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Jäger erzählt seine Version der „Böller-Story“

Polizeimeldung mit Nachspiel Jäger erzählt seine Version der „Böller-Story“

Ein Jäger, der zwei Jugendliche in Rangsdorf mit einer Waffe bedroht hat – diese Polizeimeldung sorgte vor zwei Wochen für Aufregung. Aus Sicht des Jägers stellt sich die Geschichte etwas anders dar, doch ihn hat die Polizei bisher nicht gefragt. Genau das könnte nun für die Behörden ein Nachspiel haben.

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Eine von drei beschädigten Jagdkanzeln in Rangsdorf.

Quelle: Foto: privat

Rangsdorf. Eine Polizeimeldung hat vor einigen Tagen für Wirbel gesorgt. In Rangsdorf hatte ein Jäger am 30. März zwei 14 und 15 Jahre alte Jugendliche beim Umgang mit Feuerwerkskörpern im Wald nahe ertappt und mit Schüssen in die Luft gestellt.

Die Jugendlichen hätten sich daraufhin auf die Erde gelegt. Der Jäger habe dann den Jagdpächter Hans-Joachim Fetzer dazu gerufen. Fetzer habe die Jugendlichen dann des Waldes verwiesen. Am Tag darauf vertrauten sie sich in der Schule einer Betreuerin an. Diese informierte die Polizei, die seitdem gegen den Jäger wegen Bedrohung ermittelt.

Fetzer, der für Rangsdorf zuständige Jagdpächter, will nun eine Dienstaufsichtsbeschwerde gegen die Polizei einlegen. Aus seiner Sicht schildere die Pressemitteilung nur die Sicht der Jugendlichen. Zudem sei er als Jagdpächter eindeutig identifizierbar gewesen. „Es gibt nur einen Jagdpächter für Rangsdorf“, sagt er. Auch mit dem angegebenen Alter sei er identifizierbar. „Mich sprechen ständig Leute auf den Vorfall an“, sagt er.

Drei Jagdkanzeln wurden gesprengt

Fetzer hat unterdessen Anzeige gegen Unbekannt wegen Sachbeschädigung gestellt. Drei Jagdkanzeln in der Nähe des Rangsdorfer Sees sind schwer beschädigt. Dort wurden Reste von Böllern gefunden. Fetzer vermutet, dass die Jugendlichen etwas damit zu tun haben. Die Polizei bestätigt die Anzeige. „Im Rahmen der Ermittlungen wird ein Zusammenhang geprüft“, sagt eine Polizeisprecherin. Ermittlungen gegen die Jugendlichen wegen des Verwendens illegaler Feuerwerkskörper werden geprüft.

Das Ermittlungsverfahren gegen den Jäger dauert hingegen noch an. Dieser erinnert sich noch gut an den Abend. „Es war dunkel und regnerisch“, sagt er. Er möchte nicht, dass sein Name in der Zeitung steht, doch er will seine Version erzählen. „Bis heute hat die Polizei mich nicht einmal befragt“, sagt er.

Jäger hielt die Jugendlichen zunächst für bewaffnete Wilderer

An dem besagten Abend war er im Wald unterwegs, als er laute Knallgeräusche hörte. „Es klang wie Schüsse“, sagt er. Es sei nicht das erste Mal, dass Wilderer in Rangsdorf ihr Unwesen trieben, deshalb sei er dem nachgegangen. Auf einem Weg traf er die beiden Jugendlichen an. Sie trugen dunkle Kleidung und hatten Kapuzen ins Gesicht gezogen. Als er sie aufforderte stehen zu bleiben, hätten sie nicht reagiert. „Ich hatte Angst“, sagt er. Zu dem Zeitpunkt war er immer noch davon ausgegangen, dass der Knall von Schüssen kam. Also zog er die Pistole und schoss zwei Mal in die Luft. Erst dann hätten die Jugendlichen reagiert, sich sofort auf den Boden geworfen und ihre Namen genannt. „Ich habe zu keinem Zeitpunkt auf sie gezielt“, sagt der Jäger. Ihm gegenüber hätten diese zugegeben, mit Böllern hantiert zu haben.

Hans-Joachim Fetzer hält das Verhalten der Jugendlichen für schwerwiegender als einen Dumme-Jungen-Streich. „Böller haben in einem Vogelschutzgebiet nichts verloren.“ Derzeit ziehen viele bodenbrütende Vögel ihren Nachwuchs groß. Von Menschen verursachter Lärm sei eine große Gefahr. Als Jagdpächter habe er das Recht, Leute des Waldes zu verweisen.

Von Christian Zielke

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