Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -3 ° Nebel

Navigation:
Jubiläumsschau im Packschuppen

Glashütte Jubiläumsschau im Packschuppen

Die Galerie Packschuppen im Museumsdorf Glashütte besteht seit 15 Jahren. Das soll mit Fest und Ausstellung gefeiert werden: Am 6. November wird die Schau eröffnet, an der sich mehr als 20 Künstler beteiligen werden. Die Themen, die dabei im Mittelpunkt stehen, sind naheliegend: Glas und Glashütte.

Voriger Artikel
Zu trocken für den Baum des Jahres
Nächster Artikel
Diebstahl auf Autobahnparkplatz

Yang Sa Yous großformatige Tuschemalerei und Sabine Breithors Keramiken sind noch zu sehen.

Quelle: Karen Grunow

Glashütte. Ihre Bilder sind wie Glas, so zart und zerbrechlich wirken sie, diese vergoldeten Pinselstriche. Jede noch so winzige, von einem Pinselhärchen gezogene Zufallslinie ist akribisch mit dem Blattgold belegt worden – eine ungeheure Feinarbeit, fast wie die eines Restaurators. Yang Sa You zeigt ihre Tuschebilder noch für ein paar Tage in der Galerie Packschuppen in Glashütte. Sie passen zu diesem Ort wie auch zu den manches Mal an früheste griechische Kunst erinnernden, faszinierenden keramischen Objekten von Sabine Breithor, die in der aktuellen Ausstellung eine ungewöhnliche Symbiose eingehen mit den poetisch-leichten Tuschearbeiten.

In ein paar Tagen aber wird diese erstaunliche Kombination wieder gelöst, denn am 6. November soll es ein großes Fest zum 15-jährigen Bestehen der Galerie Packschuppen geben, mit neuer Ausstellung. In der geht es dann tatsächlich um Glas, das Glas von Glashütte, denn der Ort hat ja dieses Jahr auch ein Jubiläum, vor 300 Jahren wurde er gegründet. Gefeiert wird das seit Monaten mit vielen Aktionen. Nun bald einmal mehr auch in der Galerie Packschuppen.

Konzert der doppelten Geburtstagsschau

„Wir haben angefragt bei den Künstlern, die schon mal hier waren, zu den Themen Glashütte oder Glas“, erklärt Galeristin Gabriele Klose das Konzept der doppelten Geburtstagsschau. 22 derjenigen, die in den vergangenen 15 Jahren Ausstellungen in dem ungewöhnlichen Gebäude hatten, meldeten sich mit konkreten Vorschlägen zurück. Günter Böhme hat eine Assemblage mit Glas eingereicht, Jürgen Melzer das Dorf mit herbsturmzerzausten Bäumen gemalt. Micha Brendel schickt ein Objekt aus Glasröhren. „In der Hauptsache werden es aber Malerei und Grafik sein“, so Gabriele Klose, die auch eigene Arbeiten zeigen wird. Vielleicht Porträts von den Kindern von Glashütte. Sie hat aber auch vergessene Ecken des liebevoll restaurierten Dorfes, in dem sie seit 2000 wohnt, festgehalten.

Gabriele Klose mit einer Arbeit von Günter Böhme für die nächste Schau

Gabriele Klose mit einer Arbeit von Günter Böhme für die nächste Schau

Quelle: Karen Grunow

Eigentlich lebte Klose mit ihrer Familie in Cottbus. Nachdem sie und ihr Mann einmal eine Reportage über das Museumsdorf Glashütte im Fernsehen gesehen hatten, fuhren sie zufällig auf der Autobahn am Hinweisschild vorbei. Gelegenheit für eine kleine Pause, dachten sie neugierig und fuhren ab. Am Ortseingang sahen sie ein Schild, dass Bewohner für das Denkmalensemble gesucht werden. „Wir waren zu der Zeit tatsächlich gerade am Überlegen, von der Stadt aufs Land zu ziehen“, erinnert sich Klose. Vor der Schmiede saßen sie dann und sprachen mit Christoph Schulze vom Verein Glashütte. Erzählten ihm, dass sie künstlerisch tätig seien, früher Ausstellungen für den Kulturbund in Senftenberg kuratiert hätten. „Dann rannte er hier rüber, riss die Türen auf und sagte, bitte, das wird ihre Galerie!“ In der damaligen vom Verein entwickelten Konzeption für das heutige Museumsdorf war der Packschuppen tatsächlich als Ausstellungsort vorgesehen.

„Im November 2001 war die Galerie fertig und wir haben die erste Ausstellung gemacht“, sagt Klose. Von anfangs acht Schauen pro Jahr sind sie nun bei vier angekommen. Ein Erfahrungswert, denn in einem Ausflugsort wie Glashütte sei es sinnvoll, längere Laufzeiten zu planen. Kloses betreiben die Galerie nicht privat, sondern mit einem eigens gegründeten Kunstverein. In einem Teil des Gebäudes hat sich Gabriele Klose einen Laden eingerichtet, wo sie besondere kleine Dinge wie teils von ihr, teils von anderen Künstlern gefertigten Schmuck verkauft und Glasmurmeln.

Mitglieder aus dem Dorf

13 Mitglieder hat der Verein. „Die Hälfte ist aus dem Dorf“, sagt Klose, außerdem „Enthusiasten aus der Gegend und auch aus Berlin“. Über Mitgliedsbeiträge, Spenden und Fördergelder kann der Ausstellungsbetrieb realisiert werden. „Wir haben auch ganz viele Unterstützer, die nicht Mitglied sind im Verein“, sagt die Künstlerin. Einige hätten tolle Ideen.

Gibt es ein Fest wie nun am 6. November ab 15 Uhr, dann gibt es auch einen Kuchenbasar. Das sichert ein paar weitere Einnahmen für den Verein, dessen Vorsitzender Gabriele Kloses Mann Andreas ist. Sie wollen an dem Tag auch ein wenig über die 15 Jahre sprechen. „Ein großer Aufwand war die Murmelbahn-Ausstellung im vergangenen Jahr, aber eben auch ein großer Spaß“, sagt Klose. Ronald Paris hätten sie immer bewundert, aber nie von sich aus gefragt, ob er bei ihnen ausstellen würde. Dann kam die Familie des in Rangsdorf lebenden Malers selbst auf Kloses zu. Über Paris kam der Kontakt zu dem Grafiker Horst Peter Meyer zustande, der im Frühjahr im Packschuppen ausstellte.

Lockeres Gespräch mit Künstlern

„Das Allerschönste ist, immer wieder neue Künstler kennenzulernen und neue Positionen zu sehen“, findet Klose. Dazu passt, dass am 6. November die Künstler selbst zu Wort kommen sollen in einem lockeren Gespräch. Es wird eine Modenschau geben und ab 17 Uhr ein Konzert des Gitarrenduos Tulenz sowie als „Kunstvergnügen“ kleine Überraschungen.

Bis 2019 ist schon vorgeplant. Etwa 12 000 Besucher kommen pro Jahr in die Galerie, der Laden im Eingangsbereich mindert die Hemmschwelle vor der Begegnung mit der Kunst. „Ich möchte Kunst an die Leute herantragen und sie dafür begeistern“, so Gabriele Klose, die lange als Kunsterzieherin in der Erwachsenenbildung tätig war. Von der Murmelbahn-Ausstellung ist Silvio Ukats riesiger Wal geblieben, der nun vor dem Eingang vor allem Kinder dazu verlockt, wie in der Ausstellung durch die von Künstlern geschaffenen bespielbaren Objekte Kugeln rollen zu lassen. Die Galerie Packschuppen ist eben ein entspannter Weg zur Kunst.

Info: www.galerie-packschuppen.de

Von Karen Grunow

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg