Volltextsuche über das Angebot:

-2 ° / -9 ° wolkig

Navigation:
Jubiläum der Notunterkünfte

Ludwigsfelde Jubiläum der Notunterkünfte

Die Frauenhäuser Ludwigsfelde und Luckenwalde bestehen seit 25 Jahren. Beide zusammen bieten 20 Frauen und Kindern als Notunterkunft nach Gewalt zeitweilig Schutz. Die Jubiläumsveranstaltung im Stadtmuseum von Ludwigsfelde war vor allem eines: Ein Dankeschön an die vielen Helfer, die diesen Schutz seit einem Vierteljahrhundert ermöglichen.

Voriger Artikel
Ministerium lehnt freie Grundschule ab
Nächster Artikel
Zweifel an Auflösung der SWFG

Landrätin Kornelia Wehlan(Linke(l.) dankt den Mitarbeiterinnen in den TF-Frauenhäusern mit dem Symbol des Landkreises  - der Sonnenblume.

Quelle: Foto: Abromeit

Ludwigsfelde. Schön, dass es Notunterkünfte gibt, traurig, dass es Notunterkünfte geben muss, so der Tenor aller Grußworte am Freitagnachmittag im Stadtmuseum Ludwigsfelde zum Jubiläum „25 Jahre Frauenhäuser in Ludwigsfelde und Luckenwalde“. Katrin Buschmann leitet zurzeit beide Notunterkünfte im Kreis mit zusammen 20 Plätzen. Etwas mehr als 1100 Frauen haben sich in dem Vierteljahrhundert ihres Bestehens auf den Weg gemacht, dort Schutz zu suchen.

Doch leider würden noch immer die wenigsten Fälle häuslicher Gewalt angezeigt, so Buschmann, noch immer bleibe der Täter viel zu oft weiter in der Wohnung. Das Schlimme sei, dass Frauen und ihre Kinder dort, wo sie sich eigentlich geborgen fühlten, geschlagen oder vergewaltigt würden. Denen, die stellvertretend für sämtliche Helfer der Einladung des Trägervereins Frauenstammtisch Ludwigsfelde gefolgt waren, sagte sie: „Ich danke Ihnen allen von ganzem Herzen.“

Einigkeit: Frauenhäuser darf es irgendwann nicht mehr geben

Almuth Hartwig-Tiedt (Linke), Staatssekretärin im Frauen- und Familien-Ministerium, erklärte, mit dem Landkreis, den Rathäusern, den Parlamentariern gebe es eine Gemeinschaft im Land, die den aus ihrem Alltag geflüchteten Frauen Mut machen, ihren eigenen Weg zu gehen. „Das Thema war tabu vor 25 Jahren. Wir arbeiten daran, dass diese Gewalt immer weniger wird. Und jetzt kommt es darauf an, sich mit den Tätern zu befassen.“

Luckenwaldes Bürgermeisterin Elisabeth Herzog-von der Heide (SPD) sagte, dass von den Menschen, die 2015 ermordet, verletzt, vergewaltigt oder gestalkt wurden, 82 Prozent Frauen waren. „Es geht darum, Frauen aus der Opferrolle zu befreien, damit sie selbstbestimmt weiterleben können.“ Das Bestreben müsse ein Umdenken sein: „Häusliche Gewalt ist keine Privatangelegenheit, kein Kavaliersdelikt, es ist die Verletzung eines Menschenrechts.“ Insofern sei in den zurückliegenden 25 Jahren „ein großes, großes Stück Wertewandel“ auf den Weg gebracht worden.

Monika Kollert (l), ehemalige Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Teltow-Fläming, Ute Schmidt (Mitte), langjährige Gleichstellungsbeauft

Monika Kollert (l.), ehemalige Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Teltow-Fläming, Ute Schmidt (Mitte), langjährige Gleichstellungsbeauftragte von Ludwigsfelde/heute in der Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern tätig, und Siegrid Wölke vom Trägerverein Frauenstammtisch Ludwigsfelde erinnern sich

Quelle: Jutta Abromeit

Sybille Bergner ist seit zwei Jahren Wirtschaftskraft im Frauenhaus Luckenwalde. Für sie, die sich stets sozial engagierte, ist diese Arbeit Erfüllung. „Aber das Schlimmste dabei sind natürlich die Kinder.“ Der Ludwigsfelder Sozialarbeiterin Andra Molkenthin ist es wichtig, aus ihrem Zuhause geflüchteten Frauen in dem Moment, wenn sie in die Notunterkunft kommen zu geben, was sie brauchen: „Das sind vor allem Zuwendung und die Wahrung ihrer Würde, die sie ja gerade zu einem großen Teil verloren haben.“

Einig waren sich alle im Saal: Frauenhäuser darf es irgendwann nicht mehr geben.

Von Jutta Abromeit

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
955520b0-12fc-11e8-9039-e4d533068ab6
Willkommen, liebe Babys, in Teltow-Fläming!

Die MAZ begrüßt die Neugeborenen im Landkreis Teltow-Fläming! Die Babys, die vor allem in den Krankenhäusern in Luckenwalde und Ludwigsfelde zur Welt gekommen sind, lächeln uns in dieser Bildergalerie an.

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg