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Teltow-Fläming Jürgen Villmows Ausstellung im Elternhaus
Lokales Teltow-Fläming Jürgen Villmows Ausstellung im Elternhaus
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11:45 30.09.2016
Jürgen Villmow arbeitet an weiteren Werken. Quelle: Victoria Barnack
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Rosenthal

Seit zwei Jahren stellt Jürgen Villmow regelmäßig im Kleinen Haus in Rosenthal aus. Einst lebte er dort mit seinen Eltern und Großeltern. „Bis zur 3. Klasse bin ich in diesem Haus groß geworden“, erzählt er. Nun zieren seine Kunstwerke den Raum, der früher die Gute Stube und für die Kinder verboten war. 2014 fand dort erstmals eine Ausstellung statt. In diesem Herbst gestaltete Villmow schließlich seine erste Einzelausstellung.

Flüchtlingskrise als Thema

Sie trägt den Titel „Wie weiter“ und hat mit der Flüchtlingskrise nicht nur ein ernstes Thema, sondern auch ein ungewöhnliches, zentrales Motiv. Denn die goldenen Rettungsdecken, die hierzulande hauptsächlich bei Unfällen eingesetzt werden, finden sich in zahlreichen Ausstellungsstücken von Villmow wieder. „Sie verändern die Menschen auf meinen Bildern und lassen sie zu Plastiken werden“, erklärt der Künstler. Bei einer Demonstration von Geflüchteten in Berlin bemerkte er zum ersten Mal die ästhetische Wirkung des praktischen Gegenstandes. Denn auf dem Oranienburger Platz bauten Asylbewerber damals Unterkünfte aus unterschiedlichen Materialien.

Fotos von ankommenden Flüchtlingen nachgestellt

Das zweite Motiv der Ausstellung ist Wasser – Element des Lebens und gleichzeitig Sinnbild für die Gefahr des Untergehens. Schwimmerinnen durchkreuzen die Bilder immer wieder, mal angestrengt, mal leblos. Sie entstanden bei einer Reise an die Mittelmeerküste. „Gemeinsam mit meiner Frau habe ich Fotos von ankommenden Flüchtlingen nachgestellt“, erzählt der Künstler. Mitten in der Ausstellung befindet sich ein Selbstporträt des Künstlers mit dem Titel „Mit leeren Händen“, der nach 60 Jahren Lebenserfahrung auf einmal sogar selbst nicht mehr zu wissen scheint, wie es denn nun weitergeht. Die Ambivalenz zwischen Ästhetik und Krisensituation prägt die beiden Räume der Galerie.

Signierte Rettungsdecken als Krisenhilfe

Villmow möchte damit vor allem jene Menschen erreichen, die mit der Flüchtlingskrise bisher nicht persönlich in Kontakt gekommen sind. „Ich signiere die Rettungsdecken“, erklärt Villmow, „dadurch werden sie zu Kunstwerken.“ Diese können anschließend nicht, wie in den Ausstellungen des 60-Jährigen sonst üblich, gekauft werden. Besucher sollen sie stattdessen spenden. Villmow möchte die Rettungsdecken nach Griechenland schicken, um dort echte Krisenhilfe zu leisten.

Info: Noch vom nächsten Dienstag bis Donnerstag ist die Ausstellung in Rosenthal von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Von Victoria Barnack

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