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Teltow-Fläming Jüterbog: AfD-Demo endet mit einem Eklat
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog: AfD-Demo endet mit einem Eklat
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13:24 23.02.2016
AfD-Demo am Montag in Jüterbog.   Quelle: Uwe Klemens
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Jüterbog

 Rund 100 Mitglieder und Sympathisanten der AfD ziehen am Montagabend erstmals durch Jüterbog (Teltow-Fläming). Ab 19 Uhr lud der Kreisverband der Partei auf den Marktplatz der Stadt. „Es geht uns um das Asylchaos, aber auch die Familienpolitik und die Sozialpolitik werden Thema sein“, hatte Kreisvorsitzende und Landtagsabgeordnete Birgit Bessin im Vorfeld angekündigt.

Die Polizei am Marktplatz. Quelle: Peter Degener

Der Marktplatz ist gegen 19 Uhr von Polizeiautos umstellt. 60 Kräfte sind im Einsatz, darunter zwei Anti-Konflikt-Teams. Alkohol und Glasflaschen sind verboten.

Gegen 19.10 Uhr setzt sich der AfD-Zug Richtung Mönchenstraße in Bewegung. Es nieselt. Auf einem Plakat ist zu lesen: „Wir schaffen dass [sic]! Nur ohne Merkel und Rot-Grün“.

Ein AfD-Teilnehmer mit Transparent – und Schreibfehler. Quelle: Peter Degener

Spontan gibt es doch eine kleine Gegenkundgebung. Vor dem Rathaus halten Demonstranten eine Regenbogen-Fahne in die Höhe. Die Kundgebung wurde vom Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung, Falk Kubitza (SPD), spontan angemeldet und ist polizeilich genehmigt.

Falk Kubitza (rechts) und ein Demonstrant halten eine Pace-Fahne. Quelle: Peter Degener

Vor der Turmstube, dem Flüchtlingstreff der evangelischen Kirche, macht der AfD-Zug Halt, und Birgit Bessin hält eine kurze Ansprache. Sie prangert Vorverurteilungen durch Medien und Politiker an. Als Beispiel nennt sie Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD). Der sei nach dem Anschlag auf die Turmstube im November 2015 schnell von einem rechtsextremistischen Hintergrund ausgegangen, doch bewiesen sei bis heute nichts.

Birgit Bessin vor der Turmstube. Quelle: Uwe Klemens

Bessin sagt weiter, die AfD sei gegen Gewalt, egal ob von rechts oder von links. Die AfD bekenne sich zur freiheitlich-demokratischen Grundordnung und sei gegen Angst, Hass und Misstrauen – „die werden nicht von der AfD gesät“, so Bessin.

Die AfD-Anhänger vor der Turmstube. Quelle: Uwe Klemens

Auf der Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz sprechen Birgit Bessin und Jean-Pascal Hohm, Landesvorsitzender der AfD-Jugendorganisation „Junge Alternative“.

Birgit Bessin sagt in ihrer Rede, dass Heimatliebe kein Verbrechen und Nationalstolz keine Schande seien. Die AfD stehe für eine offene Gesellschaft, sei „weder rechts noch links“, und „die Weiterentwicklung dieser Gesellschaft bestimmen wir alle zusammen.“ Das Volk und nicht „Noch-Kanzlerin“ Angela Merkel müsse entscheiden, ob Deutschland ein Zuwanderungsland werde. Bei solch grundsätzlichen Fragen sei es „die Pflicht der Politik, das Volk zu befragen“. Sie forderte einen Zuwanderungsstopp und mehr Polizei, um „Zustände wie in Köln“ zu vermeiden. Sie forderte den Rücktritt der Kanzlerin.

Jean-Pascal Hohm nannte die Demonstranten das „Sprachrohr der schweigenden Mehrheit“ gegenüber den „linken Volksverrätern“. Er sagte weiter: „Solange wir hier stehen, wird Deutschland nicht untergehen. Deutschland erhebt sich langsam und lässt sich die Politik aus Berlin und Potsdam nicht länger gefallen.“ Er forderte Ausweisungen, das Schließen der Grenzen, den Rücktritt der Bundesregierung und Neuwahlen.

Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz. Quelle: Peter Degener

Kurz vor Schluss kommt es zu einem Eklat: Hohm erkennt den SPD-Landtagsabgeordneten Erik Stohn, der als Gegendemonstrant vor Ort ist, und bittet ihn auf die Bühne, um sich der Diskussion zu stellen. Nach kurzem Zögern nimmt Stohn das Angebot an – und das Mikro in die Hand.

Erik Stohn auf der AfD-Bühne. Quelle: Peter Degener

Doch zum Reden kommt er nicht. Die AfD-Demonstranten bedrängen förmlich die Bühne und pöbeln den SPD-Mann an. Was er hier zu suchen habe, dies sei eine AfD-Veranstaltung, heißt es. Es fallen auch Wörter wie „Volksverhetzer“ und „dickes rotes Schwein“ gegen Erik Stohn. Bevor die Situation weiter eskalieren kann, beendet Birgit Bessin die Sache. „Lassen wir das“, sagt sie. Jean-Pascal Hohm zollt seinem politischen Rivalen „Respekt, dass Sie sich getraut haben“.

Nach dem Abspielen der Nationalhymne gegen 20.05 Uhr löst sich die Demo auf.

Bereits um 21.10 Uhr gibt die Polizei ihre Pressemitteilung zu der Veranstaltung heraus – und hat nichts mitzuteilen bzw. hatte nichts zu beanstanden.

Bereits vor zwei Wochen hatte der AfD-Kreisverband Teltow-Fläming in Ludwigsfelde „gegen das Asylchaos“ demonstriert und rund 100 Teilnehmer mobilisieren können. Bei einem „Bürgerdialog“ wurde auch in Jüterbog Anfang des Monats das Thema „Asylchaos“ diskutiert. Dorthin waren rund 50 Teilnehmer gekommen. „Wir können nur etwas bewegen, wenn wir auf die Straße gehen und unseren Unmut kundtun“, hatte Bessin dort gesagt.

Von Peter Degener

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