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Jäger begrüßen neuen Schadensrechner

Dahmeland-Fläming Jäger begrüßen neuen Schadensrechner

Streitigkeiten um Wildschäden im Wald landeten in der Vergangenheit immer wieder mal vor Gericht. Mit einem neuen Instrument des Forstministeriums sollen sich Waldeigentümer und Jäger künftig leichter außergerichtlich einigen können. Die Jäger in der Region Dahmeland-Fläming begrüßen das, zumal sie künftig mehr Wildschäden befürchten.

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Mit Glaube, Liebe, Hoffnung

Können in der Gruppe erhebliche Schäden in Wäldern anrichten: Rehe.

Quelle: dpa

Dahmeland-Fläming. Mehrere Jahre lang haben Jäger und Waldbesitzer um ein Verfahren gerungen, das die Bewertung von Wildschäden im Wald vereinfacht. Vor wenigen Tagen hat Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD) das Verfahren nun vorgestellt – es handelt sich um ein Online-System, mit dessen Hilfe man Euro-Beträge für Bäume berechnen lassen kann, die vom Wild angeknabbert oder zerstört wurden.

Das Rechenmodell soll Jägern und Waldbesitzern eine Einigung erleichtern, bevor es zum Gerichtsstreit kommt. Die Jäger in der Region Dahmeland-Fläming begrüßen das neue System. „Es ist gangbar“, sagt etwa Horst-Dieter Hennings vom Jagdverband Königs Wusterhausen, auch wenn es zuletzt kaum Probleme mit Wildschadensregulierungen im Wald gegeben habe. Die könnten aber durchaus noch bevorstehen, glaubt der Vorsitzende des Kreisjagdverbandes Teltow-Fläming, Ortwin Seier, der an der Erarbeitung des Systems beteiligt war.

Schäden im fünfstelligen Bereich

In der Theorie ist es so, dass ein Waldbesitzer den Jäger für Wildschäden zur Verantwortung ziehen kann. Das passiert in der Region allerdings häufiger auf landwirtschaftlichen Flächen, wo die Schäden schnell in den fünfstelligen Bereich gehen können, wie erst jüngst ein Gerichtsstreit um ein verwüstetes Maisfeld bei Münchehofe zeigte.

Zwar treten auch in den Wäldern besonders in den Wintermonaten Schäden an Jungpflanzen auf, weil etwa Rot- und Rehwild einen hohen Energiebedarf haben und diesen bevorzugt mit jungen Bäumen decken. Die Frage, ab wann der Wildschaden ersetzt werden muss, sei für den Laien aber schwer zu entscheiden, sagt Norbert Hill von der Unteren Jagdbehörde in Dahme-Spreewald. „Es ist natürlich, dass wir Wild in unseren Wäldern haben, es ist auch natürlich, dass die Tiere etwas fressen müssen.“ Nur: In der jüngsten Waldinventur gab die Landesforstbehörde die Verbissschäden in der Region Dahmeland-Fläming mit durchschnittlich 44 Prozent an – was bundesweit einer der höchsten Werte ist.

Gutes Verhältnis zwischen Jägern und Waldeigentümern

Dass es trotzdem bisher kaum Regressforderungen gab, führt Ortwin Seier zum einen auf das gute Verhältnis von Jägern und Waldeigentümern in der Region zurück. Zum anderen seien wertvolle Jungkulturen bisher häufig mit Zäunen geschützt worden, zumindest solange es noch eine Förderung dafür gab. Bei großen Privatwäldern werden die Zäune allerdings jetzt nicht mehr gefördert, was die Wahrscheinlichkeit von Schäden erhöht.

Ein zusätzliches Risiko sei der Wolf, dessen bloße Anwesenheit dazu führt, dass Reh-, Rot- und Schwarzwild in deutlich größeren Gruppen unterwegs sind. Das größte in jüngster Zeit bei Jänickendorf fotografierte Rotwildrudel umfasste 120 Tiere. „Wenn so ein großes Rudel auf einer Kultur steht, sind schon die Trittschäden enorm. Wenn die Tiere dann auch noch fressen, kann innerhalb kürzester Zeit sehr viel kaputt gehen. Der Jäger kann das oft gar nicht verhindern“, so Seier. Deshalb sei das Berechnungsmodell zwar eine Hilfe.

Waldbesitzer sollen Tieren alternatives Futter anbieten

Mindestens genauso wichtig sei aber, dass Waldbesitzer, Jäger und Landwirte gemeinsam versuchten, die Schäden so gering wie möglich zu halten – etwa, indem die Waldbesitzer den Tieren auch Äste und Weichholz zum Fraß anbieten. „Ein Jäger kann es sich nicht leisten, über Jahre hohe Wildschäden zu begleichen. Man muss gemeinsam versuchen, die Probleme in den Griff zu bekommen“, so Seier.

Von Oliver Fischer

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