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Jäger fürchten nach „Reichsbürger“-Tat um Ruf

Jüterbog Jäger fürchten nach „Reichsbürger“-Tat um Ruf

Bevor ein Jäger seinen Waffenschein bekommt, muss er eine strenge Prüfung bestehen. Später fragt niemand mehr danach. In Jüterbog finden deshalb seit Jahren regelmäßig freiwilliges Schießtrainings statt.

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Heinz Becker (vorn) und Günter Panse testeten ihr Können – und ihre Waffen.

Quelle: Fotos: Uwe Klemens (2)

Jüterbog. „Jeder Jäger ist darum bemüht, das Tier, das er jagt, möglichst mit dem ersten Schuss zu töten, um ihm unnötiges Leiden zu ersparen“, sagt Günter Panse. Dass nicht jeder Waidgenosse dies immer schafft, weiß der Vorsitzende der Jägerschaft Jüterbog natürlich auch. Um dem Ziel möglichst nahe zu kommen, treffen sich die derzeit 66 Mitglieder der zum Kreisjagdverband Teltow-Fläming gehörenden Jägerschaft zweimal im Jahr auf dem Schießstand.

„Mit eingeladen sind dabei auch immer die Jäger, die nicht zu unserer Jagdgenossenschaft gehören“, sagt Panse, der die Zahl der nicht organisierten Waidmänner, die mehr oder weniger regelmäßig zwischen Grüna, Zellendorf, Welsickendorf und Blönsdorf auf Pirsch gehen, auf noch mal 40 bis 50 schätzt. „Mitglied zu sein ist keine Pflicht, hat aber einige Vorteile, zum Beispiel den Gruppenrabatt bei der Jagdhaftpflichtversicherung und den kostenlosen Erhalt der Jagdzeitschrift ,Unsere Jagd’, in der zwölfmal jährlich über wichtige Veränderungen im Jagdrecht informiert wird“, sagt Panse. „Jagen im Revier darf jeder, der einen gültigen Jagdschein und ein entsprechendes Pachtverhältnis mit dem Flächeneigentümer besitzt.“

Das Übungsschießen dient dazu, sicherer im Umgang mit der Waffe zu werden und seine Schießkünste zu vervollkommnen. Auch die Waffen können anhand des Trefferbildes auf der Zielscheibe gut nachjustiert werden. „Niemand sollte erst während der Jagd schießen lernen“, ist Panse überzeugt. Dass Jäger, die nur selten jagen oder älter sind, ihr Können nirgends mehr nachweisen müssen, ist eine Lücke im Gesetz, sind Panse und Grünas Jagdpächter Heinz Becker, der das Schießtraining seit Jahren organisiert, überzeugt. Während beim Erwerb des Waffenscheins die Zulassungsbedingungen noch hoch gesteckt sind, muss zur spätestens alle drei Jahre erfolgenden Verlängerung des Jagdscheins keine Schießprüfung mehr abgelegt werden. Seit mehr als zehn Jahren setzt sich Heinz Becker deshalb dafür ein, zumindest das jährliche Übungsschießen zur Pflicht zu machen. Selbst Fehlschüsse, die auf dem Schießplatz kein Loch auf der Pappscheibe verursachen, gelten als Erfolg, weil der Schütze sein Nichtkönnen erkennen und korrigieren kann.

Diskutiert wurde am Rande des Trainings, das diesmal auf dem Gelände der Jessener Schützengilde stattfand, auch über den jüngsten Vorfall, bei dem ein so genannter „Reichsbürger“ einen Polizisten erschoss. „Da der Täter auch Jäger ist, kommen nun möglicherweise gleich alle Jäger in Verruf“, befürchtet Heinz Becker. Für Panse war die Ursache in diesem Fall eindeutig Behördenversagen, da man viel eher auf die Verwirrtheit des Mannes hätte reagieren und sensibler an die Hausdurchsuchung herangehen müssen. „Bevor wir in Jüterbog jemanden für die Ausbildung zum Jäger zulassen, gucken wir, ob er charakterlich geeignet ist“, sagt Becker.

Von Uwe Klemens

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