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Jahrbuch zeigt die Vielfalt der Region

Luckenwalde / Wünsdorf Jahrbuch zeigt die Vielfalt der Region

Das neue Heimatjahrbuch 2017 für den Landkreis Teltow-Fläming ist erschienen: In 22 Beiträgen schildern die Autoren Kulturhistorisches, Naturkindliches und auch Sportgeschichtliches.

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Bei Bauarbeiten in Dahme wurde ein 700 Jahre alter Knüppeldamm entdeckt. Dokumentiert ist das in der Chronik des Jahrbuchs.

Quelle: Foto: Uwe Klemens

Luckenwalde. „Breit gefächert und immer wieder neu“, preist Silvio Fischer das Heimatjahrbuch für den Landkreis Teltow-Fläming an. Soeben ist die neueste Ausgabe erschienen Seit 1994 wird es vom Landkreis herausgegeben und seitdem kümmert der Leiter des Museums des Teltow in Wünsdorf sich mit einem kleinen Team um die redaktionelle Arbeit.

22 Autoren haben diesmal Beiträge geliefert; Edith Kruse befasst sich mit der Entwicklung der Holzverarbeitung und Möbelproduktion in Trebbin vor allem im 19. Jahrhundert, der Archäologe Ulrich Wiegmann schildert die Ergebnisse seiner Untersuchungen des Walther-Rathenau-Platzes in Baruth, der im Zuge der Umgestaltung 2015 archäologisch erforscht worden war. Wiegmann gehört auch zu dem Autorenkollektiv, das über Untersuchungen zum Wünsdorfer „Halbmondlager“ und Ausgrabungen der 1915 errichteten und 1925/26 abgerissenen Moschee des Kriegsgefangenlagers berichtet.

Silvio Fischer, Leiter des Museums des Flämings in Wünsdorf, mit dem Heimatjahrbuch

Silvio Fischer, Leiter des Museums des Flämings in Wünsdorf, mit dem Heimatjahrbuch.

Quelle: Karen Grunow

Ein Porträt über das Illustratoren-Ehepaar Martha-Luise und Matthias Gubig aus Blankenfelde wurde ebenso für das Jahrbuch ausgewählt wie der von Lutz Fahron aufgestöberte Krimi aus Stangenhagen, wo vor 480 Jahren ein „wilder Haufen rebellischer Männer“ um Hans Kohlhase einfiel und den Müllermeister entführte. Erinnert wird an die Heimatdichterin Käte Taubitz, die 1912 in Heinsdorf geboren worden war und ihre Texte mundartlich in Flämingplatt verfasste. Das faszinierte und interessierte Sieglinde Schulze, die im neuen Heimatjahrbuch über Begegnungen mit der 2010 verstorbenen Geschichtensammlerin schreibt. Eine Chronik für 2015 und 2016, für deren Bebilderung übrigens auch MAZ-Redakteure der Region sorgen, ergänzt den neuen Band.

In gewisser Weise steht das Heimatjahrbuch in der Tradition solcher Publikationen wie des alten Teltower Kreiskalenders, der in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erschien. Der Kreis Zossen hatte von 1958 bis 1993 einen eigenen Kreiskalender und auch für den Kreis Jüterbog gab es Vergleichbares in den 1980er-Jahren.

Die aktuelle Auflage liegt bei 1300 Exemplaren. Das 148 Seiten starke Jahrbuch kostet sieben Euro, ist erhältlich im regionalen Buchhandel sowie direkt im Museum des Teltow und in anderen Kultureinrichtungen des Landkreises. Einige frühere Jahrgänge sind längst vergriffen. Trotzdem lohne es, direkt bei ihm im Museum nachzufragen, so Silvio Fischer. Er selbst, sagt er, profitiere immer wieder von den vielfältigen Einsendungen für das Jahrbuch. „Aus einigen Themen und Kontakt zu den Leuten ergaben sich schon Ausstellungen“, erzählt Fischer. Der Leserkreis jedenfalls ist groß. „Selbst aus Kalifornien haben wir schon Resonanz bekommen“, berichtet der Historiker.

Das „Heimatjahrbuch Teltow-Fläming 2017“ kann auch telefonisch bei der Kreisverwaltung unter 03371/6 08 36 02 bestellt werden.

Von Karen Grunow

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