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Jazz-Experimente beim Jüterboogie

Jüterbog Jazz-Experimente beim Jüterboogie

Der Schlagzeuger Michael Maass ist genervt vom heutigen Musikkonsum per Kopfhörer. Ihm fehlt Neugier und ihn stört passives Hören. Musiziert werde zu wenig. Sein geradezu intimes Konzertformat Jüterboogie geht am Sonnabend in Jüterbog in die 17. Runde. Dort experimentiert Maass erfolgreich mit Jazz und Blues-Größen.

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Michael Maass spielt mit Hörgewohnheiten.

Quelle: privat

Jüterbog. Die „Momente voller Energie“ fehlen Michael Maass, wenn er sich anschaut, wie Menschen heutzutage Musik konsumieren. „Sie hören zwar immer mehr Musik, bekommen das aber nur vom Stöpsel im Ohr vorgesetzt. Dafür musizieren sie immer weniger selbst“, klagt der Profi-Schlagzeuger aus Jüterbog, der zu den besten seines Fachs gehört.

17. Auflage des Jüterboogies

„Die Leute sind auch nicht mehr so neugierig wie früher und lassen sich kaum mehr überraschen, sondern horchen vor jedem Konzert vorher rein, was sie erwartet“, sagt Maass, der am Sonnabend zum 17. Mal zum Jüterboogie ins Kulturquartier Mönchenkloster einlädt. „Diese Hürde haben die Jüterboger aber längst überwunden, sie lassen sich darauf ein, was ich zusammengestellt habe, und honorieren meinen Musikgeschmack“, ist sich Maas sicher.

Der künstlerische Leiter der Jüterboogie-Jazzkonzerte lebt zwar schon lange nicht mehr in Jüterbog, sondern in Berlin, fühlt sich aber noch immer an die Stadt seiner frühen Kindheit gebunden. Um die Jahrtausendwende hörte er das „Gejammer“, dass nichts los sei in der Stadt. „Daran habe ich angesetzt und mittlerweile identifizieren sich die Jüterboger auch mit dem Konzert“, sagt Maass.

Neues Konzept beim Jüterboger Festival

„Es geht darum die richtigen Musiker zusammen zu bringen, bei denen man weiß, dass es passt. So entsteht Energie und so erschaffen wir diese besonderen Momente“, ist Maass sich sicher. In früheren Jüterboogie-Jahren spielten viele Musiker gleichzeitig auf den verschiedenen Bühnen. „Das wollen wir beim 17. Mal anders machen. In jeder Stunde wird sich das Programm ändern“, sagt Maass. Nacheinander werden ab 20 Uhr das Kirchenschiff, die Konzertstätte, der Wilhelm-Kempff-Saal und das Foyer des Kulturquartiers zur Bühne für die von Maass ausgewählten Musiker.

Auf Fragen, wer sicher hinter dem „Soulful Organ Trio“, „Have Mercy“, „Indijana“ oder Michael van Merwyk verbirgt, beginnt der 52-jährige Trommler zu schwärmen, sagt aber irgendwann, dass man die ganzen Superlative gar nicht brauche. „Jüterboogie ist eine gewachsene Sache, die von den Mitarbeitern des Kulturquartiers ganz liebevoll organisiert wird“, lobt er den eigentlichen Veranstalter. Der Musiker wird es wissen, denn er selbst veranstaltet seit Jahren mit dem „Blue Wave Festival“ auf Rügen ein mehrfach ausgezeichnetes Blues-Fest, dass Tausende Jazzfans anzieht.

Ticket bei der Stadtinformation

Eine Jazz-Szene, selbst eine kleine, sieht Maass in Jüterbog zwar nicht, „es gibt aber genügend Leute, die sich bei solcher Musik amüsieren und für uns als Künstler ist das am Wichtigsten.“ Bislang war das Kulturquartier zum Jüterboogie immer voll. Rund 250 Karten sind für die 17. Auflage verfügbar.

Info: Karten sind im Vorverkauf für 26 Euro bei der Stadtinformation unter Tel.  0 33 72/46 31 13 erhältlich.

Von Peter Degener

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