Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -2 ° Nebel

Navigation:
Jürgen Villmows Ausstellung im Elternhaus

Rosenthal Jürgen Villmows Ausstellung im Elternhaus

Der aus dem Dahmer Ortsteil Rosenthal stammende Künstler Jürgen Villmow stellt seine Bilder in seinem Elternhaus aus. Es gibt zwei zentrale Motive: goldene Rettungsdecken und ästhetische Frauenkörper im Wasser. Sie zeigen die Ambivalenz zwischen Krisensituation und Schönheit – und erfüllen einen guten Zweck.

Voriger Artikel
Kämmerin erlässt Haushaltssperre
Nächster Artikel
Mehr Flüchtlingskinder in Regelklassen

Jürgen Villmow arbeitet an weiteren Werken.

Quelle: Victoria Barnack

Rosenthal. Seit zwei Jahren stellt Jürgen Villmow regelmäßig im Kleinen Haus in Rosenthal aus. Einst lebte er dort mit seinen Eltern und Großeltern. „Bis zur 3. Klasse bin ich in diesem Haus groß geworden“, erzählt er. Nun zieren seine Kunstwerke den Raum, der früher die Gute Stube und für die Kinder verboten war. 2014 fand dort erstmals eine Ausstellung statt. In diesem Herbst gestaltete Villmow schließlich seine erste Einzelausstellung.

Flüchtlingskrise als Thema

Sie trägt den Titel „Wie weiter“ und hat mit der Flüchtlingskrise nicht nur ein ernstes Thema, sondern auch ein ungewöhnliches, zentrales Motiv. Denn die goldenen Rettungsdecken, die hierzulande hauptsächlich bei Unfällen eingesetzt werden, finden sich in zahlreichen Ausstellungsstücken von Villmow wieder. „Sie verändern die Menschen auf meinen Bildern und lassen sie zu Plastiken werden“, erklärt der Künstler. Bei einer Demonstration von Geflüchteten in Berlin bemerkte er zum ersten Mal die ästhetische Wirkung des praktischen Gegenstandes. Denn auf dem Oranienburger Platz bauten Asylbewerber damals Unterkünfte aus unterschiedlichen Materialien.

Fotos von ankommenden Flüchtlingen nachgestellt

Das zweite Motiv der Ausstellung ist Wasser – Element des Lebens und gleichzeitig Sinnbild für die Gefahr des Untergehens. Schwimmerinnen durchkreuzen die Bilder immer wieder, mal angestrengt, mal leblos. Sie entstanden bei einer Reise an die Mittelmeerküste. „Gemeinsam mit meiner Frau habe ich Fotos von ankommenden Flüchtlingen nachgestellt“, erzählt der Künstler. Mitten in der Ausstellung befindet sich ein Selbstporträt des Künstlers mit dem Titel „Mit leeren Händen“, der nach 60 Jahren Lebenserfahrung auf einmal sogar selbst nicht mehr zu wissen scheint, wie es denn nun weitergeht. Die Ambivalenz zwischen Ästhetik und Krisensituation prägt die beiden Räume der Galerie.

Signierte Rettungsdecken als Krisenhilfe

Villmow möchte damit vor allem jene Menschen erreichen, die mit der Flüchtlingskrise bisher nicht persönlich in Kontakt gekommen sind. „Ich signiere die Rettungsdecken“, erklärt Villmow, „dadurch werden sie zu Kunstwerken.“ Diese können anschließend nicht, wie in den Ausstellungen des 60-Jährigen sonst üblich, gekauft werden. Besucher sollen sie stattdessen spenden. Villmow möchte die Rettungsdecken nach Griechenland schicken, um dort echte Krisenhilfe zu leisten.

Info: Noch vom nächsten Dienstag bis Donnerstag ist die Ausstellung in Rosenthal von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Von Victoria Barnack

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Teltow-Fläming
57811e88-cc1d-11e5-9fb5-3858ea6ed044
Babys aus Oberhavel (6)

Babys aus Oberhavel, Januar/Februar 2016

Die olympischen Spiele werden künftig nicht mehr bei ARD und ZDF übertragen - eine gute Entscheidung?

MAZab: Termine

Was geht ab? Jede Menge Events in Potsdam und im Land Brandenburg

Kinoprogramm

Alle aktuellen Filme in den Kinos von Potsdam und im ganzen Land Brandenburg