaar. Quelle: Barnack

Denn das Engagement der Eckmannsdorferin, die aus Berlin stammt, geht weit über den Schutz der Schwalben hinaus: Bei den bevorstehenden Kommunalwahlen im Mai 2019 könnte sie sich vorstellen, für die Grünen auf einer Liste anzutreten. „Wir möchten ein Symbol für den Naturschutz in unserer Region sein“, pflichtet ihr Ehemann bei. Auch ihm liegen Themen wie eine nachhaltige Landwirtschaft und der Artenschutz am Herzen.

Rauchschwalben zieren die Plakette, die der Nabu verleiht. Einige der Vögel nisten auf dem über 100 Jahre alten Hof von Jacqueline und Jan Helbing. Quelle: Nabu

Erst vor zwei Jahren zog das Paar in das Dorf mit nicht einmal 100 Einwohnern. Der Schritt heraus aus Berlin sei eine bewusste Entscheidung gewesen, erklären sie. „Wir haben den Weg in die Natur gesucht“, sagt Jan Helbing, „schon in Berlin hatten wir einen eigenen Garten, unsere Blaupause. Doch die Stadt fanden wir nicht überlebenswert.

Das mehr als 100 Jahre alte Haus in Eckmannsdorf ist ihre Heimat geworden. Das Grundstück teilen sie mit einigen Hühnern, die sich frei bewegen können. Im Garten wachsen bienenfreundliche Blumen. Den gesamten Hof wollen sie sanft sanieren. „Wir haben Glück, dass es in der DDR nicht ,kaputt erneuert’ wurde“, sagt Jacqueline Helbing, „nun machen wir alles Stück für Stück mit den ursprünglichen Materialien.“

Von Victoria Barnack

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