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Teltow-Fläming Jüterbog II bleibt ein Problemfall
Lokales Teltow-Fläming Jüterbog II bleibt ein Problemfall
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19:45 20.01.2014
Quelle: Martina Burghardt
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Jüterbog

Zum positiven Image von Jüterbog kann ein Stadtteil nicht sonderlich viel beitragen: JüterbogII. Unmittelbar neben sanierten Gebäuden steht eine Vielzahl von Ruinen. Die Stadtverordneten sind unzufrieden damit, aber auch ratlos. Seit längerem schon sorgt man sich um die Sicherheit abenteuerlustiger Kinder. Im Wirtschaftsförderungs- und Stadtmarketingausschuss wurde dieses Thema jetzt erneut diskutiert – wie schon vor gut einem halben Jahr ohne Ergebnis.

Das Ordnungsamt schaut nach eigenen Angaben in JüterbogII regelmäßig nach dem Rechten, gegen den Verfall der Gebäude kann die Verwaltung nichts ausrichten. Wie es auf einem Privatgrundstück aussieht, geht die Behörden nichts an. Nur wenn Eigentümer ihre öffentlichen Pflichten verletzen, wird gehandelt – beispielsweise beim Winterdienst. Grundstücksbesitzer werden auch zur Verantwortung gezogen, wenn herabfallende Ziegel oder bröckelnde Mauern eine Gefahr für Passanten darstellen. Dann wird die Bauaufsicht beim Landkreis Teltow-Fläming eingeschaltet.

Militärische Vorgeschichte

Seit dem Abzug der GUS-Streitkräfte vor gut 20 Jahren stehen viele Gebäude in Jüterbog II leer.

1992 lebten dort nur 98Einwohner, im Jahr 1999 waren es mehr als 1000. Seitdem ist die Zahl wieder rückläufig.

Mehrere Gebäude wurden zu Wohnhäusern umgebaut. Es fehlen jedoch öffentliche Gemeinschafts- und Freizeitanlagen. Einzige Ausnahme: der Jugendclub der Stadt.

Die Reste der Feldartillerie- und Fußartillerie-Schießschule JüterbogII stehen unter Denkmalschutz.

2007 wurde eine Bestands-, Entwicklungs- und Pozenzialanalyse für Jüterbog II erarbeitet.

Drei „Fälle“ aus Jüterbog II werden dort zurzeit bearbeitet, ein Verfahren ist jedoch schon wieder eingestellt: Die schiefe Mauer in der Brückenstraße, die bereits Risse aufweist, stellt aktuell keine Gefahr dar, wie Norbert Jurtzik, Leiter der Bauaufsicht, erklärt.

Gleiches gilt für einen schon vor zwei Jahren von der Stadt angezeigten Problemfall: das Kasino, dessen Eigentümer nicht mehr auffindbar ist. „Er hat eine Gesellschaft gegründet, die wurde wieder gelöscht und nicht einmal die Familie weiß, wo er steckt“, sagt Jurtzik. Am Kasino sind die Fenster kaputt und der Müll stapelt sich, aber das sei „nicht schlimmer als in vielen anderen Objekten“. Weil keine vordringliche Priorität besteht, spart sich der Kreis das Geld für eine sogenannte Ersatzvornahme. Was dafür ausgegeben werden würde, müsste man sich vom Eigentümer zurückholen. Und die Chancen dafür sind nun einmal verschwindend gering.

Ein ungesichertes Lagerhaus in der Bülowstraße gehört einer Berliner Immobiliengesellschaft. Die Fenster sind kaputt, die Dachrinne hängt herunter. Ein Flatterband muss reichen, um Neugierige abzuhalten. Eventuell wäre der Giebel zu sichern. Doch den Eigentümer dazu zwingen? Das sind Verfahren, die sich nach Verwaltungs-Erfahrungen in die Länge ziehen. Niemand will Geld für einen hoffnungslosen Fall ausgeben.

Der Kreis hat dieses Jahr 150.000 Euro für Ersatzvornahmen eingeplant. Man sei gezwungen, das bisschen Geld gezielt einzusetzen – und zwar „um Leben zu schützen“, sagt Jurtzik.

Es ist schon wieder Jahre her, dass für die Entwicklung von Jüterbog II Pläne gemacht wurden. Die Militärgeschichte bietet Potenzial, ist aber nicht interessant genug für Investoren. Nicht mehr, denn Anfang der 1990er Jahre hatte sich Jüterbog als Flughafen-Standort beworben, Spekulanten sicherten sich die Kasernen. Aber Wohnungen werden nicht gebraucht. Vorstellbar wärender Abriss und die Bebauung mit Ein- oder Mehrfamilienhäusern.

Wer in dieser Richtung investieren und dadurch etwas mehr Ordnung in JüterbogII schaffen würde, wäre sehr willkommen. Aber wie man diesen Standort anpreisen könnte, wissen die Stadtverordneten nicht. Sie schreckt oftmals schon die Vorstellung ab, wie sich Touristen nach einem Ausflug in den Stadtteil an Jüterbog erinnern könnten.

Von Martina Burghardt

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