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Teltow-Fläming Jubiläum mit Mietern der ersten Stunde
Lokales Teltow-Fläming Jubiläum mit Mietern der ersten Stunde
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00:18 13.02.2017
Mieter von Anfang an: Konrad Musolf, Ursula Schult, Wally und Eberhard Berndt, Ilse Tschäpe und Gerda Krebs (v.l.; es fehlt Ursula Troch), Quelle: Margrit Hahn
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Luckenwalde

Die Wohnbaugenossenschaft Luckenwalde besteht am 12. Februar genau 60 Jahre. 1957 wurde die Arbeiterwohnungsbaugenossenschaft (AWG) gegründet. 76 Mitglieder erklärten den Beitritt.

Teure Genossenschaftsanteile anfangs kritisiert

Die für damalige Einkommensverhältnisse sehr hohen Genossenschaftsanteile von 2100 Mark für eine zweieinhalb Zimmerwohnung wurden anfangs als arbeiterfeindliche Geldschneiderei abgelehnt. Der damalige Stadtrat erklärte jedoch: Je mehr Werktätige Mitglied der AWG werden, desto mehr Wohnungen können in der Stadt errichtet werden.

Nachdem im September 1958 in der Lindenallee 13 bis 15 unter Mithilfe aufbauwilliger künftiger Bewohner die ersten 18 Wohnungen bezugsfertig und weitere Neubauten begonnen waren, wuchs das Vertrauen in die AWG und in die Wiederbelebung des Genossenschaftsgedankens. Musste der Vorstand anfangs noch um Mitglieder werben, so überstieg bald das Interesse an den mit Ofenheizung, Küche, Bad und Balkon das durch Planvorgaben bestimmte Bautempo.

Grundsteinlegung für die ersten in Großblock-Bauweise errichteten Wohnblocks am Bahnhof 1959. Quelle: Repro:Hahn

1959 erfolgte mit der feierlichen Grundsteinlegung für die Wohnblöcke im Bereich Goethestraße/Bahnhof der Übergang zur Großblockbauweise. Ein Jahr später wurde „hinter der Bahn“ (beginnend mit der Fontanestraße) neue Standorte für den Wohnungsbau erschlossen. Ab 1977 gehörte Fernheizung zum Standard. Ende 1985 wurde auf der nahe zum Stadtzentrum gelegenen „Burg“ der vorläufig letzte Standort genossenschaftlichen Wohnungsbaus in Luckenwalde vollendet.

Nach 1990 unterlag die Wohnbaugenossenschaft großen Veränderungen. Es erfolgte die Umwandlung von der AWG zur Wohnbaugenossenschaft. Blöcke wurden modernisiert und umgestaltet.

Rekordergebnis für Genossenschaft im vorigen Jahr

Im vergangenen Jahr konnte die Wohnbaugenossenschaft ein Rekordergebnis mit einem positiven Jahresabschluss von 747 000 Euro erzielen. Von 1773 Wohneinheiten stehen nur 3,6 Prozent leer. Jörg Kerpa, kaufmännischer Vorstand ist stolz, dass seit dem Jahr 2000 kein Darlehen aufgenommen werden musste. „Für die kommenden fünf Jahren sind Investitionen in Höhe von sieben Millionen Euro geplant“, sagt Kerpa. Damit wird die Wirtschaft in der Region unterstützt. 40 Unternehmen sind derzeit mit Aufträgen versorgt.

Jörg Kerpa, kaufmännischer Vorstand. Quelle: Margrit Hahn

Das 60-jährige Bestehen soll am 11. Mai gefeiert werden. Dazu sind auch die Mieter der ersten Stunde aus der Lindenallee eingeladen. Ilse Tschäpe, Ursula Schult, Gerda Krebs, Eberhard und Wally Berndt, Konrad Musolf und Ursula Troch haben der Wohnbaugenossenschaft all die Jahre die Treue gehalten. Gern erinnern sich die Mieter an die alten Zeiten. „Dass wir damals eine Wohnung bekommen haben, war wie ein Sechser im Lotto“, erzählt Gerda Krebs.

750 Aufbaustunden mussten jeder Mieter leisten. Es wurde geschippt und geschleppt. Sonntags mussten die Steine auf dem Güterbahnhof entladen werden – aber alle wussten, wofür sie es tun. Ursprünglich waren keine Balkons geplant, doch in Potsdam standen ähnliche Wohnblöcke mit Balkon und so setzten die künftigen Mieter alles daran, Balkons zu bekommen.

Heiraten für eine schöne Wohnung

Für die Bäder waren Steine aus Kalksandstein vorgesehen. Sie waren schon in jeder Wohnung aufgestapelt, als ein Fachmann daraufhin wies, dass Kalksandstein für Bäder ungeeignet ist. Daher tauschten die angehenden Mieter in einer Nacht- und Nebelaktion die Steine aus.

„Wer damals eine Wohnung wollte, musste verheiratet sein. Deshalb sind viele extra den Bund fürs Leben eingegangen“, berichtet Eberhard Berndt. Als der Bau nach anderthalb Jahren fertig war, brauchten alle Möbel. Die Auswahl war mager. „Zum Schluss hatten wir alle die gleiche Schrankwand im Wohnzimmer“, sagt Gerda Krebs lachend. 1994 wurde in der Lindenallee modernisiert. „Wir haben nie in Erwägung gezogen, hier auszuziehen“, erklärt Eberhard Berndt.

Von Margrit Hahn

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