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Jetzt springt die evangelische Kirche in die Bresche

Altes Lager Jetzt springt die evangelische Kirche in die Bresche

Weil die mennonitische Freikirche in Altes Lager sich immer mehr zurückzieht, entwickelt die evangelische Kirche nun neue Aktivitäten. Die Pfarrerin tut sich schwer damit, weil dies alten Vereinbarungen widerspricht. Doch es erreichen sie zunehmend Anfragen von Menschen, die nicht wissen, an wen sie sich wenden können und die vereinsamen, sagt sie.

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Pfarrerin Ines Fürstenau-Ellerbrock sorgt sich um ihre „Schäfchen“ in Altes Lager, denn die dortige Glaubensgemeinschaft leidet derzeit unter mangelnder Seelsorge.

Quelle: Foto: Peter Degener

Altes Lager. Die Niedergörsdorfer Pfarrerin Ines Fürstenau-Ellerbrock war lange hin- und hergerissen, doch künftig wird es zwei neue Angebote in Altes Lager durch die evangelische Kirche geben. Das besondere daran: Obwohl Altes Lager einer von sieben Orten im Gemeindegebiet der Pfarrerin ist, hat sie dort bislang absichtlich nicht gewirkt und nur selten Gottesdienste gehalten.

„Der Ort ist zwar zahlenmäßig eine sehr wichtige Gemeinde, aber derzeit auch ein Stiefkind. Es gab immer eine Abmachung mit der christlichen Glaubensgemeinschaft in Altes Lager. Es hat keinen Sinn, sich gegenseitig das Wasser abzugraben und parallele Angebote haben wir deshalb immer vermieden“, sagt die Pfarrerin.

Nach dem Weggang des Pastorenpaars wurde es ruhig in der Gemeinde

Stattdessen habe man über Jahre mit der Glaubensgemeinschaft zusammengearbeitet, vor allem in der Jugendarbeit. Nach dem Weggang des jungen Pfarrers Reynaldo Dyck brach mit dem 70 Jahre alten Nachfolger Henry Kliewer aus Kanada die Jugendarbeit zusammen. „Seine auf zwei Jahre beschränkte Zeit hätte man nutzen sollen, um die Gemeinde auf eigene Füße zu stellen“, sagt Pfarrerin Fürstenau-Ellerbrock.

Doch spätestens seit dem Weggang des Pastorenpaars Kliewer im vergangenen Herbst ist es ruhig um die Kirche in Altes Lager geworden. Seitdem reist alle zwei Wochen der Pfarrer Daniel Janzen aus Wolfsburg nach Altes Lager, um zumindest einen Gesprächskreis und einen Gottesdienst abzuhalten. „Wenn es in Wolfsburg einen plötzlichen Sterbefall gäbe, wäre immer ein Ersatz für mich da“, sagt der 61-jährige Janzen. Doch in Altes Lager sieht er eine sehr passive Gemeinde, die sich nicht traut, solche Aufgaben zu übernehmen.

Die knapp 30 Mitglieder zählende Gemeinschaft ist eigentlich offen gestaltet. Sie be

Chill-Out-Andacht und Gesprächskreis geplant

Mittlerweile funktioniert die Vereinbarung, wonach die Glaubensgemeinschaft sich um soziale und seelsorgerische Angebote kümmert, nicht mehr. „Mich erreichen zunehmend Anfragen von Menschen, die nicht mehr wissen, an wen sie sich dort wenden können und die vereinsamen“, sagt Fürstenau-Ellerbrock: „Wenn ich sehe, dass da kein Pfarrer ist, muss ich aktiv werden. Gerade unter der Woche gibt es dort nichts. Dabei haben manche Menschen einfach Gesprächsbedarf.“

Ab 28. Juni bietet Fürstenau-Ellerbrock deshalb einen Gesprächskreis im Gemeinderaum im Haselnussweg 6 an, der von da an immer am letzten Mittwoch des Monats um 15 Uhr stattfinden soll. Abgesehen von „kleinen geistigen Impulsen“ soll es dort gar nicht in erster Linie um Religion gehen, sondern um gemütliches Zusammensein mit Kaffee, Kuchen und „Zeit zum Klönen“, so die Pfarrerin.

Darüber hinaus soll es ab 7. Juli an jedem ersten Freitag im Monat um 18.30 Uhr eine „Chill-Out“-Andacht geben. „Das soll ein kurzer, besinnlicher Wochenausklang werden“, beschreibt sie die Veranstaltung, die sich eher an junge Menschen richtet.

Mennoniten suchen deutschlandweit neues Pastorenpaar

„Gegen diese Angebote haben wir nichts, wenn das Gefühl besteht, dass wir etwas nicht abdecken. Ich bin nicht vor Ort und dieses Manko sehe ich auch“, sagt Janzen über die Initiative der Pfarrerin. „Ich habe den Auftrag, eine Nachfolge für die Kliewers und für Angebote für Kinder und Jugendliche zu finden und bin weiterhin auf der Suche“, sagt Janzen.

Sein Ziel ist es, ein Ehepaar in Deutschland zu finden, dass die Gruppe in Altes Lager begleitet und neue Angebote kreiert. Bis die Suche Erfolg hat, wird Janzen weiterhin aus Wolfsburg anreisen müssen.

Von Peter Degener

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