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Jede zweite Laterne wird auf LED umgestellt

Jüterbog Jede zweite Laterne wird auf LED umgestellt

Mit der Umrüstung von über 1000 Lichtpunkten soll ein wichtiger Punkt des Klimaschutz- und Energiekonzeptes der Stadt Jüterbog bis Ende 2018 umgesetzt sein. Statt im gelblichem Licht der alten Natriumdampflampen erstrahlen die neuen Leuchtmittel „tageslichtweiß“. An einigen Orten können die Bürger beides miteinander vergleichen.

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Den Vergleich der alten, gelblichen Lampen mit den neuen weißen LEDs kann man beim Blick von der Zinnaer Straße zum Markt anstellen.

Quelle: Uwe Klemens

Jüterbog. Über die Hälfte der Laternen in Jüterbog sollen in den kommenden zwei Jahren auf LED-Licht umgerüstet werden. Durch diesen Beschluss des Jüterboger Hauptausschusses wird einer der Kernpunkte des Klimaschutz- und Energiekonzepts der Stadt umgesetzt. Insgesamt sollen 1053 von den vorhandenen 2048 sogenannten Lichtpunkten im gesamten Stadtgebiet mit der LED-Retrofit-Technik ausgestattet werden. Damit sollen nach Abschluss der Umrüstung jährlich 200 000 Kilowattstunden Strom und Energiekosten von rund 43 000 Euro eingespart werden.

Erste Umstellungen in Werder, Jüterbog II und am Markt

95 Straßen in allen Stadtteilen und den meisten Ortsteilen umfasst die zugleich beschlossene Liste der Lichtpunkte, die künftig nicht mehr gelblich-orange strahlen werden, sondern „tageslichtweiß“. Wer sich einen Eindruck vom künftigen Aussehen der Stadt im weißen LED-Licht machen will, bekommt an mehreren Orten bereits einen Vorgeschmack. Vor einem Jahr wurden bereits der Marktplatz, die Brückenstraße in Jüterbog II mitsamt der Millionenbrücke, sowie die Ortslage Werder mit den neuen Leuchtmitteln ausgestattet. Dort sind in einem Pilotprojekt bereits 85 Lichtpunkte umgestellt worden. „Die gemessenen Einsparungen übertrafen die vorherigen Kalkulationen“, sagt der Klimaschutzbeauftragte der AG Niederer Fläming, Erik Berge. Die für diese Orte investierten 3000 Euro werden sich noch im Laufe des kommenden Winters gerechnet haben.

Kosten werden auf 105 000 Euro geschätzt

Die Stadt will die nötigen Retrofit-Leuchtmittel für die nun beschlossene große Maßnahme selbst anschaffen. Im Gegensatz zu den Probe-Umrüstungen, die der Bauhof in rund 50 Arbeitsstunden geleistet habe, könne aber aus Kapazitätsgründen nur ein Teil der Installationen durch den Bauhof ausgeführt werden, heißt es im Beschluss. Deshalb soll eine externe Firma mit den Arbeiten beauftragt werden soll. Insgesamt sind Kosten von 105 000 Euro für die großflächige Umrüstung kalkuliert. Im Haushalt 2016 ist davon nur ein kleiner Teil zu finden, da Fördermittel in Höhe von knapp 17 000 Euro zur Verfügung stehen, mit denen die Umrüstung von 150 Lichtpunkten im Rahmen des Kommunalinvestitionsgesetz bezuschusst wird.

Amortisation der Kosten in zweieinhalb Jahren

In höchstens zweieinhalb Jahren sollen sich die städtischen Kosten durch massive Einsparungen beim Stromverbrauch bereits amortisiert haben. Die in den alten Laternenmasten verbauten Natriumdampflampen (NAV) benötigen drei bis vier Mal mehr Strom, als die geplanten LED-Lichter. Die neuen Leuchtmittel strahlen trotz ihrer Sparsamkeit deutlich heller und haben eine weitaus höhere Lebensdauer. Die üblichen NAV-Lampen können bis zu 16 000 Stunden lang ihren Dienst versehen, wobei sie mit zunehmendem Alter immer dunkler werden. Nach drei bis vier Jahren werden sie in der Regel ausgetauscht. Die modernen Leuchtmittel halten nach Angaben der Hersteller problemlos über zwölf Jahre.

Neues Leuchtmittel in alten Fassungen

Dadurch sinkt auch der Wartungsaufwand für den Bauhof, da weniger defekte Leuchtmittel ausgetauscht werden müssen. Weil Retrofit-LED auf die Fassungen in den alten Masten angepasst sind und diese ohne großen Mehraufwand weitergenutzt werden können, lohne sich diese Art der Umrüstung besonders, sagt Klimaschutzmanager Berge. Andererseits ist diese Umrüstung leicht umkehrbar, da die alte Technik nur überbrückt wird, aber in den Masten bleibt.

Statistik zur Umstellung

Die drei Kommunen Jüterbog, Niederer Fläming und Amt Dahme stellen seit 2011 in zahlreichen kleineren Projekten die Straßenbeleuchtung um.

Von insgesamt rund 4300 Laternen in der gemeinsamen Klimaschutz-Arbeitsgemeinschaft sind derzeit etwa 18 Prozent auf LED-Technik umgerüstet, wobei zumeist die günstige Retrofit-Technik zum Einsatz kommt.

Bislang sind die Gemeinde Niederer Fläming und das Amt Dahme die Spitzenreiter bei der Umstellung der Beleuchtung. Dort wurde mit 565 Laternen schon jetzt jeder vierte Lichtpunkt umgestellt.

In der Stadt Jüterbog liegt die Quote mit 218 LED-Leuchten bislang bei zehn Prozent aller Laternen.

Nicht jede Laterne in Jüterbog kann auf diese Art umgestellt werden. Die Retrofit-Technik ist durch Kühlkörper und Vorschalt-Elektronik deutlich größer und schwerer als die alten Natriumdampflampe. Die neuen Leuchtmittel passen daher nicht in jedes Gehäuse vieler alter Laternenmasten. Hinzu kommt bei einigen Masten ein schlechter baulicher Zustand oder eine offene Bauweise, was eine Umrüstung ebenfalls verhindern kann.

Eine Prüfung der Stadtverwaltung hat ergeben, dass sich mehr als die bislang in der Stadt umgerüsteten und nun beauftragten 1053 Lichtpunkte nicht so kostengünstig auf die Zukunft umstellen lassen. Bei künftigen Maßnahmen können nur die Laternenmasten erneuert werden, was deutlich teurer als der Wechsel des Leuchtmittels ist. Immerhin weitere 80 Lichtpunkte in Jüterbog sind aber auch schon auf diese Weise auf LED umgestellt worden.

Von Peter Degener

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