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Teltow-Fläming Jubiläum der Notunterkünfte
Lokales Teltow-Fläming Jubiläum der Notunterkünfte
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00:19 04.09.2017
Landrätin Kornelia Wehlan(Linke(l.) dankt den Mitarbeiterinnen in den TF-Frauenhäusern mit dem Symbol des Landkreises  - der Sonnenblume. Quelle: Foto: Abromeit
Ludwigsfelde

Schön, dass es Notunterkünfte gibt, traurig, dass es Notunterkünfte geben muss, so der Tenor aller Grußworte am Freitagnachmittag im Stadtmuseum Ludwigsfelde zum Jubiläum „25 Jahre Frauenhäuser in Ludwigsfelde und Luckenwalde“. Katrin Buschmann leitet zurzeit beide Notunterkünfte im Kreis mit zusammen 20 Plätzen. Etwas mehr als 1100 Frauen haben sich in dem Vierteljahrhundert ihres Bestehens auf den Weg gemacht, dort Schutz zu suchen.

Doch leider würden noch immer die wenigsten Fälle häuslicher Gewalt angezeigt, so Buschmann, noch immer bleibe der Täter viel zu oft weiter in der Wohnung. Das Schlimme sei, dass Frauen und ihre Kinder dort, wo sie sich eigentlich geborgen fühlten, geschlagen oder vergewaltigt würden. Denen, die stellvertretend für sämtliche Helfer der Einladung des Trägervereins Frauenstammtisch Ludwigsfelde gefolgt waren, sagte sie: „Ich danke Ihnen allen von ganzem Herzen.“

Einigkeit: Frauenhäuser darf es irgendwann nicht mehr geben

Almuth Hartwig-Tiedt (Linke), Staatssekretärin im Frauen- und Familien-Ministerium, erklärte, mit dem Landkreis, den Rathäusern, den Parlamentariern gebe es eine Gemeinschaft im Land, die den aus ihrem Alltag geflüchteten Frauen Mut machen, ihren eigenen Weg zu gehen. „Das Thema war tabu vor 25 Jahren. Wir arbeiten daran, dass diese Gewalt immer weniger wird. Und jetzt kommt es darauf an, sich mit den Tätern zu befassen.“

Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) sagte, dass von den Menschen, die 2015 ermordet, verletzt, vergewaltigt oder gestalkt wurden, 82 Prozent Frauen waren. „Es geht darum, Frauen aus der Opferrolle zu befreien, damit sie selbstbestimmt weiterleben können.“ Das Bestreben müsse ein Umdenken sein: „Häusliche Gewalt ist keine Privatangelegenheit, kein Kavaliersdelikt, es ist die Verletzung eines Menschenrechts.“ Insofern sei in den zurückliegenden 25 Jahren „ein großes, großes Stück Wertewandel“ auf den Weg gebracht worden.

Monika Kollert (l.), ehemalige Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Teltow-Fläming, Ute Schmidt (Mitte), langjährige Gleichstellungsbeauftragte von Ludwigsfelde/heute in der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern tätig, und Siegrid Wölke vom Trägerverein Frauenstammtisch Ludwigsfelde erinnern sich Quelle: Jutta Abromeit

Sybille Bergner ist seit zwei Jahren Wirtschaftskraft im Frauenhaus Luckenwalde. Für sie, die sich stets sozial engagierte, ist diese Arbeit Erfüllung. „Aber das Schlimmste dabei sind natürlich die Kinder.“ Der Ludwigsfelder Sozialarbeiterin Andra Molkenthin ist es wichtig, aus ihrem Zuhause geflüchteten Frauen in dem Moment, wenn sie in die Notunterkunft kommen zu geben, was sie brauchen: „Das sind vor allem Zuwendung und die Wahrung ihrer Würde, die sie ja gerade zu einem großen Teil verloren haben.“

Einig waren sich alle im Saal: Frauenhäuser darf es irgendwann nicht mehr geben.

Von Jutta Abromeit

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