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Jänickendorfer Gedenktafel für Flugzeug-Crew

Später Abschied Jänickendorfer Gedenktafel für Flugzeug-Crew

Im März 1944 waren der britische Pilot Kenneth George Bickers und seine Besatzung mir ihrer Lancaster in der Nähe von Jänickendorf abgeschossen worden und ums Leben gekommen. 72 Jahre später nehmen die Angehörigen auf bewegende Weise in Jänickendorf Abschied.

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Eine Gedenktafel für die 1944 abgestürzte britische Flugzeug-Crew wurde an der Museumsscheune in Jänickendorf enthüllt.

Quelle: Elinor Wenke

Jänickendorf. Auf den Tag genau 72 Jahre nach dem Absturz einer britischen Lancaster bei Jänickendorf nahmen die Angehörigen des damals ums Leben gekommenen Piloten Kenneth George Bickers endgültig und auf bewegende Weise von ihm Abschied. An der Museumsscheune in Jänickendorf wurde am Donnerstag eine Gedenktafel für die Crew enthüllt, die im Zweiten Weltkrieg, am 24. März 1944, abgeschossen worden war. Neben einem Porträt des Piloten sind die Namen seiner sechs Besatzungsmitglieder aufgeführt.

Sichtlich bewegt verfolgten die aus England angereisten Gäste die Trauer-Zeremonie. „Ich bin so dankbar, dass ich das heute hier erleben kann“, sagte John Bickers, der Bruder des Piloten. Der 89-Jährige war mit seinem Sohn James und seinem Enkel Marc gekommen. Auch Mel Taylor, Enkel des Crew-Mitgliedes Norman Tombs, und seine Tochter waren dabei.

Vor einem Jahr führte der Weg schon einmal nach Jänickendorf

Vor genau einem Jahr hatte sich John Bickers schon einmal auf den Weg gemacht, um die Absturzstelle aufzusuchen, an der sein damals 21-jähriger Bruder ums Leben gekommen war. Die einzige Information, die er hatte: Die Stelle liegt bei Jänickendorf, wahrscheinlich fünf Kilometer östlich von Luckenwalde.

Nach ergebnisloser Suche in Berlin und Luckenwalde fuhr er auf gut Glück nach Jänickendorf und hatte tatsächlich Glück. In Gisela und Manfred Bölke vom Heimat- und Geschichtsverein Nuthe-Urstromtal fand er aufgeschlossene und hilfsbereite Partner – trotz aller Sprachbarrieren. Sie zeigten ihm Dokumente und die im Museum aufbewahrte Radaufhängung der Lancaster. Manfred Bölke führte ihn zum Absturzort und der damals 15-jährige Augenzeuge Gerhard Krüger war bereit, über das Geschehen zu berichten. „Ich habe die Toten damals gefunden. Diese Erinnerung berührt mich bis heute“, sagte der 87-Jährige beim Gedenken am Donnerstag.

Schrecksekunde am Abend vor der Enthüllung

Gisela und Manfred Bölke ist es zu verdanken, dass dem tragischen Ereignis von 1944 nun ein Denkmal gesetzt wurde. Auf ihre Bitte hin fertigte der Luckenwalder Bildhauer Karl Späth das Porträt des Piloten aus Zinn und ätzte die Namen aller Besatzungsmitglieder auf die Tafel. In einem Holzrahmen hinter Glas steht sie nun am Eingang zur Museumsscheune. Karl Späth ließ sich nur die Unkosten für das Material bezahlen. Seine unzähligen handwerklichen Stunden spendierte er.

„Wir wollen ein bleibendes Denkmal setzen und folgenden Generationen die Schrecken des Krieges bewusst machen“, sagte Gisela Bölke. Am Abend zuvor hatte es noch eine Schrecksekunde gegeben: Wie elektromagnetisch angezogen klebten hunderte Sägespäne hinter dem Glas, so dass die Schrift kaum noch zu erkennen war. Karl Späth rettete die Situation, bohrte ein kleines Loch ins Holz und saugte die Späne ab.

Nuthe-Urstromtals Bürgermeisterin Monika Nestler würdigte die Gedenktafel als Mahnung für den Frieden. „Mit Blick auf die schrecklichen Terroranschläge in Brüssel hat dieser Tag heute eine besondere Bedeutung“, sagte sie.

Von Elinor Wenke

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